Wegen Hitze-Sommer: Unseren Igeln droht womöglich ein Massensterben

Radebeul - In der Igelstation Radebeul herrscht in diesem Jahr Hochbetrieb. Schuld daran ist der lange Hitze-Sommer. Denn der machte den Tieren schwer zu schaffen.

In diesem Jahr müssen mehr Igel als sonst aufgepäppelt werden.
In diesem Jahr müssen mehr Igel als sonst aufgepäppelt werden.  © DPA

350 Igel haben Cornelia Schicke und ihre ehrenamtlichen Helfer in diesem Jahr in der Radebeuler Igelstation bereits gepflegt. Das sind deutlich mehr als zum selben Zeitpunkt im Vorjahr.

Kaum ein Tag vergeht ohne Besuch eines besorgten Anwohners, der einen tierischen Problem-Patienten mitbringt. Cornelia Schicke kennt den Grund.

"An diesem Jahr ist das Besondere, dass wir neben diesem ganzen Insektenschwund von 75 Prozent als Hauptnahrungsquelle der Igel dazu noch die große Trockenheit haben", erklärt sie im RTL-Interview.

Igelmütter können ihre Jungen nicht mit genug Muttermilch versorgen. Die Folge: Der Nachwuchs bleibt schwach und klein. Viele von ihnen landen in der Igelstation.

Wer sich fragt, wie man kranke Igel erkennt, kann auf einige Warnsignal achten. So stimmt etwas nicht, wenn die nachtaktiven Tiere tagsüber unterwegs sind und nach Nahrung suchen.

Auch eine Hungerfalte im Nacken ist ein Warnsignal. Sie deutet auf Unterernährung hin. Wer den kleinen Rackern helfen will, kann selbst zufüttern, etwa mit Katzenfutter oder Rührei.

Milch sollten sie Igel hingegen nicht trinken lassen, die vertragen sie nämlich nicht. Und wer sich gar nicht zu helfen weiß, findet in der Igelstation Rat.

Hier wird erste Hilfe geleistet, bevor die Tiere zu Patenpflegern kommen, wo sie sich in Gärten allmählich wieder an die Natur gewöhnen können.

Wenn die Igel 500 bis 600 Gramm schwer sind, kehren sie zurück in die Station aufs Trainingsgelände, um gut durch den Winter zu kommen, wenn sie wieder ausgewildert werden.

Titelfoto: DPA


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