Ihr glaubt nie, was mit diesem Labyrinth heute passiert

Kümstler Richard von Gigantikow (67) aus Radebeul zieht den Hut vor seiner Paletten-Stadt "Labystan"
Kümstler Richard von Gigantikow (67) aus Radebeul zieht den Hut vor seiner Paletten-Stadt "Labystan"  © Holm Helis

Von Rita Seyfert

Radebeul - Heiß wird es am Sonntagabend auf den Elbwiesen in Radebeul, wenn „Labystan“ niederbrennt. Fürs feurige Finale vom Weinfest hat sich Künstler Richard von Gigantikow (67) was ganz Besonderes einfallen lassen.

„Europa, Du Schöne“, so heißt der Skulpturengarten aus der Kategorie Fantasiestaat.

Die Besucher können sich in dem begehbaren Labyrinth noch bis heute Abend mal richtig ausspinnen, mit Einbürgerungsurkunde zum „Labystaner“ werden und auf einer eigens dafür gebauten Tribüne ihre Herzensangelegenheiten verkünden. Und wer sich nach der Bundestagswahl noch lädiert fühlt, kann sich in der Reparaturwerkstatt der Bürgerinitiative Bürgerforum Radebeul wiederherstellen lassen.

Die „Spielwiese für demokratisches Bewusstsein“ entstand innerhalb einer Woche aus sieben Containern voller Europaletten. Ganze 45 Kilogramm Eisennägel verklopfte das 16-köpfige Team. Einer von ihnen ist Robert Kuhnt (36) aus Brandenburg. Der freie Handwerker ist schon zum achten Mal dabei, um zu brandschatzen. Denn Kunst bauen, um sie wieder abzufackeln, dies gebe es nicht so oft.

Mehr als 5000 Leute werden am Deich erwartet. Wer das Feuerspektakel aus der ersten Reihe erleben möchte, sollte sich rechtzeitig einen Platz suchen. Nach der zweistündigen Musik- und Theater-Show werden ab 22 Uhr die Streichhölzer entzündet.

Hunderte Europaletten und tausende Nägel wurden in Labystan verklopft.
Hunderte Europaletten und tausende Nägel wurden in Labystan verklopft.  © Holm Helis
Die Mikronation "Labystan" folgt ihrer eigenen Leitkultur.
Die Mikronation "Labystan" folgt ihrer eigenen Leitkultur.  © Holm Helis