Tierschützer schlagen Alarm! So dreckig geht es unseren Igeln

Radebeul - Die Igelretter aus Radebeul schlagen Alarm: Unseren Igeln geht so schlecht wie schon lange nicht mehr! Bis Mitte März mussten die Freiwilligen bereits knapp 40 Tiere aufnehmen. "Im selben Zeitraum 2018 waren es nur 25", sagt Chefin Cornelia Schicke (56).

Tierschützerin Cornelia Schicke (56) ist besorgt. Vielen Igeln kann ihre Einrichtung helfen.
Tierschützerin Cornelia Schicke (56) ist besorgt. Vielen Igeln kann ihre Einrichtung helfen.  © Thomas Türpe

"Im Prinzip verschärft sich nun das Problem, das wir schon im letzten Jahr hatten. Dreiviertel der Nahrung der Igel, vor allem Insekten, sind weggefallen."

Die Tiere kommen oft extrem unterernährt in der Igelhilfe an. "Wir müssen sie mit viel Geduld wieder aufpäppeln."

Neben der fehlenden Nahrung seien aber vor allem neue Gartentrends schädlich für die nützlichen Tiere. "Es wird überall gebaut, letzte wilde Flächen verschwinden. Und Steingärten sind zwar in, aber die Hölle für Igel", sagt Schicke. Es gibt keine Rückzugsorte mehr.

"Totholzhaufen sollte man liegen und Wiesen hoch wachsen lassen, wenn man den Tieren helfen und Lebensraum zurückgeben will. Da braucht man auch keine Insektenhotels bauen, wenn man der Natur einfach ihren Lauf lässt."

Aktuell betreuen die Retter rund 150 Tiere.

Schülerin Saskia (14) hilft gern. Notfalls wird auch von Hand gefüttert. Wie bei Stachler Staschi, der im November auf der Prager Straße gefunden worden war.
Schülerin Saskia (14) hilft gern. Notfalls wird auch von Hand gefüttert. Wie bei Stachler Staschi, der im November auf der Prager Straße gefunden worden war.  © Thomas Türpe
Etwa 40 Tiere fanden im "Igelhotel" im Radebeuler Norden während der kalten Monate eine Obhut.
Etwa 40 Tiere fanden im "Igelhotel" im Radebeuler Norden während der kalten Monate eine Obhut.  © Thomas Türpe

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