So modern wird das neue Karl-May-Museum

Radebeul - Es ist die Wiege der deutschen Cowboy- und Indianistikbewegung - das Radebeuler Karl-May-Museum. Seit 90 Jahren bewahrt es das Erbe des sächsischen Vielschreibers; mal mehr, mal weniger politisch korrekt. Doch nun wird alles neu!

So soll das neue Karl-May-Gebäude einmal aussehen.
So soll das neue Karl-May-Gebäude einmal aussehen.  © Karl-May-Museum

"Wir konzipieren die Ausstellungen neu: Statt aus ethnologischer Sicht sollen künftig die Dinge durch Karl Mays Brille gezeigt werden", kündigt Museumsdirektor Christian Wacker (53) an.

"An May selbst wird der Sachse herausgehoben, seine Friedensideen kommen mehr zur Geltung." Darüber hinaus werde die Indianer-Schlacht am Little Big Horn von 1876 nicht mehr militärisch, sondern kulturhistorisch betrachtet.

An den ausgestellten Objekten ändere sich nichts. Allerdings müssten weiter viele zerfallende Textilien der Wachspuppen gegen täuschend echte Nachbildungen ersetzt werden.

Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (55, parteilos) kündigt das größte Projekt an: einen modernen Eingangsbereich.

Der zweistöckige Bau mit 1000 Quadratmetern Grundfläche wird sich neben der heutigen Aral-Tankstelle befinden. Baubeginn: nicht vor 2022.

Gestiegen sind schon mal die geplanten Kosten - von 7,5 auf 10 Millionen Euro. Anstelle der Tankstelle entsteht idealerweise ein Stadtplatz, so Wendsches Wunsch. Davor kommt eine neue Haltestelle für die Linie 4. Bereits fertig gestellt ist Deutschlands größtes frei stehendes Tippi (12 Meter hoch, 10 Meter Durchmesser).

Sachsens Tourismusminister Martin Dulig (45, SPD) zeigt sich von den Neuigkeiten begeistert: "Wir schaffen eine Verbindung der eigenen Erinnerung an Karl May mit zeitgemäßen Formen. Man wedelt hier den Staub vom Buchdeckel, ohne die Geschichte zu verraten." Der Neubau an der Meißner Straße hole das Museum aus einer Ecklage ins Zentrum.

Mit dem Neubau und dem neuen Geist im Areal ist es allerdings noch lange nicht getan. Die Villa Shatterhand und die hölzerne Villa Bärenfett sollen behindertengerecht saniert, der in den 1970ern verschwundene Chinesische Pavillon soll laut Wendsche dereinst wieder aufgebaut werden.

Das Museums-Areal aus der Adler-Perspektive. Oben rechts das neue Haus, unten Mitte der bisherige Eingang an der Villa Shatterhand.
Das Museums-Areal aus der Adler-Perspektive. Oben rechts das neue Haus, unten Mitte der bisherige Eingang an der Villa Shatterhand.  © Karl-May-Museum
Direktor Christian Wacker (53) zeigt den Standort des Neubaus.
Direktor Christian Wacker (53) zeigt den Standort des Neubaus.  © Holm Helis

Titelfoto: Karl-May-Museum

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