Radikal-islamische Muslimbrüder breiten sich in Sachsen aus

Mitglieder der Muslimbruderschaft demonstrieren am 06.10.2015 in Kairo am zweiten Jahrestag von Zusammenstößen der Bruderschaft mit Sicherheitskräften.
Mitglieder der Muslimbruderschaft demonstrieren am 06.10.2015 in Kairo am zweiten Jahrestag von Zusammenstößen der Bruderschaft mit Sicherheitskräften.  © DPA

Leipzig/Dresden - Sie geben sich als Demokraten aus, sind im versteckten Zimmerchen aber aus anderem Holz geschnitzt. Die radikal-islamischen Muslimbrüder fassen mehr und mehr Fuß im Freistaat. Das gelingt. Unter dem Deckmantel der "Sächsischen Begegnungsstätten" (SBS) locken sie unbescholtene Muslime an.

Schon Anfang des Jahres warnte der sächsische Verfassungsschutz (TAG24 berichtete) vor der SBS. Damals wurde den Behörden die Gefahr, die von den vermeintlich gemäßigten Muslimen ausgeht, noch nicht abgenommen. Das verriet der Pressesprecher des Verfassungsschutz, Martin Döring, dem MDR.

Die Taktik des SBS sei Verschleierung. Auf den ersten Blick gebe man sich integrationswillig und demokratiefreundlich, so Döring. Mittlerweile herrscht allerdings Einigkeit darüber, wer wirklich hinter der Vereinigung steckt, welche Gefahren von ihr ausgehen.

Denn lange war nicht klar, wie sich die SBS überhaupt finanziere. Seitens des Vereins hieß es, man würde sich mit Spendengeldern über Wasser halten. Ein Trugschluss, so Döring.

"Das möchte ich in das Reich der Phantasie verweisen, dass man hier über Spenden dann finanziell so potent ist, um die langfristigen Nutzungsverhältnisse oder den Kauf finanzieren zu können", sagt Martin Döring.

Dahinter stehe eine größere Organisation, die finanziell potenter ist, mehr Geld zur Verfügung stelle - offenbar die radikal-islamischen Muslimbrüder.

Sachsenweit weist die SBS mittlerweile sieben Ableger auf. Neben der Zentrale in Dresden sind die Muslimbrüder in Leipzig, Riesa, Meißen, Pirna, Görlitz, Freital und Senftenberg präsent.

Der sächsische Verfassungsschutz beobachtet momentan 35 Personen, die dem Dunstkreis der Muslimbrüder zugerechnet werden.

Titelfoto: DPA


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