Radio Energy verliert Frequenz! Sender erwägt rechtliche Schritt

Hamburg - Der Frust ist groß! Radio Energy ist bei der Neu-Vergabe der UKW-Frequenzen zur großen Überraschung leer ausgegangen. Damit kann der Sender ab dem kommenden Jahr nur noch digital empfangen werden.

Die UKW-Frequenzen, die über den Hamburger Tel-Michel laufen, wurden neu vergeben.
Die UKW-Frequenzen, die über den Hamburger Tel-Michel laufen, wurden neu vergeben.  © Axel Heimken/dpa

"Diese Entscheidung ist enttäuschend. Nicht nur für rund 800.000 Hörer, für die ENERGY seit fast 25 Jahren ein fester und beliebter Bestandteil des Hamburger Radiomarktes ist, sondern auch und vor allem für unsere Hamburger Belegschaft“, sagt Olaf Hopp, Geschäftsführer ENERGY Deutschland, in einer Mitteilung.

Er beklagte weiter, dass der Sender sämtliche von der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein gestellten Anforderungen in vollem Umfang erfüllt habe. "Wir werden nun die Begründung abwarten und danach entscheiden, ob wir Rechtsmittel einlegen", erklärte Hopp.

Der Medienrat begründete die Nicht-Verteilung der UKW-Frequenz wie folgt: "Es wurden demjenigen Antragsteller die Kapazitäten zugewiesen, der am ehesten erwarten ließ, dass sein Angebot die Meinungsvielfalt und Angebotsvielfalt fördert, das öffentliche Geschehen, die politischen Ereignisse sowie das kulturelle Leben in Hamburg darstellt und auch bedeutsame politische, weltanschauliche und gesellschaftliche Gruppen zu Wort kommen lässt."

Radio Energy ist damit ab August 2020 nur noch über DAB+, Stream oder App zu hören.

Neue Radio-Sender gehen in Hamburg an den Start

Während bei Radio Energy nach der Nachricht der Frust groß ist, herrscht bei zwei weiteren Sendern pure Freude. Neben Flux FM, das den Verzug erhielt, bekam auch ByteFM die Zusage für eine UKW-Frequenz. Dieser Sender soll mit seinem Programm allerdings erst 2022 in Hamburg an den Start gehen.

Lob für die Entscheidung erhielt die Medienanstalt von Grünen-Politiker Farid Müller. "Flux FM und Byte FM sind redaktionelle Radiosender. Das tut der Musikstadt Hamburg gut, denn sie brechen aus dem sogenannten Formatradio aus und spielen auch Songs, die nicht glatt gebügelte Hörgewohnheiten bedienen", sagte er.

Gleichzeitig richtete Müller einen Appell an die neuen Betreiber, die Mitarbeiter von Energy bei eventuellen Bewerbungen zu berücksichtigen.

Mehr zum Thema Hamburg Lokal:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0