Das Fernglas war gestern: Jetzt werden Tiere aus dem Weltall beobachtet!

Radolfzell/Bonn - Das deutsch-russische System Icarus zur Erfassung von Tierbewegungen vom Weltall aus soll am Mittwoch an den Start gehen.

Eine Amsel mit einem Icarus-Sender auf dem Rücken. Das Gerät wiegt weniger als 5 Gramm.
Eine Amsel mit einem Icarus-Sender auf dem Rücken. Das Gerät wiegt weniger als 5 Gramm.  © DPA

Erdacht und konzipiert wurde das Projekt von Martin Wikelski vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz. Zunächst wird dabei ein Testsignal an die Icarus-Antenne geschickt, die sich an der Raumstation ISS befindet.

In einigen Monaten wollen mit dem weltraumgestützten Beobachtungssystem Wissenschaftler mehr über das Leben der Tiere auf der Erde herausfinden, wie es beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Vorfeld hieß.

Die Forscher rüsten dafür verschiedene Tierarten mit Mini-Sendern aus, die ihre Messdaten an die Antenne auf der ISS schicken. In den nächsten Jahren sollen mehrere Zehntausend Tiere besendert werden.

Es gehe unter anderem darum, auf welchen Routen die Tiere wandern, unter welchen Bedingungen sie leben und wie sie am besten geschützt werden können.

An Icarus (International Cooperation for Animal Research Using Space) sind unter anderem auch die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos und das DLR beteiligt. Nach Abschluss aller Tests soll Icarus voraussichtlich im Herbst oder Winter 2019 für Wissenschaftler voll zur Verfügung stehen.

UPDATE: 14.54 Uhr

Icarus-Start verschoben

Wegen technischer Probleme ist der Start des deutsch-russischen Systems Icarus zur Erfassung von Tierbewegungen erneut verschoben worden.

Eigentlich hätte am Mittwoch der entsprechende Computer auf der Raumstation ISS angeschaltet werden sollen, wie Projektleiter Martin Wikelski vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz sagte. Allerdings habe die Belüftung beim Anschalten des Geräts nicht richtig funktioniert.

Wann der zweite Versuch starten soll, war zunächst noch nicht klar.

Kosmonauten bringen eine Antenne an der Raumstation ISS an, die für das Icarus-Projekt benötigt wird.
Kosmonauten bringen eine Antenne an der Raumstation ISS an, die für das Icarus-Projekt benötigt wird.  © DPA

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