Radtour von Berlin nach London: Gedenken an Rettung jüdischer Kinder vor Nazis

Berlin/London - Mit einer knapp einwöchigen Radtour von Berlin nach London haben mehrere Dutzend Teilnehmer der Rettung jüdischer Kinder vor den Gräueltaten der Nazis vor 80 Jahren gedacht.

Die letzten Meter vor Augen freuen sich die Teilnehmer des "Commemoriam Bike Ride".
Die letzten Meter vor Augen freuen sich die Teilnehmer des "Commemoriam Bike Ride".  © Yui Mok/PA Wire/dpa

Die Teilnehmer der Tour erreichten am Freitagnachmittag ihr Ziel, das Denkmal für die Kindertransporte am Londoner Bahnhof Liverpool Street.

Gestartet waren sie am Sonntag am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin, wo ebenfalls ein Denkmal steht.

Unter den Teilnehmern war auch ein Mann, der selbst durch die Rettungsaktion nach England gekommen war: Der heute 80-jährige Paul Alexander, der 1939 als Baby auf die Reise geschickt wurde, nahm mit seinem Sohn Navad und Enkel Daniel an der Tour teil.

"Ich muss meiner Mutter und meinem Vater danken, dass sie mich alleine fortgeschickt haben – man kann sich nicht vorstellen, wie es ihnen dabei ging, und meine Mutter wusste nicht, ob sie mich jemals wiedersehen würde", sagte Alexander der britischen Nachrichtenagentur PA.

Bei den 1938 begonnenen Kindertransporten wurden 10.000 meist jüdische Kinder aus Deutschland, Österreich, Polen und der Tschechoslowakei am Vorabend des Zweiten Weltkriegs nach Großbritannien gebracht.

Viele davon sahen ihre Eltern nie wieder. Die Rettungsaktion wurde ins Leben gerufen nach den gewalttätigen Übergriffen auf Juden während der Pogrome im November 1938 in Deutschland.

Der 80-jährige Paul Alexander mit Sohn Nadav (re.) und seinem Enkel Daniel am Bahnhof Liverpool Street am Zielort in London.
Der 80-jährige Paul Alexander mit Sohn Nadav (re.) und seinem Enkel Daniel am Bahnhof Liverpool Street am Zielort in London.  © Yui Mok/PA Wire/dpa

Titelfoto: Yui Mok/PA Wire/dpa


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