Warum kostet der Bau eines Radweges fast eine Million?

Am Sonntag trafen sich Radfahrer an der Lingnerallee zum gemeinsamen Ausfahren. In der Szene heißt das „critical mass“.
Am Sonntag trafen sich Radfahrer an der Lingnerallee zum gemeinsamen Ausfahren. In der Szene heißt das „critical mass“.

Von Dominik Brüggemann

Dresden - Eigentlich sollten Radfahrer schon seit 2012 auf Bürgerwiese und Parkstraße auf eigenen Radfahrstreifen rollen. Doch die Planungen und die Freigabe der Gelder verzögerte sich immer wieder.

Die gute Nachricht: Im dritten Quartal 2016 wird’s endlich was. So lauten zumindest die Planungen der Stadt, wie jetzt aus einer Anfrage von Stadtrat Johannes Lichdi (52, Grüne) hervorgeht.

Demnach sollen zwischen Georgplatz (Altstadt) und Lennéplatz (Seevorstadt) im Herbst die Bagger anrücken. Dann wird die bislang dreispurige Straße zweispurig und die Radler erhalten ihren eigenen Streifen.

Das Problem: Im Jahr 2012 sollten die Radlerwege laut Planungen noch 400.000 Euro kosten.

An Bürgerwiese und Parkstraße sollen Radwege angelegt werden.
An Bürgerwiese und Parkstraße sollen Radwege angelegt werden.

Vier Jahre später veranschlagt die Verwaltung satte 985.000 Euro. Angeblich, weil die Baukosten erheblich gestiegen seien.

Der Allgemeine Fahrrad Club Dresden (ADFC) spottete schon: „Mal sehen, ob der tatsächliche Baubeginn noch in dieser Dekade stattfinden wird und ob wir es hinbekommen, dass der Radstreifen zum Schluss unter den Kosten von ,Stuttgart 21‘ bleibt“, so Vorsitzender Konrad Krause.

Bei der Preissteigerung sind die Sorgen wohl nicht unberechtigt.

Fotos: Thomas Türpe, imago


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