Nun doch keine Radwege auf dem Blauen Wunder?

Freie Fahrt für Radler? Daraus wird auf dem Blauen Wunder wohl nichts!
Freie Fahrt für Radler? Daraus wird auf dem Blauen Wunder wohl nichts!

Von Dirk Hein

Dresden - Die Nachricht schockte all die Autofahrer, die sich täglich rund um das Blaue Wunder durch den Verkehr quälen: Die Stadt plante Radwege über das Blaue Wunder. Jetzt ist die Idee vom Tisch.

„Nach Fertigstellung der Waldschlößchenbrücke war es ein Auftrag des Stadtrates, zu untersuchen, ob Radwege auf dem Blauen Wunder angelegt werden können“, erklärt Reinhard Koettnitz (60), Chef des Straßen- und Tiefbauamtes.

Die Stadt hat das jetzt geprüft und ist auf haufenweise Probleme gestoßen. „Egal wie wir die Radwege planen, es fällt immer eine Fahrspur auf dem Blauen Wunder weg“, sagt Koettnitz. Statt drei stünden dann nur noch zwei Spuren zur Verfügung.

Da Radwege nicht sofort nach der Brücke aufhören könnten, würde am Schillerplatz zudem eine Abbiegespur für Autos wegfallen.

An dieser Stelle plant die Stadt an einem sicheren Radweg über die Bautzner Straße.
An dieser Stelle plant die Stadt an einem sicheren Radweg über die Bautzner Straße.

Am Körnerplatz müssten laut Amtsleiter Koettnitz wohl sämtliche Fahrspuren neu geordnet werden. Die Abbiegespur aus Richtung Brücke in die Schillerstraße könnte wegfallen. Radler bräuchten an den Ampeln genug Zeit, um sicher über die Grundstraße zu kommen.

Die Folge: Die jetzt schon heftigen Staus auf der Pillnitzer Landstraße würden sich verdoppeln. Die jetzt in Spitzenzeiten reichlich 500 Meter lange Blechlawine würde so die Kilometermarke knacken. „Es wäre sehr sehr schwierig“, fast Koettnitz zusammen.

Sein Vorschlag: Auf der Hüblerstraße einen Radweg anlegen und den Verlust von etlichen Parkplätzen akzeptieren. So würde sich die Situation für Radfahrer etwas entspannen. Das Blaue Wunder will der Dresdner Straßen-Chef aber nicht antasten! Das letzte Wort hat jetzt jedoch der Stadtrat.

Andere Projekte:

Beim Ausbau des Radwegenetzes liegt Dresden 1,7 Millionen Euro hinter Plan.
Beim Ausbau des Radwegenetzes liegt Dresden 1,7 Millionen Euro hinter Plan.

Kaum zu glauben: Noch immer verhindert die Schadensbeseitigung nach der Juni-Flut 2013 neue Rad-Projekte in Dresden. „Das Bauprogramm für die Jahre 2013 und 2014 musste umgestoßen werden. Bis Juni 2015 hatte die Bearbeitung der Fördermittelanträge Priorität“, so Baubürgermeister Jörn Marx (56, CDU).

Entsprechend viel Geld schiebt die Stadt momentan vor sich her. Die nicht ausgegebenen Haushaltsgelder stiegen von 890.000 Euro (2013) auf 1,7 Millionen Euro (2014). Pro Jahr investiert Dresden etwa eine Million in separate Radweg-Projekte.

Auch der Ausbau am Elberadweg hakt. Die geplante „Überholspur“ in der Johannstadt liegt auf Eis. Die Stadt wartet das endgültig Gerichtsurteil zum Bau der Waldschlößchenbrücke ab.

Dennoch wird auch gewerkelt. 300.000 Euro fliesen in eine Radler-Querung der Bautzner Straße auf Höhe der Alaunstraße. In Hosterwitz wird zudem der Elberadweg erneuert. Weitere 150.000 Euro stehen für neue Abstellbügel bereit.

Fotos: Holm Helis


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