Polizei räumt Protestcamp am Frankfurter Flughafen

Frankfurt - Die Polizei hat am Dienstagmorgen mit der Räumung eines Protestcamps am Frankfurter Flughafen begonnen.

Ein Protestant hatte sich am Boden befestigt. (Symbolbild)
Ein Protestant hatte sich am Boden befestigt. (Symbolbild)  © DPA

Es seien mehrere Hundert Einsatzkräfte vor Ort, sagte ein Sprecher. Der Protest von Umweltaktivisten richtet sich gegen den Bau eines Autobahnzubringers zum neuen Terminal des Flughafens, das Waldcamp existiert bereits seit Anfang des Jahres.

Der Flughafenbetreiber Fraport wolle mit der angekündigten Rodung des Waldgebiets beginnen, sagte der Polizeisprecher. Der Einsatz sei zunächst friedlich und störungsfrei verlaufen.

Mindestens eine Person habe sich am Boden befestigt, nun müsse gesehen werde, wie damit umgegangen werden könne. Genauere Informationen dazu konnte der Sprecher zunächst nicht geben.

Mehrere Aktivisten seien aus dem Camp herausgeführt worden, nun würden ihre Personalien festgestellt, hieß es. Andere befänden sich noch in Baumhäusern, die die Aktivisten errichtet hätten. Der Einsatz werde noch den ganzen Tag dauern.

Der Flughafenbetreiber erklärte, es sei mit dem Bau eines Zaunes um das Areal begonnen worden, danach sei der Beginn der Rodungsarbeiten geplant. Um die Verkehrsanbindung zum Terminal 3 zu bauen, sei eine Fläche von rund 4,5 Hektar nötig. Der Bau des Autobahnzubringers soll demnach 2019 beginnen.

Ein Aktivist sagte auf Anfrage, den von der Polizei erhobenen Vorwurf der Sachbeschädigung weise die Gruppe entschieden zurück. Einige wollten nun auch wegen dieser Vorwürfe in den Baumhäusern ausharren. "Wir leisten passiven Widerstand", sagte der Aktivist, der seinen Namen nicht nennen wollte.

UPDATE, 11.35 UHR: NEUE BÄUME FÜR JEDEN GEFÄLLTEN

Nach Beginn der Räumung eines Protestcamps am Frankfurter Flughafen betont der Airport-Betreiber: "Für jeden Baum, der gefällt werden muss, haben wir bereits an anderer Stelle einen neuen Baum gepflanzt."

Insgesamt seien für Naturschutz-Maßnahmen mehr als 160 Millionen Euro investiert worden, sagte ein Fraport-Sprecher. Das Areal ist laut Fraport die letzte Fläche, die für den Flughafenausbau benötigt wird.

Für den Ausbau seien insgesamt 282 Hektar Wald nötig. "Als Ausgleich dafür hat Fraport bereits 288 Hektar wiederaufgeforstet", sagte ein Sprecher. Das letzte fehlende Teilstück umfasst 4,5 Hektar. Um mit der Rodung beginnen zu können, hatte Fraport am Dienstagmorgen begonnen, um das Grundstück einen Zaun zu ziehen.

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