Widmayer-Transfer bei Hertha: Der wichtigste Mann verlässt das Schiff! Was nun?

Berlin - Er gilt als einer der größten Fußball-Fachmänner des Landes, der den Sport liebt und Tag für Tag lebt. Mit dem Weggang im Sommer reist Rainer Widmayer bei Fußball-Bundesligist Hertha BSC ein Loch, das nur schwer zu beheben ist.

Dieses Trio wird es ab Sommer nicht mehr geben. Manager Michael Preetz (l.), Trainer Pal Dardai und noch Co-Trainer Rainer Widmayer (r.).
Dieses Trio wird es ab Sommer nicht mehr geben. Manager Michael Preetz (l.), Trainer Pal Dardai und noch Co-Trainer Rainer Widmayer (r.).  © DPA

Am Saisonende tritt das Szenario ein, das bei Hertha niemand wollte. Der feststehende Abgang im Sommer von Co-Trainer Rainer Widmayer (51) trifft den Klub hart.

Bei den Fans bleibt der Achtelfinal-Sieg im DFB Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern unvergessen. Rainer Widmayer sprang als Interimscoach ein, als der bisherige Chef Markus Babbel im Dezember 2011 gehen musste.

Der langjährige Co-Trainer stand auf einmal im Rampenlicht und brachte die Hertha sensationell eine Runde weiter. Auffällig emotional und fokussiert agierte der Schwabe an der Linie. Die Ostkurve dankte es ihm und schloss den Sindelfinger in ihr Herz.

Trotz der hohen Verdienste musste Widmayer nach dem Spiel seinen Platz räumen. Nach einem erfolgslosen Engagement bei der TSG 1899 Hoffenheim wurde es ruhig.

Bis im Februar 2015 die Hertha Coach Jos Luhukay (55) feuerte und Nachwuchstrainer Pal Dardai (42) zum Chef ernannte. Für ihn wurde noch ein geeigneter, erfahrener Assistent gesucht.

Manager Michael Preetz (51) erinnerte sich an tolle Jahre mit dem Schwaben und holte Widmayer zurück ins Boot. "Ich dachte, er wollte sich nur eine Meinung bei mir über einen Trainer einholen, weil Hertha gerade einen suchte. Ich war total überrascht, dass mich Hertha zum zweiten Mal wieder als Co-Trainer haben wollte. Das ist selten in der Bundesliga. Das hat mich stolz gemacht", gibt er gegenüber dem Berliner Kurier zu.

Rainer Widmayer gewann sein einziges Spiel als Hertha-Trainer im DFB Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern. Anschließend feierte ihn die Ostkurve.
Rainer Widmayer gewann sein einziges Spiel als Hertha-Trainer im DFB Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern. Anschließend feierte ihn die Ostkurve.  © DPA

Wer schon mal ein Hertha-Training begutachtet hat, wird schnell die hohe Wichtigkeit des 51-Jährigen festgestellt haben. Er leitet große Teile der Einheiten, coacht Spieler und gibt jedem Akteur den Funken Zuspruch, den sie für Höchstleistungen benötigen.

Die Spieler schwärmen von ihm. Mit Widmayer etablierte sich der Hauptstadtklub in der Bundesliga und konnte sogar den Europäischen Wettbewerb erreichen.

Das Loch, das er reist, wird riesig sein. Wer kann diese Mammut-Aufgabe auffangen, gegebenenfalls übernehmen?

Herthas Trainerhistorie ist lang, sehr lang. Erst mit Pal Dardai bekamen die Berliner die nötige Konstante, die für Erfolge wichtig ist.

Da der Ungar aus dem eigenen Stall kommt, könnte Hertha versuchen eine interne Lösung anzustreben. TAG24 versucht mal in die Glaskugel zu gucken und euch einige Möglichkeiten zu nennen.

Infrage kommen könnten: Ante Covic (43, U23 Trainer), Michael Hartmann (44, U19 Trainer), Andreas "Zecke" Neuendorf (43, U17 Trainer) oder auch Oliver Schröder (38, U16 Co-Trainer). Alle genannten Kandidaten sind Ex-Profis und haben mit Dardai zusammen für Hertha gespielt.

Auch einige Spieler, die ihre Karriere vor kurzem beendet haben, könnten die geeigneten Assistenten geben. Beispielsweise Peter Niemeyer (35), der letzten Sommer seine Karriere beendet hat. Oder auch Andre Mijatovic (39), der zuletzt Co-Trainer in Ingolstadt war.

Über die Besetzung kann vorerst nur spekuliert werden, denn Hertha hält das Thema absichtlich klein. Lediglich in Herthas Kurzmeldungen wird der kommende Weggang mit einem Dreizeiler publiziert. Bloß keine Unruhe reinbringen vor dem wichtigen Rückrunden-Auftakt am Wochenende in Nürnberg.

Klar ist, auf Herthas To Do-List für den kommenden Sommer steht die Neu-Besetzung der Co-Trainer-Stelle an oberster Stelle. Wer diesen Posten besitzt, wird ein hartes Erbe antreten müssen.

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