Verdeckter Reporter warnte bereits im Februar vor Anschlägen in Paris

Ein syrischer Reporter warnte bereits im Februar vor Anschlägen in Paris.
Ein syrischer Reporter warnte bereits im Februar vor Anschlägen in Paris.

Paris/Syrien - Ein verdeckter Reporter warnte bereits im Februar vor möglichen Anschlägen in Paris. Tim Ramadan hatte in einem Internetcafé in Syrien offenbar ein Gespräch unter IS-Dschihadisten belauscht. Seine Informationen blieben ungehört.

Tim Ramadan ist ein Mitarbeiter von "Raqqa is silently slaughtered" (RISS), wie "Die Welt" berichtet. Ein geheimes Netzwerk von Undercover-Reportern, das aus Rakka und Teilen Syriens über die verbrecherischen Aktivitäten des IS berichtet.

Am 11. Februar belauschte Ramadan angeblich zwei IS-Kämpfer in einem Internetcafé im syrischen Deiressor. "Einer von ihnen war der Belgier Abu Ibrahim und der andere ein groß gewachsener Mann", schrieb Ramadan auf einer syrischen oppositionellen Website. Nachdem Ramadan auf Testfragen der IS-Kämpfer nicht geantwortet hatte, dachten die Männer wohl, er verstünde kein Englisch und setzten ihre Unterhaltung fort.

Ramadan habe von einer großen Operation erfahren, die in Frankreich vorbereitet werde. Der Reporter hörte, dass zwei der Attentäter diesen Monat schon nach Frankreich aufbrechen würden.

In einigen Wochen sollten dann zwei weitere folgen, die zusammen mit einer Gruppe von vier Franzosen Anschläge in Paris und in anderen europäischen Hauptstädten planen würden.

Tim Ramadan alarmierte via Twitter, hatte IS-Kämpfer heimlich belauscht.
Tim Ramadan alarmierte via Twitter, hatte IS-Kämpfer heimlich belauscht.

"Diese Gruppe in Frankreich erwartet unsere Ankunft, Waffen und Sprengstoff seien in Vorbereitung", soll Abu Ibrahim gesagt haben. Und weiter: "Ich bin so froh, dass der IS auf Dschihad nach Europa geht."

Ramadan war geschockt, musste das Gehörte verarbeiten. Eineinhalb Wochen später veröffentlichte Ramadan seine Warnung vor Selbstmordattentätern des Islamischen Staats (IS) schließlich via Twitter (Originaltext im Foto).

Doch bei den Sicherheitsdiensten fanden seine Worte kein Gehör. Nachdem seine Warnung traurige Wirklichkeit wurde, hat sich Tim Ramadan nun dazu geäußert:

"Mir tut es so leid, ich hatte gehofft, meine Worte würden Frankreich erreichen, um Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz von Unschuldigen treffen zu können."

Fotos: Tim Ramadan twitter.com (1), raqqa-sl.com (1), imago (1)


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