Video-Teaser in KZ-Optik: Direktor lädt Rammstein nach Dachau ein

München - Wegen einer umstrittenen Video-Sequenz in KZ-Optik hat der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten die Deutschrock-Band Rammstein in die KZ-Gedenkstätte Dachau eingeladen.

Till Lindemann und die anderen Rammstein-Mitglieder wurden in die KZ-Gedenkstätte Dachau eingeladen. (Archivbild)
Till Lindemann und die anderen Rammstein-Mitglieder wurden in die KZ-Gedenkstätte Dachau eingeladen. (Archivbild)

Ein abschließendes Urteil wollte Karl Freller (63, CSU) in der Landeshauptstadt München zwar noch nicht fällen, weil unklar sei, welchen Hintergrund die Darstellung der Mitglieder als KZ-Insassen habe.

Eindeutig sei laut dem 63-Jährigen in jedem Fall allerdings: "Das Leid und die Unmenschlichkeit des Holocaust verbieten sich für Werbezwecke oder Effekthascherei zur Bekanntmachung von Produkten ganz gleich welcher Art - in diesem Fall wohl ein neues Musikalbum."

Der 35 Sekunden lange Trailer zur neuen Rammstein-Single hatte Kritik hervorgerufen.

Eine Stellungnahme wollte die Band bislang nicht abgeben. Freller wünscht sich, "dass die Band nun vielleicht auch etwas Sinnvolles zur Aufarbeitung der geschichtlichen Verantwortung beitragen will".

Er lade sie daher in die Dachauer Gedenkstätte ein, "um sich vor Ort über die NS-Gräuel zu informieren und im Anschluss darüber zu sprechen, wie ein konstruktiver Beitrag solch einflussreicher Künstler aussehen könnte".

Ähnlich war das Internationale Auschwitz-Komitee vorgegangen, als die Rapper Kollegah und Farid Bang trotz Antisemitismus-Vorwürfen im vergangenen Jahr mit dem Musikpreis Echo ausgezeichnet worden waren.

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