"Nazis raus"! Ein ganzes Stadion erhebt sich nach rassistischer Beleidigung

Münster - Großartige Reaktion auf eine widerliche Szene! Kurz vor Schluss kam es bei der Drittliga-Partie des SC Preußen Münster gegen den FC Würzburger Kickers (0:0) zu einem Eklat.

Leroy Kwadwo (r.) wurde am Freitagabend rassistisch beim Spiel von Preußen Münster gegen die Würzburger Kickers beleidigt.
Leroy Kwadwo (r.) wurde am Freitagabend rassistisch beim Spiel von Preußen Münster gegen die Würzburger Kickers beleidigt.  © imago images / Kirchner-Media

Würzburgs Verteidiger Leroy Kwadwo (23) wurde in der 87. Minute bei einem Einwurf nahe der Haupttribüne rassistisch mit Affenlauten und laut dem "Spiegel" mit der Aussage "Geh zurück in dein Loch" beleidigt und ging deshalb sichtlich getroffen und wütend zur Trainerbank.

Dort erklärte er den Verantwortlichen, was geschehen war und musste beruhigt werden. Auch nach dem Spiel war das Entsetzen über diese widerliche Aktion bei Kwadwo noch groß, weshalb die Preußen-Spieler sowie Verantwortlichen und natürlich auch die eigenen Mannschaftskollegen ihn trösteten. Ebenso der Trainerstab der Kickers.

Sie alle bewiesen Sportsgeist und setzten damit ein großes Zeichen, das von den Zuschauern aber noch übertroffen wurde. Denn nach Bekanntwerden der Aktion machte der Stadionsprecher eine klare Ansage - und wurde vom gesamten Preußenstadion unterstützt.

Die Zuschauer riefen geschlossen "Nazis raus!" und wenig später wurde die Person, die den Spieler der Gästemannschaft beleidigt hatte, dank Hilfe der Anhänger, von Ordnungskräften aus dem Block und dann aus dem Stadion geleitet, wo er von der Polizei in Gewahrsam genommen wurde. Nun droht ihm dem "Spiegel" zufolge eine Anzeige wegen Volksverhetzung.

Und zwar unter donnerndem Applaus der Anhänger, die damit ein deutliches Statement gegen Rassismus setzten.

Würzburgs Kapitän Sebastian Schuppan springt Leroy Kwadwo zur Seite

FCW-Kapitän Sebastian Schuppan (vorne) äußerte sich via Twitter mit einer klaren Botschaft. (Archivbild)
FCW-Kapitän Sebastian Schuppan (vorne) äußerte sich via Twitter mit einer klaren Botschaft. (Archivbild)  © Picture Point/Gabor Krieg

Auch der frühere Spieler von Dynamo Dresden und heutige Kapitän der Würzburger, Sebastian Schuppan, äußerte sich via Twitter und schrieb: "Ich bin immer noch schockiert über diesen Vorfall heute. Mal wieder kamen Affen-Laute von den Rängen. Aber anders als in vielen vorherigen Situationen hat das Stadion sehr gut reagiert. Die Polizeit hat ihn festgenommen und ich hoffe er darf nie wieder ein Fußballspielen besuchen".

Kickers-Coach Michael Schiele lobte den SCP via Twitter ebenfalls: "Die Unterstützung seitens der Preußen-Fans auf den Rängen war sensationell. Auch die Offiziellen haben klasse reagiert und den Vorfall sofort aufgearbeitet!"

Der Trainer fügte noch hinzu: "Dies war ein starkes Zeichen der Preußen, wie gegen ein solches Fehlverhalten, das absolut nicht zu tolerieren ist, vorgegangen werden muss!"

Preußen Münster veröffentlichte eine Mitteilung, in der stand: "Das ist nichts, was auf den Fußballplatz und schon gar nicht in unser Stadion gehört. Solche Leute wollen und brauchen wir hier nicht. Wir distanzieren uns ganz klar von solchen Äußerungen und ich habe mich unmittelbar nach dem Spiel bei den Würzburgern entschuldigt", kommentiert Vereinspräsident Christoph Strässer die Situation.

Die Begegnung an sich, das als lahme Nullnummer in die Annalen der Drittliga-Geschichte eingehen wird, dürfte schnell in Vergessenheit geraten. Dieses wichtige Zeichen der Preußen- und Würzburg-Fans wird hingegen noch lange in Erinnerung bleiben.

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