Rassismus-Eklat in Live-Sendung: TV-Experte mit schockierender Aussage

Mailand - Es sind Worte, die einen sprachlos zurücklassen: Der italienische Fußball-Experte Luciano Passirani war in der Sendung "Qui Studio a Voi Stadio" zu Gast und sprach über Inter Mailands Neuzugang Romelu Lukaku - inmitten seiner Analyse erschüttert er mit einer Aussage das Publikum!

Lukaku im Trikot der belgischen Nationalmannschaft. Bei Inter traf er bereits zwei Mal in den ersten drei Spielen.
Lukaku im Trikot der belgischen Nationalmannschaft. Bei Inter traf er bereits zwei Mal in den ersten drei Spielen.  © Virginie Lefour/BELGA/dpa

Es ist wie ein Fluch, der auf dem italienischen Fußball liegt. Sportlich wird die Liga zunehmends wieder interessanter für die Zuschauer und reizvoller für Spieler, dennoch scheint der Rassismus in italienischen Stadien eher zuzunehmen als zurückzugehen.

Jüngstes Opfer von Schmähungen im Stadion war Inter-Neuzugang Romelu Lukaku. Wie TAG24 bereits berichtete, musste dieser erst kürzlich zunächst Affenlaute von gegnerischen Fans über sich ergehen lassen, um im Anschluss von seinen eigenen (!) Fans darauf hingewiesen werden zu müssen, dass dies normal und kein Rassismus sei.

Nun trifft es ausgerechnet wieder den 26-Jährigen. Im Format "QSVS" des Senders "Telelombardia" war Luciano Passirani zu Gast und wurde zum neuen Stürmer der Nerazzurri befragt.

Er sang ein Loblied auf Lukaku, meinte, dass "Lukaku einer der besten Transfers ist, die Inter machen konnte. Ich habe in Italien keinen Spieler gesehen wie ihn."

Experten-Kollege rüffelt Passirani noch in der Sendung

Duvan Zapata hat Atalanta letzte Saison mit einer irren Torquote in die Champions League geschossen. Auch diese Saison hat er bereits drei Treffer auf dem Konto.
Duvan Zapata hat Atalanta letzte Saison mit einer irren Torquote in die Champions League geschossen. Auch diese Saison hat er bereits drei Treffer auf dem Konto.  © EPA/Alberto Lancia

Besonders die Wucht des gebürtigen Antwerpeners beeindrucke den 80-Jährigen. Dann verglich er ihn zunächst mit Duvan Zapata von Atalanta Bergamo. Der 28-jährige Kolumbianer, ebenfalls dunkelhäutig, schoss in der vergangenen Saison 23 Tore in 37 Liga-Spielen, war ein ganz wichtiger Baustein, dass sich die Norditaliener für die UEFA Champions League qualifizieren konnten.

"Er ist das Doppelte von Zapata. Diese Spieler haben etwas mehr als die anderen, das sind die Jungs, die die Tore schießen und so das Team mitziehen", verglich er die Beiden. Dann der Eklat: "Wenn Du mit dem ins Eins-gegen-Eins musst, fällst Du. Den kannst Du nur stoppen, wenn Du ihm zehn Bananen gibst, die er essen kann."

Autsch. Noch live in der Sendung, forderte ihn ein weiterer Experte im Studio auf, diese Aussage zurückzunehmen und sich zu entschuldigen, was dieser in der Folge auch tat.

Ob es sich bei Passarinins Aussage um ein Versehen gehandelt hat, oder er diese bewusst getätigt hat, bleibt zunächst offen. Zumindest ist der Experte vorher noch nie mit ähnlichen Äußerungen aufgefallen. In Zeiten wie diesen sollte ein Journalist sich jedoch der Tragweite solcher Aussagen bewusst sein.

Der Moderator der Sendung, Fabio Ravezzani, wandte sich zum Ende der Übertragung noch einmal persönlich an das Publikum, entschuldigte sich noch einmal für die Aussagen seines Gastes und versicherte den Zuschauern, dass so etwas nicht noch einmal passieren würde.

Darüber hinaus sagte er, dass man Passiranio nicht mehr in die Sendung einladen wird.

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