Schon wieder Rassismus-Eklat in Italien! BVB-Profi Sancho: "Warum spielen wir Fußball?"

London - Inter Mailands Neuzugang Romelu Lukaku wurde am Wochenende beim Auswärtsspiel bei Cagliari Calcio rassistisch beleidigt. Anschließend ließ er seinem Frust auf Instagram freien Lauf. Nun bekommt er Unterstützung vom BVB-Profi Jadon Sancho.

Romelu Lukaku wechselte in diesem Sommer nach zwei Jahren bei Manchester United nach Mailand. 2011 ging er vom RSC Anderlecht auf die Insel, spielte dort zunächst für den FC Chelsea und aschließend auch für den FC Everton.
Romelu Lukaku wechselte in diesem Sommer nach zwei Jahren bei Manchester United nach Mailand. 2011 ging er vom RSC Anderlecht auf die Insel, spielte dort zunächst für den FC Chelsea und aschließend auch für den FC Everton.  © Luca Bruno/AP/dpa

Trotz der Niederlage am Wochenende an der Alten Försterei (1:3 bei Union Berlin), gehört Jadon Sancho aktuell zu einem der formbesten Kicker der Bundesliga.

Trotz anhaltender Gerüchte um seine Person und einer deutlich gestiegenen Erwartungshaltung, spielt er weiter unbeeindruckt und stabil auf.

Nun zeigt er sich auch außerhalb des Platzes mit klarer Kante!

Nachdem der Belgier Romelu Lukaku beim Serie-A-Spiel am Samstag in Cagliari rassistisch beleidigt worden war und anschließend gleichermaßen schockiert wie kämpferisch via Instagram darauf reagierte, spring ihm der 19-Jährige nun bei.

"Es muss einfach aufhören. Kein Spieler möchte Fußball spielen und so missbraucht werden", so der gebürtige Londoner in der britischen "Sun" und gab zu bedenken, dass einige Profis wohl irgendwann "die Liebe zum Spiel" verlieren könnten.

Sancho: "Warum spielen wir Fußball?"

Jadon Sancho steht hinter dem Belgier Romelu Lukaku.
Jadon Sancho steht hinter dem Belgier Romelu Lukaku.  © Ina Fassbender/dpa

Lukaku meldete sich via Instagram auf die Anfeindungen in der sardischen Hauptstadt: "In den letzten Monaten gab es mehrere Spieler, die von rassistischen Äußerungen betroffen waren. So wie ich gestern. Fußball ist ein Spiel, dass von jeden Einzelnen genossen werden sollte und keiner sollte jegliche Form von Diskriminierung akzeptieren."

Der 26-Jährige mahnte an, dass noch stärker dagegen vorgegangen werden sollte, dass solche Äußerungen weiter Teil des Fußballs sind und hob hervor, dass man sich "Im Jahr 2019 anstelle von nach vorne, nach hinten bewegt" und glaubt, dass "wir als Spieler ein Statement setzen müssen, dass wir alle gleich sind."

Sancho sendet indes eine noch deutlichere Botschaft: "Nur weil wir Fußball spielen, denken die Leute anscheinend, wir sind berühmt und ignorant. Aber wir lieben unseren Sport und wollen einfach spielen". In solchen Momenten stellt sich Sancho sogar eine Grundsatzfrage für sich selbst, moniert, dass es hart sei "diese Dinge zu sehen. Es fühlt sich nach der Frage an: 'Warum spielen wir Fußball?' ".

Der in Antwerpen geborene Lukaku gab auch auf dem Platz seine Antwort, erzielte mit einem Strafstoß in der 72. Minute den 2:1 Siegtreffer für Mailand. Inter holte den 81-maligen belgischen Nationalspieler (48 Tore) in diesem Sommer für 65 Millionen Euro von Manchester United.

Rassistische Anfeindungen gab es zuletzt auch in der englischen Premier League. Lukakus Ex-Kollegen, der Franzose Paul Pogba (26) sowie der englische Nationalspieler Marcus Rashford (21), wurden ebenfalls erst kürzlich Opfer von diskriminierenden Schmährufen.

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