Nach Rassismus-Skandal: Kunden zerlegen komplette H&M-Filialen

Mit dieser Anzeige im Online-Shop sorgte H&M für einen gewaltigen Rassismus-Shitstorm.
Mit dieser Anzeige im Online-Shop sorgte H&M für einen gewaltigen Rassismus-Shitstorm.  © DPA

Johannesburg - Dass das Image der schwedischen Shopping-Kette H&M nach dem gewaltigen Rassismus-Shitstorm (TAG24 berichtete) ordentlich gelitten hat, dürfte jedem klar sein. Was für Auswirkungen die Vorwürfe aber noch haben würden, damit hat das Unternehmen nicht gerechnet.

Am Samstag fanden im südafrikanischen Johannesburg vier Proteste in verschiedenen Einkaufszentren statt. Und die eskalierten gewaltig! Wie die Polizei auf Twitter mitteilte, mussten die Beamten mit Gummigeschossen gegen die Demonstranten vorgehen.

Auf Twitter finden sich Fotos von komplett zerlegten H&M-Filialen. Klamotten liegen wüst auf dem Boden verteilt, Tische zerstört, Regale und Schaufensterpuppen umgeschmissen.

Floyd Shivambu, ein Sprecher der "Kämpfer für witschaftliche Freiheit"-Partei, sprach sich laut der Sun öffentlich für die Vandalen aus: "Jetzt sehen sie endlich die Konsequenzen ihres Rassismus."

Grund für die schweren Vorwürfe war ein kleiner dunkelhäutiger Junge, der im H&M-Onlineshop einen Pullover mit der Aufschrift "Coolest Monkey in the Jungle" bewarb.

Sofort entstand ein weltweiter Shitstorm in den sozialen Medien, wo sich die Abbildung natürlich wie ein Lauffeuer verbreitete. H&M reagierte mit einer Entschuldigung und nahm sofort die komplette Produktreihe aus dem Verkauf.

Der Image-Schaden aber bleibt enorm. Die Aktie des Modeunternehmens fiel innerhalb eines Tages um bis zu 2,6 Prozent.

Was das für die Zukunft des Milliarden-Imperiums bedeutet, ist bislang noch unklar. H&M hat weltweit 4500 Shops in 62 Ländern. Der erste Store in Afrika wurde erst vor zwei Jahren eröffnet.

Update, 19.00 Uhr:

Bei den Demonstrationen seien keine Kunden oder Mitarbeiter verletzt worden, teilte H&M mit. Die Sicherheit der Mitarbeiter und Kunden gehe aber vor, daher seien die Läden vorübergehend geschlossen worden. Sobald es wieder sicher sei, würden sie geöffnet werden.


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