Rassismus-Vorfall in Sachsen: Herthas B-Jugend bricht Spiel ab

Auerbach/Berlin - Rassismus-Skandal in der B-Jugend! Die U16-Mannschaft von Hertha BSC hat am Samstagnachmittag beim Schlusslicht der Regionalliga Nordost, dem VfB Auerbach, das Spielfeld auf dem Diensterwegsportplatz wegen rassistischer Beleidigungen verlassen.

Herthas B-Jugend hat das Spielfeld in Auerbach nach rassistischen Beleidigungen verlassen und so einen Spielabbruch verursacht.
Herthas B-Jugend hat das Spielfeld in Auerbach nach rassistischen Beleidigungen verlassen und so einen Spielabbruch verursacht.  © Twitter/sofianchahed

Mehrere BSC-Spieler seien betroffen gewesen, teilte der Verein in einer am Abend veröffentlichten Stellungnahme mit.

Beim Stand von 2:0 für den Tabellenführer aus der Hauptstadt habe man sich entschlossen, die Partie nicht fortzusetzen, "denn wir als Hertha BSC verurteilen Rassismus und Diskriminierung in jeglicher Form."

Schiedsrichter Martin Wadewitz (35) aus Leipzig brach die Begegnung nach Hinweisen der Berliner vor 25 Zuschauern ab.

"Es gibt Situationen, in den auch für uns der Fußball zweitrangig wird. Wir haben eine Verantwortung uns, unseren Spielern und auch der Gesellschaft gegenüber. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst und deshalb war es die einzig richtige Entscheidung, dieses Spiel nicht fortzuführen", sagte Paul Keuter, Mitglied der Hertha-Geschäftsleitung.

"Vielleicht ist diese Maßnahme ein Weckruf, dass wir alle gemeinsam - Spieler, Vereine, Verbände und Fans - endgültig diesem Problem Herr werden. In einer solchen Situation sind uns Werte und eine klare Haltung wichtiger als ein Sieg oder eine Niederlage auf dem Platz." U16-Coach und Ex-Profi Sofian Chahed (36) ergänzte: "Es darf keinerlei Spielraum für Rassismus auf und neben dem Platz geben!"

Auerbach hat sich bislang (Stand: 21.30 Uhr) nicht zu den Vorwürfen und dem Spielabbruch geäußert.

U23-Spieler Jessic Ngankam (19) hatte in der vergangenen Woche nach einem Regionalligaspiel der zweiten Mannschaft der Berliner gegen den 1. FC Lok Leipzig berichtet, durch Affenlaute aus der Leipziger Fankurve und durch das Wort "Affe" von einem Gegenspieler beleidigt worden zu sein (TAG24 berichtete). Die Partie war für mehrere Minuten unterbrochen gewesen.

Lok hatte sich von rassistischem Verhalten distanziert, Hertha verurteilte "rassistische Anfeindungen" gegen seinen Spieler "aufs Schärfste". Die Clubführung der Berliner räumte am Montag ein, dass man mit einer öffentlichen Stellungnahme zu lange gewartet habe.

UPDATE: Auerbach widerspricht Anschuldigungen

Der VfB Auerbach hat die Anschuldigungen des angeblich rassistischen Verhaltens seiner Anhänger entschieden zurückgewiesen. Was der Verein sagte, lest Ihr >>>hier.

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