Rassistische Attacke: Junger Afrikaner auf offener Straße niedergeschossen

Frankfurt am Main - Der Schuss auf einen 26 Jahre alten Mann aus Eritrea am Montag hatte allem Anschein nach einen fremdenfeindlichen Hintergrund.

Das Foto zeigt das Auto des mutmaßlichen Täters am Montag in Biebergemünd.
Das Foto zeigt das Auto des mutmaßlichen Täters am Montag in Biebergemünd.  © Moritz Pappert/OsthessenNews/dpa

Der junge Afrikaner war am gestrigen Montag gegen 13 Uhr in der Kleinstadt Wächtersbach östlich von Frankfurt am Main aus einem Auto heraus beschossen worden (TAG24 berichtete).

Dabei erlitt der Eritreer schwere Verletzungen. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet von einem Bauchschuss.

Als mutmaßlicher Schütze gilt ein 55 Jahre alter Mann. Dieser wurde am Montagnachmittag tot in seinem Wagen in Biebergemünd aufgefunden. Wie die dpa unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt meldet, starb der 55-Jährige durch einen Schuss in den Kopf, den er sich selbst zufügte.

"Wir gehen momentan ganz klar von einem fremdenfeindlichen Motiv aus", zitiert die Deutsche Presse-Agentur einen Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft.

Das Opfer sei "aufgrund seiner Hautfarbe" ausgewählt worden

Ein rechtsextremer Hintergrund des Täters könne dagegen nicht bestätigt werden.

Der junge Eritreer war vermutlich ein Zufallsopfer

Das Foto zeigt Farbmarkierungen auf der Industriestraße in Wächtersbach. Hier war der junge Afrikaner niedergeschossen worden.
Das Foto zeigt Farbmarkierungen auf der Industriestraße in Wächtersbach. Hier war der junge Afrikaner niedergeschossen worden.  © Arne Dedert/dpa

Der mutmaßliche Schütze habe wohl gezielt nach einem Opfer gesucht.

Der 26-jährige sei dann offenbar ein Zufallsopfer gewesen.

Bei dem toten 55-Jährigen, der auch Sportschütze gewesen sein soll, fand die Polizei laut dpa zwei halbautomatische Waffen. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes wurden demnach weitere Waffen sichergestellt.

Alle Waffen haben sich demnach legal im Besitz des 55-Jährigen befunden.

Die Ermittlungen zu dem Schuss auf den Eritreer in Wächtersbach dauern an. Der 26-Jährige wurde noch am Montag in einem Krankenhaus operiert.

Update, 12.45 Uhr: Laut dpa wandte sich der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ausdrücklich gegen Spekulationen, dass eine "rechtsextreme oder rechtsnationalistische Gesinnung im Raum steht".

"Wir haben nach derzeitigen Ermittlungen keine belastbaren validen Erkenntnisse, dass Kontakte in die rechtsnationale oder rechtsextreme Szene bestanden", sagte der Sprecher über den mutmaßlichen Schützen.

Allerdings stünden die Ermittlungen noch ganz am Anfang. Das Umfeld und die Vergangenheit des toten 55-Jährigen würden nach entsprechenden Kontakten durchleuchtet.

Normalerweise zieht die Redaktion es vor, nicht über mögliche Suizide zu berichten. Da sich der Vorfall aber komplett im öffentlichen Raum abgespielt hat, hat sich die Redaktion entschieden, es zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: Moritz Pappert/OsthessenNews/dpa

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