900 Hektar Boden mit PFC verseucht: So soll das Gift herausgeholt werden

Rastatt - Mit einem neuartigen Verfahren wollen Wissenschaftler versuchen, im Landkreis Rastatt die umweltschädlichen Chemikalien PFC aus Boden und Grundwasser zu bekommen.
 Eine Ackerfläche im Kreis Rastatt, die mit PFC verseucht ist. (Archiv)
Eine Ackerfläche im Kreis Rastatt, die mit PFC verseucht ist. (Archiv)  © Uli Deck/dpa

Seit einigen Wochen laufe eine Versuchsanlage in der Nähe des Baden-Airparks im Testbetrieb, sagte Projektleiterin Anja Wilken von der Firma Sensatec.

Dabei wird auf einem etwa 2,25 Quadratmeter großen Testfeld in der Nähe von Hügelsheim eine Biopolymer-Lösung aus pflanzlichen Rohstoffen auf den Boden gebracht. Diese Lösung sei in der Lage, PFC zu binden, und versickere dann im Boden bis zum Grundwasser.

Ein Förderbrunnen erfasse das verunreinigte Grundwasser vollständig und bringe es nach oben. Danach wird es gefiltert, damit von PFC befreit und kann wieder auf den Boden aufgebracht werden.

Die Anlage, die in einem Schiffscontainer untergebracht ist, läuft dabei rund um die Uhr und bringt etwa zwei Kubikmeter Wasser pro Stunde nach oben. Im Januar werden die Gerätschaften Wilkens Worten zufolge wieder abgebaut und die Ergebnisse ausgewertet. "Unser Ziel ist es natürlich, den belasteten Boden vollständig von PFC zu befreien", sagte Wilken. Ergebnisse im Labor seien sehr vielversprechend gewesen.

Hintergrund des Pilotversuchs ist die Belastung mit PFC auf fast 900 Hektar Fläche im Raum Rastatt und Baden-Baden. Auch Flächen im Norden Mannheims gehören dazu. Möglicherweise sind Papierschlämme im Kompost, der auf die Felder gebracht wurde, dafür verantwortlich.

PFC steht für per- und polyfluorierte Chemikalien. Sie gelten als giftig und sind in der Umwelt nur sehr schwer abbaubar.

Die Böden sollen nun gereinigt werden. (Symbolbild)
Die Böden sollen nun gereinigt werden. (Symbolbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Titelfoto: Uli Deck/dpa

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