Oma und Enkel (7 Monate) tot gerast: Fahrer war betrunken und high

Rastatt/Gaggenau - Der Unfall hinterließ Fassungslosigkeit: Ein Baby und seine Oma werden auf einem Gehweg in Gaggenau (Kreis Rastatt) während eines Spaziergangs totgefahren - und der Schuldige flieht, ohne sich um die Sterbenden zu kümmern.

Die Unfallstelle im Juli 2018.
Die Unfallstelle im Juli 2018.  © DPA

Von Montag (29. April) an steht deswegen ein 48 Jahre alter Mann vor dem Amtsgericht Rastatt.

Ihm wird vorgeworfen, die Frau und den im Kinderwagen liegenden sieben Monate alten Jungen im Juli vergangenen Jahres mit seinem Wagen erfasst zu haben.

Betrunken und bekifft sei er von der Straße abgekommen und auf den Gehweg geraten, wo er laut Staatsanwaltschaft die beiden überfuhr. Die 54 Jahre alte Frau starb unmittelbar nach dem Unfall, der Junge wenig später im Krankenhaus.

Angeklagt ist der 48-Jährige wegen fahrlässiger Tötung, Fahrerflucht sowie auch wegen Drogenbesitzes. Laut Anklage soll er auf dem Heimweg von einer Gaststätte gewesen sein, als das Unglück geschah.

Zuvor soll er reichlich getrunken und Cannabis geraucht haben. Nach dem fatalen Zusammenprall flüchtete er mit dem schwer beschädigten und später sichergestellten Auto nach Hause, stellte den Wagen ab und ging zu einem Bekannten.

Das Nummernschild blieb am Unfallort zurück und brachte die Polizei auf die Spur des Mannes. Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten die Beamten seine Wohnung und fanden dort auch eine Marihuana-Indoorplantage. Beide Verfahren - das wegen fahrlässiger Tötung sowie das wegen unerlaubten Drogenbesitzes - werden gemeinsam verhandelt.

Der Mann schweigt bisher. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin sind für die insgesamt drei Prozesstage 25 Zeugen sowie zwei Sachverständige geladen. Gleich am ersten Tag sollen zehn Zeugen gehört werden.

Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben sechs Gutachten in Auftrag gegeben, darunter auch eines, das den Unfall rekonstruieren soll. Denn Augenzeugen der verhängnisvollen Fahrt gibt es nicht. Das Urteil wird am 17. Mai erwartet.

Blumen und Kerzen wurden für die Unfallopfer aufgestellt.
Blumen und Kerzen wurden für die Unfallopfer aufgestellt.

Titelfoto: DPA

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