Kölner Rat gedenkt getöteter Stadträtin

Köln / Rio de Janeiro - Schweigen im Kölner Rat: Für eine Minute gedachten die Ratsmitglieder in der Sitzung am Dienstag der in Rio de Janeiro erschossenen Politikerin Marielle Franco.

Marielle Franco (38) wurde Opfer eines Attentats.
Marielle Franco (38) wurde Opfer eines Attentats.  © DPA

Marielle Franco (38) war Stadträtin in Rio de Janeiro, Kölns Partnerstadt in Brasilien. Die junge Frau mit den lockigen Haaren gehörte der linken Partei PSOL an.

Die Brasilianerin wurde am 14. März Opfer eines Mordanschlags. Sie wurde durch Schüsse getötet. Bei dem Attentat wurde auch ihr Fahrer getötet. Ermittler gehen von einem politischen Anschlag aus.

Eine mögliche Ursache für das tödliche Attentat: Wenige Tage vor ihrem Tod veröffentlichte sie einen Text, in dem sie die Militärpolizei für drei Morde an Jugendlichen in Favelas von Rio de Janeiro beschuldigte. Sie war Leiterin der Menschenrechtskommission, die seit Februar das Militär in Rio überwachen sollte.

Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, schickte ihrem Kollegen in Rio de Janeiro einen Kondolenzbrief. "Ich war zutiefst schockiert über die Nachricht des Anschlags auf Stadträtin Marielle Franco und ihren Fahrer. Ich spreche Ihnen unser tief empfundenes Beileid aus", schrieb sie in den Brief.

Und weiter: "Der Rat der Stadt Köln verurteilt diesen brutalen und feigen Anschlag auf eine Frau, die für ihre Stadt gegen Diskriminierung und für Menschenrechte kämpfte. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Angehörigen, Freunden und Kollegen von Frau Franco, ihres Fahrers sowie bei allen Bürgerinnen und Bürgern von Rio de Janeiro."

In Gedenken an die beiden Opfer des Anschlags legte der Rat der Stadt Köln deshalb die Schweigeminute zu Beginn der Sitzung ein.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker gedachte der getöteten brasilianischen Stadträtin. (Archivbild)
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker gedachte der getöteten brasilianischen Stadträtin. (Archivbild)  © DPA

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