Dresden will Dynamo-Stadion zurückkaufen!

Wird das Dynamo-Stadion bald wieder städtisch? Die linke Ratsmehrheit diskutiert jetzt darüber.
Wird das Dynamo-Stadion bald wieder städtisch? Die linke Ratsmehrheit diskutiert jetzt darüber.

Von Dirk Hein

Dresden - Seit dem Neubau des einstigen Rudolf-Harbig-Stadions spielt Dynamo Dresden in einem Stadion, das weder der Sportgemeinschaft noch der Stadt gehört. Stattdessen gehen jährlich Millionenbeträge an eine Projektgesellschaft. Das soll so schnell wie möglich anders werden: Rot-Rot-Grün plant den Rückkauf des Stadions!

Eigentlich sollte die neue Kooperationsvereinbarung zwischen Linken, Grünen, SPD und Piraten längst öffentlich sein. Doch noch wird hinter verschlossenen Türen verhandelt. Jetzt ist klar: Ein echter Paukenschlag wird in der Vereinbarung verankert sein.

„Wir haben in die laufenden Kooperationsgespräche die Rekommunalisierung des Dynamo-Stadions eingebracht“, so SPD-Stadtrat Thomas Blümel (50).

SPD-Stadtrat Thomas Blümel (50): „Es muss unser Ziel sein, das Stadion zurück zur Stadt zu holen.“
SPD-Stadtrat Thomas Blümel (50): „Es muss unser Ziel sein, das Stadion zurück zur Stadt zu holen.“

Dass sowohl Verein als auch Stadt mit der aktuellen Lösung unzufrieden sind, ist schon länger klar, auch das an Rückkaufkonzepten gearbeitet wird. Erstmals steht aber eine Mehrheit im Rat fest dahinter und ein konkretes Konzept soll erarbeitet werden.

Damit das Stadion wieder städtisch werden könnte, müsste die Stadt die Raten für den 42 Millionen Euro teuren Bau übernehmen und die Projektgesellschaft aufkaufen. „Darüber gab es bereits Diskussionen. Ein einstelliger Millionenbetrag steht im Raum“, so Blümel.

Die Hoffnung der Rückkauf-Befürworter: Die Stadt kann das Stadion wesentlich schlanker und transparenter betreiben als die aktuelle Gesellschaft. „Hausmeisterdienst könnte das Sportamt übernehmen, den Strom können wir direkt von der Drewag und nicht über teuere Umwege einkaufen. Das Geld bliebe auf jeden Fall in der Stadt“, so Blümel.

Gespart werden könnten geschätzte 500.000 Euro pro Jahr. Laut Blümel wird derzeit beispielsweise die Leipziger
Arena günstiger betrieben als das Stadion Dresden

„Der Vorschlag sollte sehr ernsthaft geprüft werden. Vermutlich wird es für den Verein und die Stadt weniger kosten, wenn die private Projektgesellschaft wegfällt“, bestätigt Linke-Stadtrat Tilo Kießling (45).

Sinnvoller Plan

Ein Kommentar von Dirk Hein

Das Dynamo-Stadion muss wieder städtisch sein - was auf dem ersten Blick nach reinem Populismus und linker Wunsch-Wirklichkeit klingt, hat bei genauem Hinsehen Hand und Fuß.

Natürlich kann es sinnvoll sein, dass sich das Rathaus mit einem in Regelfall zumindest schwerfälligen Verwaltungsapparat nicht um jede Kleinigkeit selbst kümmert. Oft genug sind private Anbieter schneller, kreativer und günstiger.

Beim Dynamo-Stadion scheint das Gegenteil der Fall. Die Projektgesellschaft lässt sich beim Betrieb des Stadion so wenig wie möglich in die Karten schauen. Von daher hält sich hartnäckig der Vorwurf, dass alles andere als effektiv gearbeitet wird.

Und in der Tat hat es Sinn, dass städtische Hausmeister auch für das Stadion-Dresden zuständig sind, dass keine Parallelstrukturen für Buchhaltung, Geschäftsführung und Personalverwaltung aufgebaut werden.

Wenn Dresden damit mittelfristig sogar noch Geld spart, sollte das Stadion so schnell wie möglich zurück in die kommunale Hand. Der Vorschlag entspricht zudem der inneren Logik der aktuellen Ratsmehrheit. Von daher ist es auch mehr als nachvollziehbar, dass Linke, Grüne und SPD das Thema jetzt offensiv angehen wollen.

Am Ende entscheidet der Stadtrat, ob das Stadion wieder Eigentum der Stadt wird.
Am Ende entscheidet der Stadtrat, ob das Stadion wieder Eigentum der Stadt wird.

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