Nach grausamem Mord an Säugling: Mutter steht ab heute vor Gericht

Die Angeklagte versteckte sich vor Gericht hinter einem Aktenordner. Sie soll ihr Kind brutal erstickt haben.
Die Angeklagte versteckte sich vor Gericht hinter einem Aktenordner. Sie soll ihr Kind brutal erstickt haben.  © DPA

Mengen/Ravensburg - Wegen Mordes an ihrem Säugling muss sich ab dem heutigen Donnerstag eine 23-Jährige vor dem Landgericht Ravensburg verantworten.

Laut Anklage soll die junge Frau das Baby im Mai in der Nähe eines Bauernhofs bei Mengen (Kreis Sigmaringen) entbunden haben. Anschließend soll sie dem Säugling Papiertücher in den Mund gestopft und ihn auf freiem Gelände schutzlos zurückgelassen haben. Das Baby starb kurz darauf. Einige Tage später entdeckte ein Kind den Leichnam neben mehreren Strohballen.

Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus niedrigen Beweggründen aus. Demnach soll die junge Frau die Tat begangen haben, weil ein Baby nicht zu ihrer beruflichen, finanziellen und partnerschaftlichen Situation passte. Nach Angaben der Polizei hat die 23-Jährige bereits gestanden, das Kind am späteren Fundort zur Welt gebracht und aus Panik erstickt zu haben.

Der Prozess ist derzeit auf neun Verhandlungstage angesetzt, mit einem Urteil wird im Januar gerechnet.

Update: 12 Uhr

Zum Prozessauftakt am Donnerstag vor dem Landgericht Ravensburg räumte die Angeklagte die Tat teilweise ein. Sie habe das Kind im Mai 2017 in der Nähe eines Bauernhofs bei Mengen (Kreis Sigmaringen) heimlich zur Welt gebracht und ihm Küchenpapier in den Mund gesteckt, um ein Schreien zu verhindern. Dann habe sie es hilflos zurückgelassen. Das Baby starb kurz darauf. Einige Tage später entdeckte ein Kind den Leichnam neben mehreren Strohballen.

Titelfoto: DPA


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