Riesige Razzia: Händler holten Hunderte Autos illegal von Afrika nach Deutschland

Essen / Aachen / Bonn - Großrazzia in Nordrhein-Westfalen: Mitarbeiter des Zolls haben am Mittwoch elf tatverdächtige Autohändler kontrolliert.

Der Zoll kontrollierte elf Autohändler (Symbolbild).
Der Zoll kontrollierte elf Autohändler (Symbolbild).  © 123rf/Zoll

Über 100 Zollbeamte durchsuchten am Mittwoch 25 Wohn- und Geschäftsräume der verdächtigten Autohändler im Raum Bonn.

Der Verdacht: Gewerbsmäßige Steuerhinterziehung im großen Stil. Seit 2017 sollen die Autohändler hunderte Autos aus Libyen in die Europäische Union eingeführt haben und bis nach Nordrhein-Westfalen gebracht haben.

Das ist nicht verboten, aber: Die Autohändler sollen die fälligen Einfuhrabgaben, dazu zählen Zölle und Einfuhrumsatzsteuer, nicht bezahlt haben.

Laut Zoll sollen die Autohändler ihre Autos regelmäßig per Schiff von Tunesien nach Frankreich in die EU gebracht haben.

Die Fahrer sollen angegeben haben, die Autos mit libyschen Kennzeichen stets für Urlaubs- oder Geschäftsreisen in Europa genutzt zu haben. So blieben die Fahrzeuge zur weiteren Fahrt bei den Fahrern.

Von Frankreich brachten verschiedene Zwischenmänner die Autos in den Raum Bonn. Hier übernahmen die tatverdächtigen Autohändler die Fahrzeuge und boten sie zum Kauf an. Genau das ist allerdings verboten und die Händler hätten den Zoll und Einfuhrabgaben entrichten müssen.

Die Zöllner fanden bei der Razzia insgesamt 150.000 Euro Bargeld und umfangreiche Geschäftsunterlagen. Die weiteren Ermittlungen hat jetzt das Zollfahndungsamt Essen übernommen, hieß es.

Titelfoto: 123rf/Zoll


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