Wegen Fake-Profilen: Polizei stürmt Firmenzentrale von Lovoo

LKA-Beamte mit Rammbock stürmten das Bürogebäude von Lovoo auf der Prager Straße.
LKA-Beamte mit Rammbock stürmten das Bürogebäude von Lovoo auf der Prager Straße.

Von Anneke Müller, Sebastian Günther und Matthias Kernstock

Dresden - Mit einem Großaufgebot stürmten Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) am Mittwochmorgen gegen 9 Uhr die Firmenzentrale von Lovoo in Dresden.

Seit Monaten gab es Fake-Profilvorwürfe gegenüber der Flirt-App aus Dresden (MOPO24 berichtete). Laut einem Artikel lagen der Zeitschrift "c't" im September Unterlagen vor, die darauf hinwiesen, dass die männlichen Nutzer gezielt durch Fake-Profile (meist von weiblichen, gutaussehenden Frauen) zu kostenpflichtigen Aktionen verleitet werden sollten.

Doch die beiden Geschäftsführer Benjamin (28) und Björn Bak (32) stritten bisher alles ab.

Jetzt stürmte das LKA die Büroräume auf der Prager Straße. Mit Maschinenpistolen und Rammbock verschafften sich die Beamten Zutritt. Beamte in Zivil trugen Kartons aus den Büros. Wie MOPO24 erfuhr, ging es bei der Razzia um die Fake-Vorwürfe bei Lovoo.

Mitarbeiter wollten sich auf MOPO24-Nachfrage nicht äußern, durften während der Durchsuchung ihr Handy nicht benutzen.

Die beiden Chefs sollen von der Polizei festgenommen worden sein, sitzen in U-Haft. Insgesamt gab es drei Haftbefehle. Das Landeskriminalamt will sich im Laufe des Mittwochs ausführlich äußern.

Seit 2011 ist die Lovoo-App auf dem Markt und beschäftigt ca. 200 Mitarbeiter in Berlin und Dresden. Nach Firmenangaben gibt es über 50 Millionen Nutzer. Seit Mittwochvormittag ist auch die offizielle Webseite lovoo.com und die App nicht mehr zu erreichen.

Am Nachmittag äußerte sich die Staatsanwaltschaft zur Razzia mit neuen Details.

Polizeiautos stehen am Mittwoch vor der Lovoo-Firmenzentrale.
Polizeiautos stehen am Mittwoch vor der Lovoo-Firmenzentrale.
Mitarbeiter stehen am Mittwoch vor den Büroräumen.
Mitarbeiter stehen am Mittwoch vor den Büroräumen.
Die Geschäftsführer Benjamin und Björn Bak.
Die Geschäftsführer Benjamin und Björn Bak.
Die Polizei war mit einem Großaufgebot an der Prager Straße.
Die Polizei war mit einem Großaufgebot an der Prager Straße.
Beamte durchsuchten die Geschäftsräume auf der Prager Straße.
Beamte durchsuchten die Geschäftsräume auf der Prager Straße.

Anwalt Frank Hannig wollte sich am Mittwoch nicht zu den Vorfällen äußern

Fotos: dpa, privat, Tino Plunert, Holm Helis, Roland Halkasch


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0