Razzia gegen Menschenhändler: Polizei im Großeinsatz

Berlin - Im Zuge von Ermittlungen gegen mutmaßliche vietnamesische Schleuser hat die Bundespolizei am Dienstag mehr als 30 Objekte in sieben Bundesländern durchsucht.

Zwei Polizisten führen in Berlin-Mitte eine tatverdächtige Person ab.
Zwei Polizisten führen in Berlin-Mitte eine tatverdächtige Person ab.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Schwerpunkt der Razzien war Berlin, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Insgesamt waren rund 700 Bundespolizeibeamte in Berlin, Sachsen, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz.

Zuvor hatten der RBB und Spiegel TV berichtet.

In der Bundeshauptstadt wurden Wohnungen, Kosmetikstudios und Restaurants in Kreuzberg, Friedrichshain und Lichtenberg durchsucht. In den übrigen Bundesländern habe man zudem "Anlaufstellen" der Schleuserbande durchsucht.

Die Ermittlungen richten sich gegen 13 Beschuldigte. In Berlin wurden den Angaben zufolge fünf Haftbefehle vollstreckt.

Die dortige Staatsanwaltschaft führe das Ermittlungsverfahren seit Juni 2019, hieß es. Mindestens 155 Vietnamesen sollen von der Bande über den Landweg nach Deutschland eingeschleust worden sein.

Für die meisten der Geschleusten war Berlin laut Bundespolizei nur Zwischenstation, bevor sie danach ins europäische Ausland wie etwa Frankreich oder Großbritannien weitertransportiert wurden. Die Schleuser kassieren pro Schleusung zwischen 5000 und 20.000 US-Dollar von ihren Landsleuten, wie der Sprecher der Bundespolizei sagte.

Im Rahmen einer bundesweiten Razzia gegen einen vietnamesischen Menschenhändlerring wurden auch in Berlin verschiedene Objekte durchsucht.
Im Rahmen einer bundesweiten Razzia gegen einen vietnamesischen Menschenhändlerring wurden auch in Berlin verschiedene Objekte durchsucht.  © Annette Riedl/dpa

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