6:0! RB Leipzig ballert Bayern auf Platz 6 der Bundesliga-Tabelle

Leipzig - RB Leipzig hat an seine starke Form der letzten eineinhalb Wochen angeknüpft und den 1. FC Nürnberg mit einer 6:0 (4:0)-Packung aus dem Stadion gefegt. Gegen den Aufsteiger waren beim höchsten Bundesligasieg der Vereinsgeschichte Kevin Kampl, Yussuf Poulsen, Timo Werner und Marcel Sabitzer erfolgreich.

Da hält sich Nürnbergs Eduard Löwen (r.) zurecht die Hand vors Gesicht. Der FCN zeigte beim 0:6 in Leipzig eine unterirdische Leistung.
Da hält sich Nürnbergs Eduard Löwen (r.) zurecht die Hand vors Gesicht. Der FCN zeigte beim 0:6 in Leipzig eine unterirdische Leistung.  © Picture Point/K. Dölitzsch

Vor dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Klubs seit über zweieinhalb Jahren stand fest: Gewinnen die Leipziger, ziehen sie am FC Bayern vorbei. Die Motivation dürfte bei den Bullen also besonders hoch gewesen sein.

Auswärts gab es für die Nürnberger in dieser Saison erst einen Punkt (1:1 in Bremen). Die beiden anderen Spiele verlor das Team von Trainer Michael Köllner - unter anderem auch 0:7 in Dortmund.

Schon nach sieben Minuten stand es vor 37.389 Zuschauern nach Treffern von Kevin Kampl (3.) und Yussuf Poulsen (7.) schnell 2:0 für RB. Marcel Sabitzer (21.) und Timo Werner (32.) stellten noch vor der Pause auf 4:0.

Nach der Halbzeit trugen sich noch mal Sabitzer (55.) und Werner (59.) in die Torschützenliste ein. Der deutsche Nationalstürmer vergab sogar noch einen Elfmeter (63.). Vor dem Strafstoß sah Nürnbergs Tim Leibold wegen Notbremse Rot. In Überzahl fiel dann kein weiterer Treffer.

Die Roten Bullen dürfen sich nicht nur über den höchsten Sieg seit sechs Jahren (damals 8:2 gegen Wilhelmshaven in der Regionalliga), sondern auch über Platz 2 vor der Länderspielpause freuen. Damit lassen sie auch den FC Bayern hinter sich, die mit einem Punkt Rückstand nur noch Sechster sind.

Wieder sieben Wechsel bei RB - Leipzig flott, Nürnberg schläfrig

Aus kürzester Distanz kann Yussuf Poulsen (#9) den Ball an Ex-RB-Keeper Fabian Bredlow zum 2:0 ins Tor stochern.
Aus kürzester Distanz kann Yussuf Poulsen (#9) den Ball an Ex-RB-Keeper Fabian Bredlow zum 2:0 ins Tor stochern.  © Picture Point/R. Petzsche

RB-Trainer Ralf Rangnick rotierte nach dem 3:1-Sieg in der Europa League in Trondheim auf sieben Positionen. So kam unter anderem Kevin Kampl in seinem 100. Bundesligaspiel zum (Startelf-)Einsatz.

Die Hausherren gingen direkt mal schnell in Führung: Jubilar Kampl leitete einen Angriff selbst ein, spielte links raus zu Werner, der den Ball scharf in den Sechzehner brachte, dort legte Leibold unfreiwillig für Kampl auf, der sein erstes Ligator in dieser Saison erzielte - 1:0 (3.).

Und es ging gleich so weiter: Wieder bereitete Werner über links vor, fand Poulsen in der Mitte und der stocherte den Ball aus kurzer Distanz am Ex-Bullen Fabian Bredlow vorbei zum 2:0 in den Kasten (7.).

Eine gute Viertelstunde später schlug es wieder ein: Kampl schickte Sabitzer im Strafraum auf die Reise, der Österreicher traf ins Torwarteck - da sah Bredlow erneut nicht gut aus - 3:0 (21.).

Die Nürnberger Abwehr blieb löchrig, RB nutzte seine Chancen heute eiskalt: Nach Emil Forsbergs geblocktem Schuss kam der freistehende Werner an den Ball und konnte ungehindert zum 4:0 einschieben (32.). Wie vorab von Rangnick angekündigt, standen die Gäste mit elf Mann in der eigenen Hälfte. Die vier Gegentore konnten sie dennoch nicht verhindern.

Mit einem komfortablen Vorsprung und in Gedanken an Dortmunds 7:0 gegen Nürnberg ging es in die Pause.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann treffen sie noch heute...

Noch einer, der sich in seinem 100. Bundesligaspiel über ein Tor freuen durfte: Kevin Kampl (beim Sprung), der auch noch eine Vorlage lieferte.
Noch einer, der sich in seinem 100. Bundesligaspiel über ein Tor freuen durfte: Kevin Kampl (beim Sprung), der auch noch eine Vorlage lieferte.  © Picture Point/R. Petzsche

Nach der Halbzeit kamen die Franken zu ihrer ersten (!) Torchance, doch nach einer Flanke köpfte Mikael Ishak neben das Gehäuse (53.).

Auf der anderen Seite landete das Spielgerät wieder im Kasten: Marcel Halstenberg stibitzte seinem Gegenspieler den Ball vom Fuß, legte für Sabitzer auf und der traf aus gut 22 Metern zum 5:0 (55.). Auch der sah nicht unhaltbar aus.

Und auch beim halben Dutzend patzte der FCN-Keeper wieder: Eine Flanke von Poulsen wehrte Bredlow nach vorn ab, dort stand Werner einschussbereit - 6:0 (59.).

Es ging weiter heiß her. Werner sprintete mit dem Ball aus der eigenen Hälfte nach vorn, wurde im Strafraum gelegt - Elfmeter und Rot gegen Leibold. Der Nationalstürmer trat selbst an und scheiterte mit einem mittigen Schuss (63.).

Trotz der "Einer geht noch, einer geht noch rein"-Gesänge der heimischen Fans sollte es beim glasklaren 6:0 bleiben.

Jetzt ist erst mal Länderspielpause. Erst in gut zwei Wochen sind die Bullen dann beim FC Augsburg zu Gast. Anstoß am 20. Oktober ist 15.30 Uhr.

Timo Werner scheiterte in der 63. Minute mit einem mittig geschossenen Elfmeter am sonst schwachen Fabian Bredlow.
Timo Werner scheiterte in der 63. Minute mit einem mittig geschossenen Elfmeter am sonst schwachen Fabian Bredlow.  © Picture Point/R. Petzsche

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