Irres Torfestival! Mainz beweist gegen RB Leipzig große Moral

Leipzig - Was für ein Fußballfest! Der 1. FSV Mainz 05 hat RasenBallsport Leipzig trotz zweifachem Zwei-Tore-Rückstand noch ein 3:3 (1:2)-Unentschieden abgetrotzt.

Erfreuter Jubel der Teamkollegen: Lukas Klostermann (r., verdeckt) traf doppelt für RB Leipzig.
Erfreuter Jubel der Teamkollegen: Lukas Klostermann (r., verdeckt) traf doppelt für RB Leipzig.

Die Tore in der OPEL ARENA erzielten Lukas Klostermann zum 1:0 (20. Minute) und 2:0 (31.) für RB, bevor Karim Onisiwo zum 1:2-Anschlusstreffer für Mainz traf (43.). Im zweiten Durchgang erhöhte Timo Werner auf 3:1 für die Bullen (49.), ehe Moussa Niakhaté für Mainz auf 2:3 verkürzte (67.) und Jean-Philippe Mateta sogar noch den 3:3-Ausgleich nachlegte (83.).

RB-Coach Ralf Rangnick tauschte seine Startelf im Vergleich zum 2:1-Heimsieg gegen den SC Freiburg auf zwei Positionen aus: Klostermann und Emil Forsberg rückten für Amadou Haidara (Bank) und den angeschlagenen Marcel Sabitzer (muskuläre Probleme) ins Team.

FSV-Trainer Sandro Schwarz änderte seine Mannschaft nach dem unglücklichen 0:1 bei Hannover 96 sogar drei Mal: Daniel Brosinski, Danny Latza und Ridle Baku kamen für den angeschlagenen Giulio Donati (muskuläre Probleme), Alexandru Maxim und Jean-Philippe Mateta (beide Bank) ins Spiel.

RB übernahm erwartungsgemäß von Beginn an die Kontrolle. Doch in der Anfangsphase kamen beide Teams noch nicht wirklich gefährlich vor das gegnerische Tor, obwohl sie schnell in der Begegnung angekommen waren.

RB eiskalt: Klostermann mit Doppelpack

RB-Doppeltorschütze Lukas Klostermann (l.) setzt sich gegen den Mainzer Danny Latza durch.
RB-Doppeltorschütze Lukas Klostermann (l.) setzt sich gegen den Mainzer Danny Latza durch.  © DPA

Als dann jedoch der Mainzer Abwehrhüne Alexander Hack tief in der gegnerischen Hälfte den Ball an Klostermann verlor, schaltete RB in höchstem Tempo um. Forsberg spielte Timo Werner frei, der auf M05-Keeper Florian Müller zusprintete, nochmal querlegte, sodass der mitgelaufene Klostermann das Leder nur noch am Torwart vorbei über die Linie schießen musste - 1:0 für die Sachsen (20.)!

Mainz spielte davon unbeeindruckt weiter munter nach vorne, brachte RB auch in Bedrängnis, hatte Chancen, kam aber (noch) nicht entscheidend durch.

Effektivität demonstrierten dafür die Gäste eindrucksvoll: Kapitän Willi Orban eroberte die Kugel, die zu Werner sprang. Der deutsche Nationalstürmer behielt die Übersicht, spielte einen überragenden Pass in die Gasse auf Klostermann, der das Leder mit einem herrlich-lässigen Lupfer an Müller vorbei im Kasten unterbrachte - 2:0 für RB (31.)!

Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus wartete noch die Rückmeldung vom Video-Referee ab, weil Orbans Einsatz gegen den Mainzer Jean-Philippe Gbamin grenzwertig war, doch da verständlicherweise kein Veto eingelegt wurde, zählte das Tor.

Mainz mit großer Moral, RB erhöht durch Werner auf 3:1

Der Mainzer Trainer Sandro Schwarz (r.) regte sich über viele Entscheidungen des Schiedsrichter-Gespanns auf.
Der Mainzer Trainer Sandro Schwarz (r.) regte sich über viele Entscheidungen des Schiedsrichter-Gespanns auf.  © DPA

Der Karnevalsverein steckte aber weiterhin nicht auf - und war mit der nächsten Situation endgültig zurück im Match!

Latza bediente mit einem hervorragenden Pass in den Lauf Onisiwo, der die Pille fast verstolperte, sich aber mit einer Drehung Platz verschaffte und mit einem wuchtigen Schuss in die kurze Ecke den 1:2-Anschlusstreffer für die Hausherren erzielte (43.).

In der letzten Szene des packenden ersten Abschnitts schoss Forsberg den am Boden liegenden Yussuf Poulsen an - sonst wäre das vermutlich das 3:1 für RB gewesen (44.)!

Obwohl sich beide Mannschaften einige Abspielfehler leisteten, war es eine interessante und intensive Begegnung, die ohne große taktische Zwänge auskam und den Zuschauern erfrischenden Offensivfußball präsentierte. Leipzigs Führung war aufgrund der starken Kombinationen und der Eiseskälte vor dem gegnerischen Kasten verdient.

Mit der ersten nennenswerten Aktion in Hälfte zwei stellte RB den alten Abstand wieder her: Poulsen legte per Brust auf Forsberg ab, der im zweiten Versuch Werner bediente, der seinen Gegenspieler mit einer schlauen Bewegung aussteigen ließ, schnörkellos abzog und zum 3:1 für die Bullen traf (49.).

Grandioser Mainzer Doppelschlag, Chancenfestival am Ende

M05-Torschütze zum 1:2, Karim Onisiwo (l.) kämpft mit Leipzigs Ibrahima Konate um den Ball.
M05-Torschütze zum 1:2, Karim Onisiwo (l.) kämpft mit Leipzigs Ibrahima Konate um den Ball.

Mainz hatte durch Brosinskis Freistoß, der haarscharf am RB-Tor vorbei strich, einen Riesen (53.), ehe Niakhaté nach einer durchrutschenden Ecke gedankenschnell abzog und für den erneuten Anschlusstreffer sorgte - nur noch 2:3 (67.)!

Nun ging es hin und her, RB suchte die Entscheidung, Mainz drängte auf den Ausgleich in dieser atemlosen, hochinteressanten Partie. Es gab haufenweise Chancen auf beiden Seiten.

Die Hausherren belohnten sich nun aber für ihre erstklassige Moral: Jean-Paul Boetius schickte den eingewechselten Sturmtank Mateta auf die Reise, der platziert abschloss - und das vielumjubelte 3:3 erzielte (83.)!

Danach machten die vom euphorisierten Publikum aufgepeitschten Gastgeber weiter Druck und hatten noch mehrere Möglichkeiten, um der Partie eine vollends irre Wendung zu geben. RB gehörte jedoch die letzte Szene: Orban grätschte in eine Flanke von Marcel Halstenberg, doch Müller parierte weltklasse und rettete Mainz damit einen verdienten Punkt in diesem elektrisierenden Duell.

Der FSV reist nun am kommenden Samstag (15.30 Uhr) zu Eintracht Frankfurt, während RB zeitgleich Zuhause den FC Bayern München zum Spitzenspiel empfängt.

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