RB Leipzig: Schicks Treffer reicht nicht, Bayern ziehen davon

Leipzig - RB Leipzigs Rückstand auf Tabellenführer Bayern München ist auf drei Punkte angewachsen. Die Sachsen mussten sich im Topspiel gegen Bayer Leverkusen am Sonntagnachmittag mit einem 1:1 (1:1)-Unentschieden begnügen. Vor 41.216 Zuschauern in der Red Bull Arena brachte Leon Bailey die Werkself in der 29. Minute in Führung, Patrik Schick (32.) gelang kurz danach der Ausgleich. Der Punkt bringt letztlich niemanden weiter.

Starkes Zeichen der RB-Fans nach den Anti-Hopp-Szenen vom Samstag.
Starkes Zeichen der RB-Fans nach den Anti-Hopp-Szenen vom Samstag.  © picture point/Sven Sonntag

Weniger das Sportliche als vielmehr das Gesellschaftliche bestimmte am Samstag das Geschehen in Sinsheim und Dortmund aufgrund der üblen Schmähplakate gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp. Auch im ersten Sonntagsspiel Union Berlin gegen den VfL Wolfsburg (2:2) drohte ein Spielabbruch wegen solcher Transparente (TAG24 berichtete).

Interessant zu sehen war im Topspiel aus Leipziger Sicht besonders, wie schwer der Ausfall des gesperrten Konrad Laimer wiegt. Die beiden Spiele ohne den Österreicher hatte RB in dieser Saison verloren.

Leverkusen trotzte den frischeren Leipzigern am Ende ihrer Englischen Woche und ging durch Leon Bailey (29.) in Führung. RB wurde erst nach dem Ausgleich von Patrik Schick (32.) sicherer.

Beide Teams geizten in Halbzeit zwei mit Chancen. Weder die spielbestimmenden Leipziger noch die auf Konter lauernde Bosz-Elf kam zu einem Tor.

RB bleibt damit Zweiter, jetzt aber mit drei Zählern Rückstand auf die Bayern. Leverkusen ist weiter Fünfter, verpasste, mit Champions-League-Platz vier gleichzuziehen.

Forsberg kommt für Laimer, Jäkels Bank-Premiere

Der Ausgleich: Patrik Schick steigt rechts hoch, Sven Bender verschätzte sich, der Tscheche konnte einköpfen.
Der Ausgleich: Patrik Schick steigt rechts hoch, Sven Bender verschätzte sich, der Tscheche konnte einköpfen.  © picture point/Sven Sonntag

RB-Coach Julian Nagelsmann hatte die undankbare Aufgabe, den gelbgesperrten Mittelfeldmann Konrad Laimer zu ersetzen, für den etwas überraschend Emil Forsberg startete. Auf der Bank nahm erstmals U19-Innenverteidiger Frederik Jäkel Platz.

Beide Teams gingen druckvoll in die Begegnung, die Bullen hatten zunächst mehr Spielanteile, ohne offensiv zur Geltung zu kommen. Leverkusen merkte man die Europa-League-Strapazen vom Donnerstag aber nicht an.

Kerem Demirbay prüfte mit einem Schlenzer früh Torhüter Péter Gulácsi, der sich lang machen musste und zur Ecke ablenkte (5.). Bei der Werkself kamen vor allem durch Kai Havertz Impulse.

Acht Minuten später lag der Ausgleich in der Luft, doch Timo Werner dribbelte zu ballverliebt in den Strafraum, bekam die Kugel von Sven Bender abgenommen. Christopher Nkunku wäre rechts ziemlich frei gewesen (13.).

Doch Leverkusen war hier besser im Spiel: Erst versuchte es Exequiel Palacios aus zentralen 18 Metern mit etwas Platz mit dem Vollspann - vorbei (21.), ehe nach Ballverlust von Marcel Halstenberg Havertz etwas nach rechts abgedrängt wurde und Gulácsi genau in die Arme schoss (23.).

Nicht unverdient ging die Werkself dann in Führung: Nadiem Amiri fing einen gegnerischen Pass ab, lief rechts übers halbe Feld nach vorn, gab weiter in den Strafraum, wo Havertz zurücklegte und Leon Bailey am Elfmeterpunkt ungedeckt nur noch den Fuß hinhalten musste - 0:1 (29.).

Aber Patrik Schick gelang nur gut zwei Minuten später der Ausgleich: Nach einer Ecke ging sein Gegenspieler Havertz nicht in den Zweikampf, Schick köpfte, Lukas Hradecky war noch mit den Fingerspitzen, konnte den Einschlag aber nicht verhindern - 1:1 (32.).

Nkunku vergibt nach 44 Sekunden

Gegen Leverkusen oftmals unglücklich: Torjäger Timo Werner.
Gegen Leverkusen oftmals unglücklich: Torjäger Timo Werner.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Gerade einmal 44 Sekunden waren gespielt, da hatten die RB-Fans schon den Torschrei auf den Lippen.

Der insgesamt eher blasse Werner setzte sich rechts an der Strafraumkante durch, passte am Sechzehner nach innen, Schick ließ durch und Nkunku zog direkt ab. Doch Hradecky konnte mit der linken Hand ganz stark zur Ecke abwehren (46.).

Eher ereignisarm ging es in der Red Bull Arena weiter. Auf die nächste gute Gelegenheit musste bis zur 63. Minute gewartet werden, als Schick wieder der Größte vor dem Tor war, jedoch zu hoch zielte.

Optisch waren die Sachsen überlegen, das spiegelten die Zahlen aber nicht wider: 7:14 Torschüsse, 331:630 Pässe, 36:64 Prozent Ballbesitz.

Niemand sollte mehr treffen. Das Unentschieden half letztlich keinem der Teams weiter.

Am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) ist RB Leipzig zu Gast beim VfL Wolfsburg. Dann geht die Jagd auf die Bayern in die nächste Runde.

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