RB Leipzig bekommt diesen Hand-Elfmeter zugesprochen: "Ooor, Leute!"

Düsseldorf - Sechster Sieg in Folge, wieder mindestens drei eigene Treffer, erneut traf Timo Werner: Die Erfolgssträhne bei RB Leipzig will aktuell nicht abreißen - zum Leidwesen ihrer Gegner. Doch beim 3:0 in Düsseldorf gab es einmal mehr einen strittigen Handelfmeter, den der Übeltäter selbst danach nicht als solchen bewertete.

Der (eventuell nur vorübergehende) Spitzenreiter ließ sich nach dem 3:0-Sieg von den Fans in Düsseldorf abfeiern.
Der (eventuell nur vorübergehende) Spitzenreiter ließ sich nach dem 3:0-Sieg von den Fans in Düsseldorf abfeiern.  © Picture Point/S. Sonntag

Schon nach 64 Sekunden musste Fortunas Keeper Zack Steffen erstmals hinter sich greifen. Patrik Schick hatte den US-Amerikaner nach willensstarker Vorarbeit von Konrad Laimer überwunden.

Doch anschließend wollte der Ball bis zum Pausenpfiff nicht mehr über die Linie - trotz erstklassiger Möglichkeiten durch Marcel Sabitzer (4.), Stefan Ilsanker (21.), erneut Schick (23.) und Dayot Upamecano (27.).

Die monierte auch Trainer Julian Nagelsmann. "In der ersten Halbzeit können wir höher als 1:0 führen", sagte er nach dem Abpfiff bei Sky. "In der zweiten Hälfte war unsere Spielkontrolle dann sehr stark." Da legten Timo Werner per Handelfmeter (58.) und der eingewechselte Nordi Mukiele (76.) nach.

Fortuna-Coach Friedhelm Funkel musste sich eingestehen: "Leipzig war in allen Belangen überlegen. Es ging darum, nicht ganz auseinander zu fallen." Gegen die Top-Mannschaften der Bundesliga habe man "aktuell keine Chance", sagte der 66-jährige Übungsleiter des Tabellen-Sechzehnten.

Ayhans berechtigter Handelfmeter. Oder doch nicht?

Lukas Klostermann (r.) schießt, Abwehrspieler Kaan Ayhan dreht sich nach links hinten weg, bekommt den Ball an den Unterarm und verursachte so einen Elfmeter.
Lukas Klostermann (r.) schießt, Abwehrspieler Kaan Ayhan dreht sich nach links hinten weg, bekommt den Ball an den Unterarm und verursachte so einen Elfmeter.  © imago images/Jan Huebner

Die Szene aus der 56. Minute sollte nach dem Spiel noch hohe Wellen schlagen.

Rückblick: Per Direktabnahme zog Lukas Klostermann aus sechs Metern ab, Mitspieler Stefan Ilsanker sprang zur Seite, Gegner Kaan Ayhan drehte sich nach links hinten weg. Doch der 25-Jährige bekam den Ball unglücklich an den rechten Unterarm. Absicht oder nicht? Das war die Frage.

Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen) joggte zur Mittellinie, sah sich die Situation in mehreren Zeitlupen auf dem Monitor an - und zeigte auf den Punkt. Timo Werner legte sich das Spielgerät zurecht und ließ Steffen mit einem satten Schuss in die linke untere Ecke keine Chance. Es war der dritte verwandelte Strafstoß im zweiten Spiel nacheinander.

"Wenn man die heutige Regelung hernimmt, kann man ihn geben. Ich kann nicht sagen, dass er total unberechtigt war", gestand Düsseldorf-Coach Funkel ein und fügte an, dass es die Chancen auf einen Punktgewinn gegen die Roten Bullen nicht erhöht hätte, wenn der Strafstoß nicht gegeben worden wäre.

Nagelsmann: "Ich hätte ihn nicht zwingend gepfiffen!"

Julian Nagelsmann (32) feierte den sechsten Ligasieg in Serie mit jeweils mindestens drei eigenen Treffern.
Julian Nagelsmann (32) feierte den sechsten Ligasieg in Serie mit jeweils mindestens drei eigenen Treffern.  © Picture Point/S. Sonntag

Während Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff von einem "mühsamen Thema" sprach, war der Übeltäter selbst beim Blick auf die Slowmotion wenig begeistert.

"Ooor, Leute. Er geht gegen meine Hand, aber sie ist noch angelegt. Der Unterarm zeigt ein bisschen nach oben, okay", versuchte sich Ayhan zu erklären. "Ich hab' da keinen Bock mehr, die Regel zu kritisieren. Das müssen wir so hinnehmen. Das werden wir wohl noch öfter in der Saison so erleben."

Für RB-Trainer Nagelsmann war es ebenfalls kein glasklarer Elfmeter, er hätte ihn "nicht zwingend gepfiffen. Aber wir haben auch ohne den Handelfmeter noch zwei Tore geschossen."

Am Ende sparten die Sachsen noch ein paar Körner vor dem Topspiel am Dienstag beim BVB. Nagelsmann: "Wir können einen sehr interessanten Punktevorsprung herausspielen." Aktuell liegt RB vier Punkte vor den Schwarz-Gelben. Am Dienstag um 22.25 Uhr könnten es sieben sein...

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