RB Leipzigs 1:4-Klatsche in Dortmund: "Nahezu perfektes Spiel gemacht"

Dortmund - Auf dem Papier sah die 1:4-Niederlage von RB Leipzig bei Borussia Dortmund natürlich sehr deutlich aus. Doch der Spielverlauf war weniger klar. Vielmehr hätten die Sachsen sogar etwas aus dem Signal-Iduna-Park mitnehmen können. Das wusste nach dem Spiel auch ihr Trainer.

Zufriedenheit sieht irgendwie anders aus: Trainer Ralf Rangnick konnte seine miese Stimmung nach der 1:4-Klatsche schlecht verbergen.
Zufriedenheit sieht irgendwie anders aus: Trainer Ralf Rangnick konnte seine miese Stimmung nach der 1:4-Klatsche schlecht verbergen.  © Picture Point/R. Petzsche

"Wir haben in der ersten halben Stunde ein nahezu perfektes Spiel gemacht. Abgesehen von den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit und den ersten zehn der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel auch bestimmt", so Ralf Rangnick am Sky-Mikrofon. Er wisse nicht, was er an der ersten Halbzeit und über weite Strecken der zweiten auszusetzen haben sollte, "außer, dass wir die Tore kassiert haben."

Die Roten Bullen durften schon nach 31 Sekunden jubeln: Jean-Kevin Augustin traf zur schnellen Führung, nachdem sich die Dortmunder Abwehr eine Reihe von Fehlern erlaubte. Das nutzte RB in Person des Franzosen eiskalt.

30 Minuten spulten die Leipziger eine souveräne Partie ab, konnten aber keinen Treffer nachlegen. Und so kam es, wie es kommen musste.

Der BVB kam durch Mahmoud Dahoud, einem Eigentor von Marcel Sabitzer nach Freistoß und einem schönen Fallrückzieher von Axel Witsel nach einer Ecke zurück und stellte das Ergebnis vor der Halbzeit auf 3:1. In der Nachspielzeit setzte Marco Reus den Schlusspunkt. Tabellenführung für die Schwarz-Gelben, Rote Laterne für die Roten Bullen.

Immer wieder die ruhenden Bälle...

Sonntags-Bankdrücker Stefan Ilsanker (l.) musste Stürmer Yussuf Poulsen trösten.
Sonntags-Bankdrücker Stefan Ilsanker (l.) musste Stürmer Yussuf Poulsen trösten.  © Picture Point/R. Petzsche

Wieder einmal wurde die Standardschwäche der Sachsen offengelegt.

Zwar gab es in Europa-League-Quali und DFB-Pokal bisher keine Gegentore nach ruhenden Bällen. Das änderte sich in Dortmund. "Wir haben leider wieder einmal bei Flanken nicht so gut verteidigt im Sechzehner und zweimal auch nach Standards. Dadurch haben wir uns um den Lohn einer richtig guten Leistung gebracht. Das hat uns heute auch mindestens einen Punkt gekostet", war sich Rangnick sicher.

Als Nachteil empfindet er die fünf mehr absolvierten Pflichtspiele und den damit verbundenen Reisestress im Vergleich zum Gegner nicht. Seine Mannschaft habe einen "extrem frischen und griffigen Eindruck gemacht", so der 60-Jährige.

Viel Zeit zur Regeneration bleibt nun nicht: Schon am Donnerstag (18.30 Uhr/DAZN live) steht das Rückspiel in den Europa-League-Play-offs gegen Sorja Luhansk an. RB muss nach dem 0:0 in der Ukraine unbedingt gewinnen, um die Gruppenphase zu erreichen. Bis dahin sind Standards sicher auch noch mal im Trainingsplan enthalten.

Bezeichnendes Bild: Nach dem 4:1 durch Marco Reus schreit sich Dayot Upamecano die Seele aus dem Leib, Keeper Peter Gulacsi sitzt bedient auf dem Rasen.
Bezeichnendes Bild: Nach dem 4:1 durch Marco Reus schreit sich Dayot Upamecano die Seele aus dem Leib, Keeper Peter Gulacsi sitzt bedient auf dem Rasen.  © DPA
Einstand nach Maß: Axel Witsel (l.) führte den BVB nach der Pokal-Rettung in Fürth auch in der Bundesliga gegen RB Leipzig zum Sieg.
Einstand nach Maß: Axel Witsel (l.) führte den BVB nach der Pokal-Rettung in Fürth auch in der Bundesliga gegen RB Leipzig zum Sieg.  © DPA

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