Gladbach-Coach Rose hat RB Leipzigs Werner durchschaut: "Tore haben ein gewisses Muster"

Leipzig/Mönchengladbach - Dreimal reiste RB Leipzig in der Bundesliga bislang nach Mönchengladbach, dreimal kehrten sie als Sieger zurück. Das erneute Duell am heutigen Freitag (20.30 Uhr/DAZN) ist ein besonderes. Mit Marco Rose (42) und Julian Nagelsmann (32) stehen nicht nur zwei neue Trainer an den Seitenlinien, Rose trifft erstmals auch in der Liga auf den Verein aus seiner Heimatstadt.

Marco Rose (42) ist neuer Trainer bei Gladbach geworden. Der gebürtige Leipziger trifft am Freitag erstmals in einem Ligaspiel auf RB.
Marco Rose (42) ist neuer Trainer bei Gladbach geworden. Der gebürtige Leipziger trifft am Freitag erstmals in einem Ligaspiel auf RB.  © Marius Becker/dpa

Für die Coaches ist es ebenfalls das erste direkte Aufeinandertreffen. Und Leipzigs Trainer baut schon einmal ein wenig Druck auf: "Ich wage zu behaupten, dass ich nicht so überrascht sein werde, wie er spielen lässt."

Sicher sein kann sich Nagelsmann zumindest schon dahingehend, dass Jonas Hofmann, Lars Stindl und Tobias Strobl verletzungsbedingt ausfallen. Ihm selbst stehen bis auf die Langzeitverletzten Tyler Adams und Hannes Wolf alle Mann zur Verfügung, wobei Dayot Upamecano und Jean-Kévin Augustin noch Trainingsrückstand haben und keine Option sind.

"Es wird am Freitag einige traurige Gesichter geben", ist sich der 32-Jährige hinsichtlich des üppig gefüllten Kaders schon sicher. Viele Spieler müssen enttäuscht werden und werden nicht einmal auf der Bank Platz nehmen dürfen.

Noch ist Leipzigs neuer Übungsleiter trotz drei Siegen aus den ersten drei Partien nicht gänzlich zufrieden mit seiner Mannschaft. "Wir haben Phasen, wo wir noch nicht bei 100 Prozent sind." Dennoch lobte er das Team, das aus den schweren Duellen mit dem VfL Osnabrück (3:2) und Eintracht Frankfurt (2:1) nur als knapper Sieger hervorging. "Die Kunst ist, Spiele zu gewinnen, in denen es nicht so gut läuft."

Gegen die ebenfalls noch ungeschlagenen Gladbacher spielt Julian Nagelsmann mit dem Gedanken, im Vergleich zum Frankfurt-Sieg einen defensiv denkenderen Mittelfeldspieler zu bringen. Gleichzeitig hätten sich seine Kicker in der bisherigen Formation auch wohlgefühlt und gut zurechtgefunden. Da lässt sich einer nicht in die Karten schauen, legt sein Pokerface auf.

Und er stellt sich auf einen aufopferungsvoll agierenden Gegner ein. "Letztes Jahr war es eine Mannschaft mit den wenigsten Zweikämpfen, diese Saison ist es die mit den meisten. Seine Bullen sollen dem mit "Bereitschaft, Charakter und Bock" entgegentreten.

Gladbach-Coach Rose: "Meine Bindung zu RB Leipzig ist nicht so groß"

In den Aktionen vor Treffern von Timo Werner (23) sei "ein gewisses Muster" erkennbar, sagt Rose. Können seine Abwehrspieler den Stürmer so stoppen?
In den Aktionen vor Treffern von Timo Werner (23) sei "ein gewisses Muster" erkennbar, sagt Rose. Können seine Abwehrspieler den Stürmer so stoppen?  © picture point/Sven Sonntag

Auf der heimischen Trainerbank nimmt zum zweiten Mal in dieser Saison Marco Rose Platz. Für den gebürtigen Leipziger ist es zwar irgendwie eine besondere Begegnung, aber er sagt auch: "Meine Bindung zu RB Leipzig ist nicht so groß."

Seine sächsische Heimat, die er 2013 in Richtung Red Bull Salzburg verlassen hatte, "liebe ich sehr." Durch sein Engagement beim österreichischen Serienmeister kenne er die grundsätzlichen Strukturen bei RB Leipzig und wisse "ungefähr, was uns fußballerisch erwartet."

Nämlich sehr viel Wucht, individuelle Qualität und Tempo mit und ohne den Ball. "Das müssen wir verteidigen!" Stück für Stück sollen seine Spieler das Spiel auf ihre Seite ziehen, vom ersten Moment an hellwach sein und die Power der Gäste aufnehmen.

Seine Hoffnung: Wer viel Power gibt, lässt auch ab und zu Lücken zu. In einer Ansprache an die Mannschaft habe er sich "gewünscht, dass wir gegen Leipzig die Handbremse lösen."

Auch auf Timo Werner, der in den ersten beiden Ligaspielen jeweils einen Treffer erzielte und seinen Vertrag bei RB letzte Woche überraschend bis 2023 verlängerte, müssen seine Jungs ein besonderes Augenmerk haben. Obwohl der 23-Jährige nicht ganz so schwer auszurechnen sei. "Die Tore, die er schießt, haben ein gewisses Muster. Wenn er den ersten Ball tief bekommen kann, wird es schwierig. Timo ist auch nur ein Mensch. Wir haben Jungs, die in der Lage sind, ihn zu verteidigen."

DAZN-Kommentator Marco Hagemann hat sich bei TAG24 zum bevorstehenden Match geäußert, das er live kommentieren wird. >>>Hier geht's zum Exklusiv-Interview.

Mehr zum Thema RB Leipzig:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0