RB Leipzigs Luxusproblem vor Ligakracher gegen Krisen-Gladbach

Leipzig/Mönchengladbach - RB Leipzig hat die Champions League fest im Blick. Mit einem weiteren Sieg am Samstag (18.30 Uhr/Sky) bei der kriselnden Borussia in Mönchengladbach hätten die Sachsen das Ticket für die Gruppenphase der Königsklasse theoretisch schon sicher. Doch Trainer Ralf Rangnick hat vor dem direkten Duell um Europa ein "Problem".

Erzielte in der Hinrunde beim 2:0-Erfolg beide Treffer: Timo Werner, der RB Leipzig nach der Saison voraussichtlich zum FC Bayern verlassen wird.
Erzielte in der Hinrunde beim 2:0-Erfolg beide Treffer: Timo Werner, der RB Leipzig nach der Saison voraussichtlich zum FC Bayern verlassen wird.  © Picture Point

Die letzten fünf Pflichtspiele allesamt gewonnen, sieben nacheinander auswärts siegreich gestaltet und seit 13 Partien inklusive des Pokals ungeschlagen. Es läuft derzeit richtig rund bei den Roten Bullen. Das selbst gesteckte und mehrfach betonte Ziel Champions-League-Qualifikation soll schnellstmöglich erreicht werden. Gewinnen sie in Gladbach, wäre ihnen das vier Spieltage vor Saisonende nur noch rechnerisch zu nehmen.

Auf der Gegenseite sind Fohlen, die nach einer grandiosen Hinrunde mittlerweile unfreiwillig aus dem Galopp- in den Trabmodus umgestellt haben. Nur zwei Dreier aus den letzten neun Ligaspielen, den letzten Heimsieg gab es vor elf Wochen gegen Augsburg. Mit einem Punkt Rückstand auf Eintracht Frankfurt muss der Tabellenfünfte schleunigst wieder in Fahrt kommen, um selbst noch in die Königsklasse zu springen.

Personell hat RB-Trainer Ralf Rangnick die Qual der Wahl: Yussuf Poulsen steht nach überstandener Angina wieder im Kader. Unklar ist, ob er neben Timo Werner direkt beginnt oder als Joker fungiert. Jean-Kévin Augustin hat das Abschlusstraining am Freitag mitgemacht, wird aber wenn überhaupt nur auf der Reservebank sitzen.

Und auch in der Abwehr entspannt sich die Lage: Kapitän Willi Orban ist nach Gelbsperre zurück und gesetzt, für ihn muss voraussichtlich Nordi Mukiele auf der Bank Platz nehmen. Allerdings hat sich Rangnick noch nicht festgelegt, ob er mit drei oder vier Verteidigern spielt.

Einzig Tyler Adams (Adduktorenbeschwerden) fällt weiterhin aus, auch im Pokal-Halbfinale am Dienstag in Hamburg wird der 20-Jährige fehlen. Leihgabe Emile Smith Rowe ist voll einsatzfähig, aber eher als Joker angedacht. Er sei eine Alternative, "auf die wir jederzeit zurückgreifen können." Als "Luxusproblem" beschreibt Ralf Rangnick die aktuelle Kadersituation. "Wir haben viele Spieler, die top drauf sind."

Rangnick redet schwächelnde Fohlen stark

Innenverteidiger Ibrahima Konaté: Muss er um seinen Startelf-Platz gegen Gladbach bangen?
Innenverteidiger Ibrahima Konaté: Muss er um seinen Startelf-Platz gegen Gladbach bangen?  © Picture Point

"Sie haben sich die Ergebnisse in der Rückrunde sicherlich ein bisschen anders vorgestellt, nach der herausragenden Hinrunde", sagte der 60-Jährige über die aktuelle Verfassung der Mannschaft des scheidenden Trainers Dieter Hecking.

Gladbach sei eine Mannschaft, "die enorme individuelle Qualität hat, speziell im Offensivbereich." Das Duell sei wichtig für beide Klubs. "Wir können mit einem Sieg im Prinzip alles klar machen. Gladbach muss gewinnen, wenn sie noch in die Champions League wollen."

Besonders schwer wiegt bei der Borussia der erneute Ausfall von Kapitän Lars Stindl, der sich beim 1:0 in Hannover am vergangenen Wochenende einen Schienbeinbruch zugezogen hatte. "Das ist ein wichtiger Spieler für Mönchengladbach", sagte Rangnick, der aber weiß: "Sie haben trotzdem nach wie vor enorme Qualität, gerade im Sturm und offensiven Mittelfeld. Sie sind mit oder ohne Lars Stindl hervorragend bestückt - das wissen wir auch."

Top-Statistik - Sonderlob für Keeper Gulácsi

In bislang zwei Auswärtsspielen im Borussia-Park landete RB Leipzig zwei (knappe) Siege. Hinzu kommt der Heimerfolg in der Hinrunde (2:0, TAG24 berichtete) plus zwei Unentschieden in der Red Bull Arena. Gegen eines der besten Teams der Liga kann sich das sehen lassen.

In der Pressekonferenz hatte Leipzigs Coach seinen Torhüter Péter Gulácsi - mit 15 Ligaspielen ohne Gegentor erfolgreichster Keeper - übrigens besonders hervorgehoben. "Pete ist ein absoluter Führungsspieler in der Mannschaft, hat sich auch in diesem Jahr noch einmal enorm entwickelt. Es ist auch kein Zufall, dass wir schon 15 Mal zu null gespielt haben. Die paar wenigen Schüsse, die auf sein Tor kommen, hält er herausragend. Für mich zählt er zu den absoluten Toptorhütern in der Bundesliga", sagte der 60-Jährige. Aufgrund seiner Persönlichkeit sei der ungarische Nationaltorhüter zudem "ein Gewinn für jede Mannschaft."

Gladbach und RB treffen am Samstag ab 18.30 Uhr aufeinander. Sky überträgt die Partie live.

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