Irre Aufholjagd! RB Leipzig holt nach 0:2-Rückstand gegen Gladbach noch einen Punkt

Leipzig - Das Titelrennen in der Fußball-Bundesliga bleibt weiter hochspannend. RB Leipzig hat sich im Topspiel gegen Verfolger Borussia Mönchengladbach nach 0:2-Halbzeitrückstand noch ein 2:2 erkämpft, den Spitzenplatz dennoch an den FC Bayern München abgegeben. Patrik Schick (50.) und Christopher Nkunku (89.) erzielten am Samstagabend die wichtigen Tore vor 42.146 Zuschauern in der ausverkauften Red Bull Arena, nachdem Alassane Plea (24.) und Jonas Hofmann (35.) die Gäste in Führung brachten.

Traf fünf Minuten nach seiner Einwechslung zum 1:2-Anschlusstreffer: Patrik Schick.
Traf fünf Minuten nach seiner Einwechslung zum 1:2-Anschlusstreffer: Patrik Schick.  © DPA/Robert Michael

Die Sachsen waren vor dem Anpfiff angesichts der Siege der Verfolger extrem unter Druck. Die Bayern überholten RB durch ein 3:1 in Mainz, Dortmund (5:0 gegen Union Berlin) rückte bis auf einen Zähler heran.

Auf der anderen Seite durfte der Herbstmeister zurecht mit einer breiten Brust gegen das Team des gebürtigen Leipzigers Marco Rose gehen, verloren sie doch keines der bisherigen sieben Begegnungen (5 Siege, 2 Unentschieden).

Doch die erste Halbzeit zeigte deutlich, dass auf Statistiken nicht viel zu geben ist. Die Gäste gingen durch Alassane Plea (24.) und Jonas Hofmann (35.) durchaus verdient mit einem 2:0-Halbzeitvorsprung in die Kabine. RB war sehr fehleranfällig, brachte keinen selbst herausgespielten Angriff zustande und schafften es generell kaum in den gegnerischen Strafraum.

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Joker Patrik Schick traf kurz nach seiner Einwechslung kurios zum 1:2-Anschluss (50.). Es war der Auftakt einer komplett verkehrten Welt, in der Christopher Nkunku kurz vor dem Ende in Überzahl den Punkt sicherte.

Im direkten Duell konnten die Bullen den Vorsprung auf die Fohlen auf zwei Punkte halten, mussten die Tabellenführung dennoch an den einen Zähler besseren FCB abgeben.

Olmo auf der Bank, Angelino noch nicht - RB schlampt sich zu 0:2-Rückstand

Alassane Plea (r.) traf in der 24. Minute zur 1:0-Gästeführung. Nordi Mukiele, Dayot Upamecano, Marcel Sabitzer und Lukas Klostermann können nur hinterherschauen, Péter Gulácsi nicht abwehren.
Alassane Plea (r.) traf in der 24. Minute zur 1:0-Gästeführung. Nordi Mukiele, Dayot Upamecano, Marcel Sabitzer und Lukas Klostermann können nur hinterherschauen, Péter Gulácsi nicht abwehren.  © picture point/Sven Sonntag

Nach dem 0:2 bei Eintracht Frankfurt am vergangenen Samstag brachte Nagelsmann mit Lukas Klostermann und Emil Forsberg für Haidara und Schick zwei Neue rein. Dani Olmo saß zunächst auf der Bank, Angelino gehörte noch nicht zum Kader.

Während es RB anfangs immer wieder über Konter und vor allem lange Bälle versuchte, bauten die gut postierten Gladbacher ihr Spiel deutlich ruhiger und sicherer auf.

Die besseren Chancen in der Anfangsphase hatten die Gäste: Zuerst prüfte Alassane Plea Keeper Péter Gulácsi mit einem Flachschuss in der 6. Minute, den dieser seitlich abwehrte und dann auch gegen Oscar Wendts Nachschuss Sieger blieb.

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Im Gegenzug versuchte sich Timo Werner als Vorlagengeber, doch seine scharfe Hereingabe von rechts konnte Christopher Nkunku im Zentrum nicht erreichen (8.). Wenige Minuten später ließ BMG-Torhüter Yann Sommer nach einem Freistoß im Gewusel einen Schuss von Lukas Klostermann abprallen - die bis dahin einzige RB-Gelegenheit (12.).

Die Gäste wurden danach immer gefährlicher. Nach Jonas Hofmanns vergebener Großchance (13.) gingen die Fohlen nicht ganz unverdient in Führung: Dayot Upamecano verlor auf dem rechten Flügel den Zweikampf gegen Marcus Thuram, der an Hofmann an der Strafraumgrenze weitergab, der wiederum direkt weiter auf Wendt in der Box, der Schwede zurück auf Plea, der per Direktabnahme aus 15 Metern abzog und traf - 0:1 (24.).

Und es kam noch schlimmer: Erst blockte Upamecano als letzter Mann ganz stark gegen Plea, ehe Klostermanns Befreiungsschlag aus dem eigenen Sechzehner bei Florian Neuhaus landete, der direkt auf Hofmann passte und der Ex-Dortmunder traf unbedrängt zum 2:0 für Gladbach (35.). Gulácsi hatte keine Abwehrchance.

Joker Schick trifft sofort - Nkunku sehenswert zum Ausgleich

1:0-Torschütze Plea sah nach einem Foulspiel erst Gelb, wegen Meckerns im Nachgang sogar Gelb-Rot.
1:0-Torschütze Plea sah nach einem Foulspiel erst Gelb, wegen Meckerns im Nachgang sogar Gelb-Rot.  © DPA/Robert Michael

Nagelsmann reagierte auf die schwache erste Halbzeit und brachte zum zweiten Durchgang mit Patrik Schick und Yussuf Poulsen für Emil Forsberg und Mukiele zwei neue Kräfte.

Und der Tscheche knipste sofort (mit viel Glück). Eine lange Flanke fischte Yann Sommer eigentlich sicher herunter, fiel dabei aber über Mitspieler Denis Zakaria, ließ den gefangenen Ball wieder fallen, der Schick vor die Füße fiel. Und der musste nur noch einschieben - 2:1 (50.).

RB war plötzlich wie ausgewechselt - wieder nach einer schwachen ersten Halbzeit. Nachdem Werner nach einer Einzelaktion erst zu hoch zielte (55.), bildete sich eine Spielertraube, es wurde hitzig. Vorangegangen war ein nichtgeahndetes Foulspiel an Pléa, der daraufhin heftig meckerte, zuerst Gelb und nachdem er zweimal abwinkte sogar Gelb-Rot sah (60.).

Dani Olmo wurde in der 69. Minute eingewechselt, direkt in der nächsten Szene köpfte Schick einen Freistoß knapp am Kasten vorbei (70.).

Halb Vorlage, halb Schuss: Olmo, der auf Rechtsaußen agierte, traf wenige Minuten vor dem Ende nur den Pfosten (82.).

Die Red Bull Arena bebte, denn die Sachsen kamen noch zum Ausgleich: Nkunku verwandelte einen Weitschuss perfekt ins rechte obere Eck - Ausgleich (89.)!

Am Dienstag geht es für RB schon wieder nach Frankfurt. Zehn Tage nach dem 0:2 in der Liga geht es diesmal im Achtelfinale des DFB-Pokals ums Ganze und gleich mal gegen den nun Ex-Leipziger Stefan Ilsanker. Nächsten Sonntag geht es beim FC Bayern um wichtige Punkte.

Im ersten Spiel nach seinem Wechsel von Dinamo Zagreb zu RB wurde Dani Olmo in der 69. Minute eingewechselt.
Im ersten Spiel nach seinem Wechsel von Dinamo Zagreb zu RB wurde Dani Olmo in der 69. Minute eingewechselt.  © picture point/Sven Sonntag
Christopher Nkunku (#18, l.) sicherte RB einen Punkt.
Christopher Nkunku (#18, l.) sicherte RB einen Punkt.  © picture point/Sven Sonntag

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