RB Leipzig: Darum läuft es jetzt bei den "Bullen" so gut

Leipzig - Fußball-Bundesligist RB Leipzig hat einen wahrhaftigen Super-November hinter sich. Seit sieben Pflichtspielen ist die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann (32) ungeschlagen, hinter Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach halten die Sachsen eisern die Stellung als Verfolger, während der FC Bayern und Dortmund immer wieder patzen.

Timo Werner befindet sich nach seiner Vertragsverlängerung auf einem absoluten Höhenflug, ist im Schnitt an 1,3 Toren pro Spiel direkt beteiligt.
Timo Werner befindet sich nach seiner Vertragsverlängerung auf einem absoluten Höhenflug, ist im Schnitt an 1,3 Toren pro Spiel direkt beteiligt.  © Picture Point/R. Petzsche

Nimmt man noch das 6:1 im DFB-Pokalspiel beim VfL Wolfsburg vom 30. Oktober hinzu, hat RB Leipzig in den letzten sieben Partien 29 Treffer erzielt - im Schnitt also mehr als vier pro Spiel.

Es gab den erwähnt höchsten Sieg im Pokal und den höchsten in der Liga (8:0 gegen Mainz). Hinzu kommt der erstmalige Einzug ins Achtelfinale der Champions League durch Forsbergs Last-Minute-Tore beim 2:2 gegen Benfica Lissabon (TAG24 berichtete).

Aber was macht die Roten Bullen aktuell so stark?

DIE OFFENSIVE:

36 Tore aus 13 Ligaspielen - im Schnitt also fast drei pro Partie - sind Bundesliga-Spitze. In 14 von 19 Pflichtspielen erzielten die Kicker mindestens zwei Treffer. Zwei Premieren gab es auch: Nie hat RB in der Liga (8:0 gegen Mainz) oder im Pokal (6:1 in Wolfsburg) mehr Buden in einer Begegnung geschossen. Allein im November liegt die Torausbeute bei 23:7.

Timo Werner ist in der Form seines Lebens: 26 Torbeteiligungen in 20 Pflichtspielen sind nahezu Weltklasse. Großchancen vergibt er seltener als noch in den Vorjahren, er hat sich zu einem echten Sieggaranten entwickelt. Eine Reihe weiter hinten haben auch Marcel Sabitzer, Emil Forsberg und Neuzugang Christopher Nkunku aktuell richtig Bock. Das Trio kommt zusammen auf insgesamt 20 Tore und 17 Vorlagen.

DIE DEFENSIVE:

Nach dem VfL Wolfsburg (13) hat RB Leipzig (15) zusammen mit Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach die wenigsten Gegentreffer kassiert. Auch bei verletzungsbedingten Ausfällen und Sperren herrscht meist ein konzentriertes und sicheres Zusammenspiel der Abwehrspieler. Selbst ein Lukas Klostermann, der sonst nur als Rechts- oder höchstens noch Linksverteidiger fungiert, hat schon mehrmals souverän im Zentrum gespielt.

Aufgrund komfortabler Führungen konnten auch schon Reservisten wie Leihgabe Ethan Ampadu oder der scheidende Stefan Ilsanker Spielpraxis sammeln.

Ein frischer Nagelsmann, verheißungsvolle Rückkehrer und die Fans im Rücken

RB Leipzigs Allrounder-König: Lukas Klostermann wurde von Trainer Julian Nagelsmann schon auf fünf verschiedenen Positionen eingesetzt.
RB Leipzigs Allrounder-König: Lukas Klostermann wurde von Trainer Julian Nagelsmann schon auf fünf verschiedenen Positionen eingesetzt.  © Picture Point/G. Krieg

DER TRAINER:

Im Sommer wurde Julian Nagelsmann (5 Millionen Euro Ablöse) in Leipzig installiert. RB wollte ihn schon ein Jahr vorher, doch der heute 32-Jährige hatte seiner TSG Hoffenheim das Versprechen gegeben, frühestens nach der Saison 2018/19 zu gehen. Ralf Rangnick sprang ein Jahr ein, führte die Bullen auf Platz drei und somit in die Königsklasse.

Dort wirbelt Nachfolger Nagelsmann (in einer zugegeben vergleichsweise einfachen Gruppe) gut mit, hat sich einen Spieltag vor Ende der Gruppenphase für die K.o.-Runde qualifiziert.

DIE RÜCKKEHRER:

Amadou Haidara ist schon seit dem Frühjahr nach Kreuzbandriss zurück im Team. Hannes Wolf, der mit einem Knöchelbruch nach Leipzig wechselte, saß beim 3:2 in Paderborn erstmals auf der Bank, blieb aber ohne Einsatz. Tyler Adams hat seit April Adduktorenbeschwerden, lief in dieser Saison noch gar nicht auf. Das Duo trainiert aber wieder voll mit der Mannschaft, Einsatzminuten sind nur noch eine Frage der Zeit.

DER WILLE:

In der aktuellen Spielzeit holten die Roten Bullen nach Rückständen noch neun Punkte. Führungen werden häufiger als in der Vergangenheit verteidigt oder ausgebaut.

DIE FANS:

40.655 Fans strömten seit Beginn der Saison durchschnittlich zu den Heimspielen von RB Leipzig (gesamte letzte Saison 38.380). Ausverkauft war die aktuell 42.146 Zuschauer fassende Red Bull Arena bisher in zwei von sechs Auftritten.

Heute gegen Hoffenheim

Erstmals trifft Julian Nagelsmann am heutigen Samstagnachmittag ab 15.30 Uhr (Sky) auf seinen Ex-Verein Hoffenheim, für den er zuvor neun Jahre lang tätig war. "Das ist schon ein besonderes Spiel", sagte der 32-Jährige, der seine Jungs aber wie auf jeden anderen Gegner vorbereitet hat.

Personell dürften Torhüter Péter Gulácsi (Schädelprellung), Stürmer Yussuf Poulsen und Linksverteidiger Marcel Halstenberg (beide Adduktorenbeschwerden) in den Kader zurückkehren, ein Einsatz von Innenverteidiger Dayot Upamecano ist wegen Knieproblemen jedoch fraglich.

Die Statistik gegen die TSG ist relativ ausgeglichen, in sieben Spielen siegte RB dreimal, bei zwei Unentschieden und zwei Pleiten. Im Vorjahr gewann Leipzig das Auswärtsspiel 2:1, daheim gab es ein 1:1.

Schon mit einem Remis am Samstag könnte RB Tabellenführer werden, dafür müsste Gladbach sein Heimspiel gegen den FC Bayern aber verlieren.

Hat derzeit ordentlich zu jubeln: Trainer Julian Nagelsmann (32).
Hat derzeit ordentlich zu jubeln: Trainer Julian Nagelsmann (32).  © Picture Point/S. Sonntag
Im Schnitt besuchten 40.655 Fans die bislang neun Heimspiele in Bundesliga und Champions League.
Im Schnitt besuchten 40.655 Fans die bislang neun Heimspiele in Bundesliga und Champions League.  © Picture Point/R. Petzsche

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