RB Leipzigs leidige Werner-Causa: Die Bayern sitzen am längeren Hebel

Leipzig - Seit vielen Monaten bemüht sich Fußball-Bundesligist RB Leipzig um eine Vertragsverlängerung mit Topstürmer Timo Werner. Doch der 23-Jährige, das wurde im April klar, will seinen Kontrakt nicht über 2020 ausdehnen. Geld kann mit dem 25-fachen Nationalspieler also nur noch in diesem Sommer verdient werden. Doch die Zeichen stehen auf Verbleib. Zur Missgunst der Bullen, die Werner nächstes Jahr ablösefrei ziehen lassen müssten.

Noch ein schnelles Erinnerungsfoto mit Timo Werner. Wer weiß, wie lang er noch am Cottaweg trainiert.
Noch ein schnelles Erinnerungsfoto mit Timo Werner. Wer weiß, wie lang er noch am Cottaweg trainiert.  © Picture Point

Laut transfermarkt.de liegt der Marktwert Timo Werners aktuell bei etwa 65 Millionen Euro. Bei nur noch einem Jahr Restlaufzeit wäre RB Leipzig sicher auch bereit, ihn für eine niedrige bis mittlere zweistellige Millionensumme abzugeben. Doch es findet sich kein Abnehmer. Also schon, Rekordmeister FC Bayern will ihn angeblich. Doch wohl erst 2020. Ablösefrei.

Und somit sitzt der FCB am längeren Hebel, denn er kann den Preis in diesem Sommer quasi selbst festsetzen. Einigt man sich nicht, wechselt Werner halt 2020 ohne finanzielle Gegenleistung von der Pleiße an die Isar. Ein Szenario, das RB unbedingt verhindern wollte.

Sein neuer Trainer Julian Nagelsmann jedenfalls plant fest mit dem Stürmer, der bei ihm aber keinen besonderen Stellenwert genießt. "Ich treffe sportliche Entscheidungen und bewerte die Trainingseindrücke. Wenn Timo dort besser ist als die anderen, wird er auch spielen. Und wenn es sportlich nicht so gut läuft, wird er nicht spielen. Ich werde aber keine Stammplätze verteilen, das habe ich noch nie gemacht", stellte der 31-Jährige in seiner ersten Pressekonferenz am Montag klar.

Vertragsverlängerung nicht ausgeschlossen

Sportdirektor Markus Krösche (38), ebenfalls neu am Cottaweg installiert, hat gar die Hoffnung auf einen Verbleib über 2020 hinaus noch nicht aufgegeben.

"Wir sind in Gesprächen. Timo ist ein Spieler, den wir sehr gern behalten möchten und auch möchten, dass er in Zukunft weiter für uns spielt." Einen neuen Stand in der Causa Werner gäbe es aber derzeit nicht.

Nagelsmann hat sich ambitionierte Ziele gesetzt, ist titelhungrig und will "etwas Blechernes" gewinnen. Derartige Intentionen dürften mit einem Timo Werner einfacher zu erreichen sein.

Welche Neuzugänge kommen noch?

Mögliche Kandidaten in Leipzig: Christopher Nkunku, Ademola Lookman und Emile Smith Rowe (v.l.n.r.).
Mögliche Kandidaten in Leipzig: Christopher Nkunku, Ademola Lookman und Emile Smith Rowe (v.l.n.r.).  © dpa, Picture Point

Unabhängig vom Werner-Trara haben sich Krösche und Co. auf die Lauer nach weiteren Verstärkungen gelegt. Nach den Abgängen von Bruma zu PSV Eindhoven und der schweren Knöchelverletzung von Neuzugang Hannes Wolf wird RB offensiv sicher noch mal nachlegen.

Seit Tagen im Gespräch ist eine Verpflichtung von Christopher Nkunku (21). Der französische U21-Nationalspieler kann im Mittelfeld, wie auch auf Links- und Rechtsaußen eingesetzt werden. Nkunku, der seit seinem zwölften Lebensjahr bei Rekordmeister Paris Saint-Germain kickt, hat ebenfalls nur noch Vertrag bis 2020. Das Team von Trainer Thomas Tuchel erhofft sich laut Medienberichten eine Ablöse von 15 bis 20 Millionen Euro. Der Transfer stockt aber aktuell.

Direkt für den linken Flügel, also für die Bruma-Position, könnten zwei alte Bekannte wieder interessant werden und den Druck auf Emil Forsberg erhöhen. Zum einen ist das Ademola Lookman (21), der bereits in der Rückrunde der Saison 2017/18 vom FC Everton ausgeliehen und in elf Einsätzen an neun Toren beteiligt war. Mehrmalige Anfragen wurden von den "Toffees" abgelehnt. Möglicherweise kommt noch in diesem Sommer Schwung in die Personalie. Die Ablösesumme würde um die 20 Millionen Euro betragen.

Und auch um Emile Smith Rowe, 18-jährige Leihgabe vom FC Arsenal London in der abgelaufenen Bundesliga-Rückrunde, könnten sich die Bullen wieder bemühen. Zwar kam der Flitzer nur in drei RB-Spielen zu Kurzeinsätzen, dennoch scheint man von seinen Qualitäten überzeugt zu sein. Auch sein Vertrag endet 2020, Leipzig müsste wohl um die fünf Millionen überweisen.

Alles Gelder, die machbar sind für den Champions-League-Teilnehmer. Nach TAG24-Informationen stehen in diesem Sommer um die 50 Millionen Euro für Neuverpflichtungen zur Verfügung. Rechnet man die Zu- und Abgänge gegen, sind aktuell noch 45 Millionen übrig. Genug für Nkunku, Lookman und Smith Rowe zusammen. Wobei auch die Stelle des dritten Torhüters hinter Péter Gulácsi und Yvon Mvogo noch vakant ist.

Stand am Montag nach dem Sommerurlaub wieder bei RB Leipzig auf dem Trainingsplatz: Nationalstürmer Timo Werner.
Stand am Montag nach dem Sommerurlaub wieder bei RB Leipzig auf dem Trainingsplatz: Nationalstürmer Timo Werner.  © Picture Point

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