80 Minuten Überzahl reichten nicht! Magere Nullnummer für RB Leipzig

Saporischschja - RB Leipzig ist im Hinspiel der Play-offs zur Europa League nur zu einem Unentschieden gekommen. Das Team von Trainer Ralf Rangnick spielte beim defensiv starken ukrainischen Vertreter FK Sorja Luhansk trotz 80-minütiger Überzahl 0:0. Erstmals in einem Pflichtspiel stand auch Stürmer Timo Werner auf dem Feld, der den Kasten aber auch nicht treffen konnte.

Bruma (l., hier gegen Dmytro Kohomchenovsky) war über Außen noch einer der auffälligsten RB-Akteure in der Ukraine.
Bruma (l., hier gegen Dmytro Kohomchenovsky) war über Außen noch einer der auffälligsten RB-Akteure in der Ukraine.  © Picture Point/R. Petzsche

Die Ukrainer begannen vor nur 5127 Zuschauern forsch, hatten bereits in der 1. Minute eine richtig gute Gelegenheit. Danach spielten die Sachsen ihre Favoritenrolle aus. Nach Werners Schuss (13.) sah Luhansks Lednev wegen Nachtretens gegen Saracchi glatt Rot (16.).

Sorja wurde in der Folge weit in die eigene Hälfte und an ihren Strafraum zurückgedrängt. Vorerst konnte RB jedoch kein Kapital aus der zahlenmäßigen Überlegenheit schlagen.

Die Leipziger blieben auch in den zweiten 45 Minuten am Drücker, hatten aber in der 57. Minute enormes Glück, dass Kochergin den Ball aussichtsreich über die Latte jagte.

Frischen Wind brachten die Einwechslungen von Forsberg und Poulsen - aber eben auch keine Treffer. Am Ende hatte Silas sogar noch die Gelegenheit, Luhansk zum Sieg zu schießen, doch Mvogo hielt das Remis fest. Eine Doppelchance von Forsberg in der Nachspielzeit wurde ebenfalls nicht genutzt.

Damit muss der Rangnick-Trupp nächsten Donnerstag gewinnen, um die Europa-League-Gruppenphase zu erreichen.

Werner in der Startelf - Früher Platzverweis, aber keine Tore

Sah wegen einer Tätlichkeit gegen Marcelo Saracchi schon nach einer Viertelstunde glatt Rot: Bogdan Lednev.
Sah wegen einer Tätlichkeit gegen Marcelo Saracchi schon nach einer Viertelstunde glatt Rot: Bogdan Lednev.  © Picture Point/R. Petzsche

Im Vergleich zum 3:1-Pokalsieg bei Viktoria Köln änderte Trainer Rangnick sein Team auf sechs Positionen, nach dem 1:1 in Craiova immerhin auf vier. Werner stand erstmals in einem Pflichtspiel auf dem Platz.

Schon nach 54 Sekunden mussten die Leipziger erstmals tief durchschnaufen, nachdem Ilsanker im Strafraum am Ball vorbeigesprungen und Rafael Rataos Schuss von Mvogo pariert werden konnte (1.).

Werner setzte sich in der 13. Minute erstmals in Szene: Der Stürmer prüfte nach schöner Ballstafette mit einem Aufsetzer-Schuss Torhüter Luiz Felipe.

Dann rückte Schiedsrichter Benoit Bastien in den Fokus: Nach einem Foul von Saracchi an Lednev trat Letzter gegen den RB-Linksverteidiger nach. Der Franzose zeigte Rot, Leipzig mit einem Mann mehr (16.).

Die Bullen drückten aufs Gas, Werner war heiß und hätte sein Team beinahe in Führung geschossen. Doch Luhansk klärte seinen Schuss nach 20 Minuten kurz vor der Linie. Der Gastgeber war aufs Verteidigen fokussiert und machte es den Leipzigern nicht leicht, hier das 1:0 zu erzielen. So ging es torlos in die Halbzeit.

RB trifft den Kasten nicht - Sonntag geht's zum Bundesliga-Kracher nach Dortmund

Ihm blieb ein Tor gegen Luhansk verwehrt: Nationalstürmer Timo Werner (l.).
Ihm blieb ein Tor gegen Luhansk verwehrt: Nationalstürmer Timo Werner (l.).  © DPA

Spielerisch waren die Gäste auch im zweiten Durchgang überlegen. Bruma (48.) und Werner (50.) vergaben die nächsten Möglichkeiten.

Sekunden nach seiner Einwechslung jagte Kochergin nach einem Fehler von Saracchi den Ball über Mvogos Kasten - Riesendusel für RB (57.). Im Gegenzug schoss Werner eine Direktabnahme neben das Tor.

Luhansk stemmte sich gegen eine Niederlage, stand in der Abwehr sicher und machte den Gästen das Leben schwer.

Innerhalb von zehn Minuten brachte Rangnick die Offensivkräfte Forsberg und Poulsen. Der Schwede schoss nach herrlichem Saracchi-Zuspiel hauchdünn über das Gehäuse (72.).

Dann kam auch Sorja noch mal, Silas' Versuch konnte Mvogo aber klären (86.). Forsberg hatte in der Nachspielzeit noch zwei riesige Chancen aufs 1:0, scheiterte aber an Abwehrspieler und Torhüter (90.+1, 90.+2). Der Ball wollte einfach nicht rein.

Das 0:0 ist ein denkbar ungünstiges Ergebnis - vor allem angesichts 80 Minuten Überzahl. Steht es nächsten Donnerstag (18.30 Uhr/DAZN) nach 90 Minuten 1:1 oder 2:2, wäre RB raus. Am Sonntag (18 Uhr) starten die Sachsen aber erst einmal in ihre dritte Bundesliga-Saison. Gleich am 1. Spieltag kommt es zum Hammer-Aufeinandertreffen mit Borussia Dortmund in Deutschlands größtem Stadion.


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