RB Leipzig trifft in den Play-offs auf "richtige Männer" aus Kriegsgebiet

Leipzig/Saporischschja - Bundesligist RB Leipzig rechnet in den Play-off-Partien gegen Sorja Luhansk mit einem kampfbetonten und wehrhaften Auftreten der Kicker aus der Ukraine. Die Sachsen sind gewarnt: Die Jungs aus dem Kriegsgebiet hatten sich schon in der Runde zuvor mehr durch Kampf als durch spielerische Überlegenheit durchgesetzt.

Zaghaft ging auch der letzte Gegner aus Craiova nicht immer zu Werke (hier Marcel Sabitzer gegen Marius Briceag).
Zaghaft ging auch der letzte Gegner aus Craiova nicht immer zu Werke (hier Marcel Sabitzer gegen Marius Briceag).  © Picture Point/S. Sonntag

Wenn auch nur aufgrund der Auswärtstorregel kam Luhansk in der 3. Qualirunde gegen Sporting Braga eine Runde weiter. Nach dem 1:1 daheim gab es in Portugal ein 2:2 - und das reichte.

"Wir treffen auf einen Gegner, der sehr körperbetont spielt", sagte Trainer Ralf Rangnick am Mittwoch vor dem Abflug des RB-Trosses. Das hänge auch mit der Geschichte des 1923 gegründeten Vereins aus der Ostukraine zusammen.

Sieben Spieler, die am Donnerstag voraussichtlich in der Sorja-Startelf stehen werden, wurden in der Kriegsregion Ostukraine geboren. Aufgrund der schwierigen politischen Lage kann dort seit geraumer Zeit kein Fußball mehr gespielt werden. Luhansk trägt seine Heimspiele daher seit 2014 im 400 Kilometer entfernten Saporischschja am Dnepr aus.

Gegner-Coach Yuriy Vernydub (52, spielte 1993/94 beim Chemnitzer FC) sagte vor Kurzem, dass seine Spieler "richtige Männer" seien. "Und so spielen die auch", betonte Rangnick, der von zwei Begegnungen ausgeht, bei denen es "zur Sache" geht.

Der letztjährige Tabellenvierte der Ukraine sei eine völlig neue Aufgabe, nicht vergleichbar mit Häcken, Craiova oder auch Pokalgegner Viktoria Köln. "Wir werden nicht viel Zeit haben, uns die Bälle von der einen auf die andere Seite zuzuspielen", prophezeite der 60-Jährige. Verzichten muss der Coach auf die drei wichtigen Spieler Jean-Kevin Augustin (Magen-Darm-Probleme), Marcel Sabitzer (Adduktorenprobleme) und Kevin Kampl (Muskelverletzung) (TAG24 berichtete).

Hin- und Rückspiel werden jeweils vom kostenpflichtigen Streamingportal DAZN übertragen. Das Hinspiel am heutigen Donnerstag (20.30 Uhr) läuft zusätzlich auch freiempfänglich im MDR-Fernsehen. Nächste Woche Donnerstag (18.30 Uhr) findet dann das Rückspiel in der Red Bull Arena statt.

Nun geht es gegen den ukrainischen Vertreter Sorja Luhansk. Da in der Ostukraine wegen des Krieges nicht gespielt werden kann, bestreitet FK seine Heimspiele im 400 Kilometer entfernten Saporischschja.
Nun geht es gegen den ukrainischen Vertreter Sorja Luhansk. Da in der Ostukraine wegen des Krieges nicht gespielt werden kann, bestreitet FK seine Heimspiele im 400 Kilometer entfernten Saporischschja.  © DPA

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