RB Leipzig verliert erstes DFB-Pokalfinale deutlich: "Schwer zu verkraften!"

Berlin - Mit versteinerter Miene wartete Ralf Rangnick auf den Aufruf seines Namens, um die unbeliebte Silbermedaille entgegenzunehmen. In seinem letzten Spiel als Trainer verlor er mit RB Leipzig am Samstagabend das DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München mit 0:3 (0:1) (TAG24 berichtete). Im Duell gegen den Meister, der sich zum 19. Mal auch als Pokalsieger krönte, schafften es die Sachsen nicht, den Titel als erster Ostverein zu holen. Für einen insgesamt unauffälligen Timo Werner war es womöglich der letzte Auftritt im RB-Dress.

Eine Szene, die im Nachgang Ralf Rangnick bitter aufstoßen ließ: Nach Manuel Neuers pariertem Poulsen-Kopfball wurde Ibrahima Konaté (l.) von Robert Lewandowski gehalten und fiel. Elfmeter gab es nicht.
Eine Szene, die im Nachgang Ralf Rangnick bitter aufstoßen ließ: Nach Manuel Neuers pariertem Poulsen-Kopfball wurde Ibrahima Konaté (l.) von Robert Lewandowski gehalten und fiel. Elfmeter gab es nicht.  © Hendrik Schmidt/dpa

Acht Liter Fassungsvermögen hat sie, die DFB-Pokal-Trophäe. Nach zwei Jahren Pause passen dort wieder acht Liter Weißbier rein, für den Energydrink ist es (noch) zu früh.

Manuel Neuer machte am Ende mit zwei Weltklasse-Paraden gegen Yussuf Poulsens wuchtigen Kopfball (11. Minute) und Emil Forsbergs unbedrängten Schuss (48.) den Unterschied vor 74.322 Zuschauern im Berliner Olympiastadion aus. Und trotz des am Ende deutlichen Ergebnisses hätte die Begegnung auch anders laufen können. "Wäre, wäre Fahrradkette", wie ein bekannter Fußballphilosoph an dieser Stelle feststellen muss.

Aufopferungsvoll kämpfende Bullen trabten mit gesenktem Kopf vom Platz, bekamen von den Bayern-Akteuren obligatorischen Trost. "Wir sind enttäuscht und es ist schwer zu verkraften", ließ RB-Keeper Péter Gulácsi Blicke in sein Seelenleben zu und stellte bei Sky klar: "Es war ein großer Tag für unseren Verein und für Leipzig."

Ein großer Tag, an dem die Überraschung ausblieb. Ein Tag, an dem der 2009 gegründete Verein zum ersten Mal die Chance auf einen großen Titel hatte. Ein Tag, an dem der Pokaltitel im 76. Anlauf zum ersten Mal überhaupt an einen Klub aus den neuen Bundesländern hätte gehen können. Doch den 52 Zentimeter hohen und über sechs Kilogramm schweren Pott stemmten die Bayern in die Höhe - wie so oft.

Wieso der Video-Schiedsrichter Ärger machte

Kann dem Pokal in seinem letzten Spiel als RB-Trainer nur hinterherschauen: Ralf Rangnick.
Kann dem Pokal in seinem letzten Spiel als RB-Trainer nur hinterherschauen: Ralf Rangnick.  © Christian Charisius/dpa

Wir gehen zurück in die 11. Minute. Eckball Leipzig, Poulsen katapultiert sich in die Berliner Luft, köpft in Richtung Tor. Manuel Neuer kommt mit einem wahnsinnigen Reflex an den Ball, lenkt ihn die Latte. Von dort prallt er vor den Kasten, wo Ibrahima Konaté von Robert Lewandowski gehalten wird und zu Boden geht. Ein großer Aufreger, vor allem auf Leipziger Seite.

Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg) ließ weiterlaufen, auch der mit Videoassistenten bestückte Kölner Keller meldete sich nicht zu Wort. "Meine Videoanalysten haben signalisiert, dass es einen klaren Elfmeter hätte geben müssen", zeigte sich Ralf Rangnick in seiner letzten Pressekonferenz als RB-Trainer enttäuscht.

Wäre er so klar gewesen, hätten sich die Videoschiris aber wohl gemeldet. Doch trotz des Videobeweises - das wissen wir seit seiner Einführung - haben die Diskussionen nicht abgenommen. Im Gegenteil.

Diskussionen um Trikotwahl

Gewann den DFB-Pokal zum zweiten Mal in Folge: Bayern Trainer Niko Kovac, der letzte Saison mit Eintracht Frankfurt jubeln durfte.
Gewann den DFB-Pokal zum zweiten Mal in Folge: Bayern Trainer Niko Kovac, der letzte Saison mit Eintracht Frankfurt jubeln durfte.  © Christian Charisius/dpa

Für Geschäftsführer Oliver Mintzlaff war das 0:3 eine "große Enttäuschung. Wenn du hier bist, willst du auch gewinnen."

Aufgrund der nicht genutzten Großchancen stempelte er die Pleite als "verdiente Niederlage" ab. Dennoch sprach der 43-Jährige von einer phantastischen Saison mit Tabellenplatz drei, dem Erreichen der Champions League und des Pokalfinals.

Ärger machte vom Anpfiff weg übrigens die Trikotauswahl, die vom DFB genehmigt wurde. RB trug als Heimteam weiße Shirts, rote Hosen und rote Stutzen, der FCB rote Shirts, weiße Hosen und weiße Stutzen. Nicht für die Fans, auch für die Schiedsrichter nicht ganz easy. "Es war keine glückliche Auswahl", sagte Gulácsi. "Dass es für die Zuschauer schwer war, kann ich verstehen."

Unglückliche Trikotauswahl hin oder her, die Bayern sind nach einer turbulenten Saison Doublegewinner, Leipzig muss (noch) auf den ersten Titel warten. Ab dem 9. August startet die neue Saison mit der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals. Dann geht alles von vorn los.

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