2:3 gegen Salzburg! Haidara stutzt RB Leipzig die Flügel

Leipzig - RB Leipzig hat im ersten Europa-League-Gruppenspiel der Vereinsgeschichte eine Niederlage einstecken müssen. Die Sachsen verloren in der Red-Bull-internen Begegnung gegen den FC Salzburg nach einer enttäuschenden Leistung mit 2:3 (0:2). Die Leipziger Hoffnung auf einen Punktgewinn wurde nach einer Aufholjagd erst kurz vor Schluss erstickt.

Ein Wechselbad der Gefühle für Ralf Rangnick: Das Team des Leipzig-Trainers drehte einen 0:2-Halbzeitrückstand, verlor aber am Ende noch.
Ein Wechselbad der Gefühle für Ralf Rangnick: Das Team des Leipzig-Trainers drehte einen 0:2-Halbzeitrückstand, verlor aber am Ende noch.  © DPA

Im ersten Durchgang hatten die Salzburger vor einer enttäuschenden Kulisse von 24.057 Zuschauern deutlich mehr Spielanteile, spielten lockerer, leichter und gezielter nach vorn. Die Angriffe der Sachsen wurden größtenteils im Keim erstickt.

Der Doppelschlag von Munas Dabbur (20.) und Amadou Haidara (22.) brach den Leipziger Bullen schon in den ersten 45 Minuten das Genick.

Sie wurden immer unsicherer, mit Pfiffen wurden mit fortschreitender Zeit alle Fehler der Sachsen vom Publikum begleitet.

Mit einem Dreifachwechsel reagierte Trainer Ralf Rangnick auf die schwache erste Halbzeit. Auch Marcel Halstenberg feierte nach Kreuzbandriss sein Comeback.

Dabbur (55.) und Hannes Wolf (65.) hätten beide für die Entscheidung sorgen können, scheiterten aber am Pfosten oder der Zielgenauigkeit.

Konrad Laimer konnte fünf Minuten später einen Abwehrpatzer der Gäste nutzen und auf 1:2 verkürzen. Im anschließenden Sturmlauf traf Yussuf Poulsen noch zum glücklichen 2:2, doch am Ende erzielte Fredrik Gulbrandsen den 3:2-Endstand für Salzburg.

Ohne Werner, Klostermann und Saracchi - 5 Ex-Salzburger in Leipzigs Startelf

Das 1:0 für Salzburg: Munas Dabbur scheitert zuerst mit einem Schuss an Leipzig-Keeper Yvon Mvogo, köpft danach aber ungehindert ein.
Das 1:0 für Salzburg: Munas Dabbur scheitert zuerst mit einem Schuss an Leipzig-Keeper Yvon Mvogo, köpft danach aber ungehindert ein.  © DPA

Sechs frische Kräfte schickte Leipzig-Coach Rangnick aufs Feld, die verletzten Timo Werner, Lukas Klostermann und Marcelo Saracchi mussten ersetzt werden. In der Startelf standen zudem insgesamt fünf Spieler, die auch schon mal in Salzburg unter Vertrag standen.

Nach sieben dominierenden Minuten der Gäste aus Österreich gehörte Leipzig die erste Chance: Konrad Laimer ging einige Meter zentral aufs Tor zu, zog aus 20 Metern ab. Doch sein Schuss wurde geblockt.

Aufregung kurz darauf: Ibrahima Konaté missglückte ein Klärungsversuch, wodurch Reinhold Yabo allein auf Yvon Mvogo zulief. Doch Konaté machte seinen Fehler wieder gut und stoppte den Angreifer kurz vor dem Sechzehner. Schweden-Schiri Andreas Ekberg ließ weiterlaufen (9.).

Nach einem katastrophalen Rückpass von Stefan Ilsanker ging der FCS nicht unverdient in Führung: Munas Dabbur schnappte sich die Kugel, seinen Schuss parierte Mvogo zwar, doch beim anschließenden Kopfball war er machtlos - 0:1 (20.).

Und keine 120 Sekunden stand es 0:2: Die Leipziger Abwehr pennte, Andreas Ulmer wurde lang geschickt, passte vor dem Tor quer zu Amadou Haidara und der hatte keine Mühe zu erhöhen (22.).

Die Salzburger wirkten generell spritziger, die Ballkombinationen flüssiger, die Ideen plausibler, die Abwehr stabiler. Somit ging die Pausenführung auch in Ordnung. Immer wieder leisteten sich die Hausherren einfache Ballverluste, wodurch es mehrfach zu lautstarken Pfiffen des Publikums kam. Die zweite Hälfte konnte nur besser werden.

Dreifach-Wechsel in der Halbzeit - Laimer und Poulsen gleichen aus, Joker Gulbrandsen begräbt die Hoffnung

Köpfte den überraschenden Ausgleich, der am Ende nicht reichte: Yussuf Poulsen (M.).
Köpfte den überraschenden Ausgleich, der am Ende nicht reichte: Yussuf Poulsen (M.).  © DPA

Mit Yussuf Poulsen, Comebacker Marcel Halstenberg und Diego Demme schickte Rangnick nach der Pause drei Neue in die Partie und schöpfte sein gesamtes Wechselkontingent aus. Augustin, Mukiele und Bruma mussten weichen.

Zunächst schien sich Rangnicks taktische Idee nicht zu bezahlt zu machen. Mit einem einfachen Hackentrick wurde die Leipziger Abwehr ausgehebelt, Dabbur traf freistehend nur den Außenpfosten (55.).

Ein paar Fangesänge machten den schwachen Auftritt der Gastgeber Mitte der zweiten Halbzeit etwas abwechslungsreicher. Die Gäste riefen "Ohne Salzburg wärt ihr gar nicht hier", die Leipziger waren mit ihrem "Wir woll'n euch kämpfen seh'n" natürlich lauter.

20 Minuten vor dem Ende kam Leipzig plötzlich und unerwartet zum Anschluss: Einen langen Ball in den Strafraum verlor Ulmer an Konrad Laimer, der noch ein paar Schritte ging und dann einschob - 1:2 (70.). Und der letzte Sturmlauf sollte tatsächlich noch belohnt werden: Nach Kampl-Flanke stieg Poulsen am höchsten und köpfte das 2:2 (83.) - unfassbar!

Doch das Spiel war noch lange nicht vorbei: Auch Salzburg hatte noch einen im Köcher: Der eingewechselte Fredrik Gulbrandsen traf kurz vor dem Abpfiff noch zum 3:2 für die Gäste - der Endstand in einem am Ende dramatischen Spiel (89.).

Weiter geht's am Sonntag in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt (18 Uhr/Sky). Auch die SGE war in der Europa League im Einsatz, erspielte bei Vorjahres-Finalist Olympique Marseille ein 1:1 (TAG24 berichtete). Das nächste Spiel in der Europa League findet am 4. Oktober (18.55 Uhr/DAZN) bei Rosenborg Trondheim in Norwegen statt.

Traf in der 22. Minute zum 2:0 für Salzburg: Amadou Haidara, dessen Wechsel im Winter nach Leipzig bevorstehen soll.
Traf in der 22. Minute zum 2:0 für Salzburg: Amadou Haidara, dessen Wechsel im Winter nach Leipzig bevorstehen soll.  © Picture Point/S. Sonntag
Pfiffen ihr Team mehrfach lautstark aus: Die Fans von RB Leipzig.
Pfiffen ihr Team mehrfach lautstark aus: Die Fans von RB Leipzig.  © Picture Point/S. Sonntag

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0