"Nicht übermäßig stark": RB Leipzigs 3:0-Auftritt lässt neuen 96-Coach Doll kalt

Hannover - Er kam als Hoffnungsträger, ging aber bei seinem ersten Pflichtauftritt mit Hannover 96 ordentlich baden: Thomas Doll (52) verlor mit den abstiegsbedrohten Niedersachsen am Freitagabend 0:3 gegen RB Leipzig, zeigte sich aber insgesamt wenig beeindruckt von den ambitionierten Bullen. Gleichzeitig kritisierte er seine Spieler auch heftig.

Enttäuscht von seinem Team, aber unbeeindruckt vom Gegner: der neue Hannover-Trainer Thomas Doll (52).
Enttäuscht von seinem Team, aber unbeeindruckt vom Gegner: der neue Hannover-Trainer Thomas Doll (52).  © Picture Point/R. Petzsche

Ein "überragendes Gefühl" seien die beiden Tore für Willi Orban gewesen, der erstmals in der Bundesliga einen Doppelpack schnüren durfte. Der Kapitän traf innerhalb von 20 Minuten zweimal per Kopf nach Eckbällen, machte vor 32.400 Zuschauern in der HDI-Arena alles klar.

Sein Trainer lobte den 26-Jährigen anschließend als "Vorzeigeprofi", da er immer hochprofessionell bleibe - auch dann, wenn er dem Innenverteidiger-Duo Ibrahima Konaté und Dayot Upamecano weichen muss.

Lange mussten sich die überlegenen Sachsen beim Tabellenvorletzten gedulden, ehe sie sich belohnen konnten: Nach Foul von Kevin Akpoguma an Matheus Cunha im Sechszehner gab es Strafstoß, den der Ex-Hannoveraner Marcel Halstenberg sicher verwandelte. In den zweiten 45 Minuten markierte Orban die Treffer zum 2:0 und 3:0 (64., 85.).

21:1 Torschüsse zeigte die Statistik nach den 90 Minuten an. Eine klare Angelegenheit für die Gäste aus Leipzig, die sich in dieser Saison wieder für die Champions League qualifizieren wollen - und auf dem besten Weg sind, dieses Ziel zu erreichen.

Doll bei verkorkstem Auftakt unbeeindruckt von Standard-Bullen

Nach einer Ecke des eingewechselten Emil Forsberg (l.) köpfte Kapitän Willi Orban zum 3:0-Endstand ein.
Nach einer Ecke des eingewechselten Emil Forsberg (l.) köpfte Kapitän Willi Orban zum 3:0-Endstand ein.  © Picture Point/R. Petzsche

Der erneut schwache Auftritt der abstiegsbedrohten Niedersachsen wurde von Retter Thomas Doll auch dementsprechend analysiert.

Nach 35 "vernünftigen" Anfangsminuten habe man sich "wenig zugetraut nach vorn und wenig Durchsetzungsvermögen gehabt". Ihm fehlte die Power im Zug nach vorn. "Bundesligaspiele muss man anders bestreiten", so der 52-Jährige. Auch das niedrige Fitnesslevel einiger seiner Profis blieb ihm nicht unentdeckt: "Da muss man dran arbeiten!"

Vom Gegner, der besonders durch das gewohnt flotte Konterspiel immer wieder gefährlich wurde und schon in der ersten Halbzeit höher hätte führen können, zeigte sich Doll aber wenig beeindruckt. Zwar spiele Leipzig "in einer anderen Liga. Ich fand die jetzt aber nicht übermäßig stark", so der Bundesligarückkehrer. Er musste feststellen, dass wenig Einsatz ausreichte, um sein Team zu schlagen. Doll: "Sie haben das gemacht, was sie machen mussten."

In die anstehende Englische Woche geht RB Leipzig nun mit breiter Brust. Die brauchen sie auch, denn am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) geht's im Pokal-Achtelfinale gegen den VfL Wolfsburg in der Red Bull Arena ums Weiterkommen. Nach zwei deutlichen Bundesliga-Auswärtssiegen dürfte die Vorfreude auf das Team von Bruno Labbadia aber riesengroß sein.

Ab zur schwangeren Frau: 1:0-Torschütze Marcel Halstenberg holte sich bei seiner Franziska nach dem Spiel ein Küsschen ab.
Ab zur schwangeren Frau: 1:0-Torschütze Marcel Halstenberg holte sich bei seiner Franziska nach dem Spiel ein Küsschen ab.  © Picture Point/R. Petzsche

Mehr zum Thema RB Leipzig:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0