RB Leipzig dreht Rückstand und gewinnt Mauerfall-Duell in Berlin

Berlin - RB Leipzig bleibt in der Erfolgsspur. Im letzten Spiel vor der anstehenden Länderspielpause setzten sich die Roten Bullen am 30. Jahrestag des Mauerfalls bei Lieblingsgegner Hertha BSC mit 4:2 (2:1) durch. Im Olympiastadion erzielte Maximilian Mittelstädt (32.) die Führung für die Berliner, Timo Werner (38./Handelfmeter) und Marcel Sabitzer (45.+1) drehten die Begegnung noch, Kevin Kampl und noch mal Werner (90.+1) legten nach. Ex-Bulle Davie Selke (90.+2) besorgte den Endstand.

Symbolisch standen vor dem Anpfiff zwei provisorische Mauern aus Pappmasché für den 30. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 1989. Zahlreiche Menschen stießen diese um.
Symbolisch standen vor dem Anpfiff zwei provisorische Mauern aus Pappmasché für den 30. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 1989. Zahlreiche Menschen stießen diese um.  © Picture Point/Roger Petzsche

Erstmals nach der überraschenden Bekanntgabe der Zusammenarbeit mit Jürgen Klinsmann als Aufsichtsratsmitglied war der Ex-Bundestrainer direkt zu Gast im Stadion. "Mithelfen, was in den nächsten Jahren entstehen wird", wolle der 55-Jährige, sagte er vor dem Anpfiff bei Sky.

Symbolisch standen im Olympiastadion anlässlich des 30. Jubiläums des Mauerfalls zwei provisorische Mauern - eine beeindruckende Darbietung.

Die Leipziger hatten zunächst ein paar Probleme, ihre Kombinationen bis in den Strafraum zu Ende zu spielen, passten anfangs eher behäbig in der eigenen Hälfte herum.

Überraschend gingen BSC durch Maximilian Mittelstädt in der 32. Minute in Führung. Doch RB drehte das Spiel in der ersten Halbzeit durch ein Elfmetertor von Timo Werner (38.) und einen abgefälschten Treffer von Marcel Sabitzer (45.+1).

Kurz vor dem Ende machte der eingewechselte Kevin Kampl mit einer tollen Einzelleistung alles klar (86). Werner legte zum 4:1 nach (90.+1), der Ex-Bulle Davie Selke besorgte den Endstand (90.+2).

RB klettert auf Platz zwei hinter Gladbach, kann im Topspiel noch vom BVB (beim FC Bayern) überholt werden, für die Hertha geht's runter auf die Zwölf, jetzt zwei Punkte hinter Stadtrivale Union (3:2 in Mainz).

Ilsankers Liga-Premiere - Leipzig dreht Partie in der ersten Halbzeit

Vom Elfmeterpunkt blieb Timo Werner souverän, verwandelte ins rechte Torwarteck zum 1:1. Rune Jarstein sprang nach links.
Vom Elfmeterpunkt blieb Timo Werner souverän, verwandelte ins rechte Torwarteck zum 1:1. Rune Jarstein sprang nach links.  © Picture Point/Roger Petzsche

Zweimal rotierte Julian Nagelsmann nach dem 2:0 bei Zenit St. Petersburg: Stefan Ilsanker (Ligadebüt) und Timo Werner begannen für den verletzten Marcel Halstenberg und Christopher Nkunku. Lukas Klostermann startete links hinten, Ilsanker in der Innenverteidigung.

Das Leipziger Spiel war im ersten Abschnitt sicher nicht so, wie sich das der Trainer vorher vorgestellt hatte. Zwar erwartete der 32-Jährige den Gastgeber tief stehend, doch derart diszipliniert nach dem schwachen Auftritt bei Union (0:1) hatte er sich das sicher nicht vorgestellt.

Mit ihren schnellen direkten Kombinationen kamen die Sachsen nur selten gefährlich nach vorn, lediglich Timo Werners Hereingabe von links (4.), die Rune Jarstein abfangen konnte, und Yussuf Poulsens Kopfball nach einer Ecke von Emil Forsberg (7.).

Ein flotter Angriff sorgte dann für die Führung für BSC: Lukebakio auf Maximilian Mittelstädt, der erst Konrad Laimer stehen ließ und an den Innenverteidigern Ilsanker und Klostermann vorbei mit einem scharfen Rechtsschuss ins kurze Eck traf - 0:1 (32.).

Dann half der Videoassistent Benjamin Cortus RB zurück in die Partie: Mukieles Flanke wurde von Karim Rekiks Arm abgeblockt, Schiedsrichter Sören Storks ließ weiterlaufen, doch nachdem er den Hinweis aus Köln bekam und sich die Situation auf dem Bildschirm angeschaut hatte, zeigte er auf den Punkt. Werner trat an und versenkte sicher zum 1:1 (38.).

Und die Bullen drehten das Spiel sogar noch! Forsberg mit einem Sahnepass auf Poulsen, der legte mit der Hacke ab auf Sabitzer. Der Österreicher schoss direkt und abgefälscht von Rekiks Rücken landete der Ball im Tor - 2:1 für RB (45.+1).

Wilde Schlussphase im Olympiastadion

Hat aktuell viele Herzen zu verteilen: Marcel Sabitzer (r.) hat immer in den letzten vier Spielen getroffen.
Hat aktuell viele Herzen zu verteilen: Marcel Sabitzer (r.) hat immer in den letzten vier Spielen getroffen.  © dpa/Soeren Stache

Die Bullen versuchten es in der zweiten Halbzeit immer wieder über den linken Flügel und Werner, der mehrfach mit viel Tempo eine Hereingabe brachte, die Jarstein aber immer entschärfen konnte.

Nagelsmann nahm zehn Minuten nach Wiederbeginn Ilsanker vom Feld - eine Vorsichtsmaßnahme. Kurz zuvor hatte sich der gelbvorbelastete Verteidiger ein Foul an der Seitenauslinie geleistet. Kevin Kampl kam drauf, Laimer rückte nach links hinten, Klostermann nach innen.

Hertha baute im zweiten Durchgang deutlich ab, Zweikämpfe und Fouls nahmen zu. RB kontrollierte, ließ die Hausherren aufbauen und lauerten nun selbst auf Konter.

Torschüsse blieben bis zum Ende sehr selten, doch einer sorgte dann doch noch für die Entscheidung: Joker Kampl wurde auf der rechten Seite von Werner steil geschickt, dribbelte am Sechzehner nach innen und schlenzte zum 3:1 ein (86.).

Für das 4:1 sorgte aber einmal mehr Werner, der wunderbar von Laimer freigespielt wurde (90.+1). Der ehemalige Leipziger Selke sorgte für den Schlusspunkt (90.+2).

Nun steht die Länderspielpause an, in der die DFB-Elf nächsten Samstag in der EM-Quali zunächst gegen Weißrussland spielt, drei Tage später ist Nordirland zu Gast.

Danach geht es für RB Leipzig am 23. November (18.30 Uhr/Sky) zu Hause gegen den 1. FC Köln weiter, die Hertha spielt einen Tag später ab 15.30 Uhr beim FC Augsburg.

Timo Werner wurde mit zwei Treffern und einer Vorlage wieder einmal zum Matchwinner.
Timo Werner wurde mit zwei Treffern und einer Vorlage wieder einmal zum Matchwinner.  © dpa/Soeren Stache

Mehr zum Thema RB Leipzig:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0