Augustin glitzerte auf der Tribüne: So erklärt RB Leipzig den Zoff mit der Franzosen-U21

Leipzig - Der Streit zwischen Bundesligist RB Leipzig und dem französischen Fußballverband ist noch nicht beigelegt. Im Zoff um die Nichtabstellung von Stürmer Jean-Kevin Augustin (21) hat sich nun RB-Trainer Ralf Rangnick (60) erneut geäußert und erklärt, weshalb er den extravaganten Kicker gegen Hannover (3:2, TAG24 berichtete) auf die Tribüne setzte.

Frankreichs U21-Coach Sylvain Ripoll kann Augustins Entscheidung nicht verstehen: "Das sind keine akzeptablen Entschuldigungen, und sie passen nicht zum Spirit, den ich in der Mannschaft sehen will."
Frankreichs U21-Coach Sylvain Ripoll kann Augustins Entscheidung nicht verstehen: "Das sind keine akzeptablen Entschuldigungen, und sie passen nicht zum Spirit, den ich in der Mannschaft sehen will."  © Imago

Es ist Samstag, 15.27 Uhr. Die Mannschaften von RB Leipzig und Hannover 96 betreten den Rasen in der Red Bull Arena. Im elfköpfigen Aufgebot sollte eigentlich auch Jean-Kevin Augustin einlaufen. Doch der Franzose fehlt. Sicherheitshalber.

"Wir konnten nicht riskieren, ihn heute einzusetzen", sagte Rangnick. "Das war die klare Empfehlung unserer juristischen Abteilung." Grund war die Beschwerde des Weltmeister-Verbands bei der FIFA gegen die Nichtabstellung Augustins seitens der Leipziger (TAG24 berichtete).

DFL und DFB, so beteuert der 60-Jährige wiederholt, "gehen genau wie wir davon aus, dass keine Abstellungspflicht für U21-Nationalspieler besteht." Der Weltfußball-Verband sieht das offensichtlich anders. Ralf Rangnick zeigte sich enttäuscht von Frankreichs Trainer Sylvain Ripoll (47). "Wenn sie meinen, uns vor die FIFA zitieren zu müssen, müssen sie das so machen."

RB sei mit seinen Verantwortlichen proaktiv auf alle Verbände, für die Spieler abgestellt wurden, zugegangen. Auch auf die Federation Française de Football (FFF). Rangnick: "Der einzige Verband, der darauf nicht reagiert hat, war der französische. Wir werden da sicherlich Gesprächsbedarf haben."

Nicht der erste Streit zwischen Augustin und Ripoll

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X  © Picture Point/S. Sonntag

Jean-Kevin Augustin nahm also vorsichtshalber auf der Tribüne Platz. Mit schwarzem Glitzer-Fummel. Typisch Augustin eben. "Ärgerlich, weil JK in guter Form war", sagte Rangnick. Aber sein Ersatz Yussuf Poulsen (24) präsentierte sich ebenfalls in Topform, erzielte die zwischenzeitliche 1:0-Führung. Am Ende gewann RB 3:2, Timo Werner erzielte einen Doppelpack.

Jean-Kevin Augustin hatte sich laut seines Leipziger Trainers selbst entschieden, wegen muskulärer Ermüdungserscheinungen nicht zu seiner Nationalmannschaft für die EM-Qualispiele gegen Bulgarien (1:0) und Luxemburg (2:0) zu reisen. "Das sind keine akzeptablen Entschuldigungen, und sie passen nicht zum Spirit, den ich in der Mannschaft sehen will", sagte Sylvain Ripoll. "Ich will nur mit denen arbeiten, die auch hier sein wollen."

RB-Trainer Ralf Rangnick hatte erklärt: "Wenn sich ein Spieler nach den zahlreichen Spielen, die wir in dieser Saison bereits hatten, müde und verletzungsanfällig fühlt und es dann konsequent so entscheidet, ist das absolut nachvollziehbar und vernünftig." Augustin war dann aber im Testspiel gegen Zaglebie Lubin aufgelaufen. Das hatte das Fass in Frankreich wohl zum Überlaufen gebracht.

Augustin und Ripoll waren bereits vor einem guten Jahr aneinander geraten. Damals hatte der 47-Jährige den Stürmer angeblich wegen respektlosen Verhaltens aus der Mannschaft geschmissen (TAG24 berichtete).


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