RB Leipzigs Nagelsmann rügt sein junges Team: "Das geht einfach nicht!"

Leipzig - "Von Perfektion waren wir noch relativ weit weg", musste RB Leipzigs Coach Julian Nagelsmann nach dem unnötigen 1:3 in der Generalprobe gegen Aston Villa feststellen. Dennoch bleibt der 32-Jährige ganz ruhig, Angst und Bange wird ihm trotz einiger fahrlässiger Fehler vor dem Pokalspiel am Sonntag in Osnabrück nicht. Daran ändert auch die weitere Pleite gegen den englischen Erstliga-Aufsteiger nichts.

Trotz seines Treffers reichte es für RB Leipzig gegen Aston Villa nicht für einen Sieg vor heimischem Publikum. Yussuf Poulsen verdeckte sein Gesicht in beiden Händen.
Trotz seines Treffers reichte es für RB Leipzig gegen Aston Villa nicht für einen Sieg vor heimischem Publikum. Yussuf Poulsen verdeckte sein Gesicht in beiden Händen.  © DPA/Robert Michael

In der vierwöchigen Vorbereitungsphase samt Trainingslager in Österreich habe man bislang zwar noch keine Welten bewegt, sagt Nagelsmann, "das war aber auch nicht zu erwarten." Nach zwei Siegen und einer Pleite in den drei bisherigen Testspielen folgten am Samstag und Sonntag (ohne Zuschauer) zwei weitere Schlappen gegen Aston Villa (1:3, 0:1).

Beim 1:3 gegen den Premier-League-Aufsteiger, der bislang 150 Millionen Euro in neue Spieler investierte, griffen schon deutlich mehr Mechanismen als noch vor drei Wochen gegen Zürich (1:4).

In den letzten acht Minuten kassierte man aber noch zwei Gegentore, was Mittelfeldspieler Diego Demme vor allem auf eine harte Trainingswoche und schwindende Kräfte schob.

Der Patzer vor 15.811 Zuschauern in der heimischen Red Bull Arena sieht Trainer Nagelsmann nicht ganz so engstirnig.

"Wenn heute schon alles perfekt gewesen wäre, wäre es eine langweilige Restsaison." Dennoch monierte er einfache Ballverluste, ungenaues Ausspielen eigener Chancen und das Verhalten bei gegnerischen Standards. Zwei der drei Gegentore fielen nach Freistößen. Nagelsmann: "Das sind Aktionen, die so nicht verteidigt werden dürfen."

Nagelsmann über Situation vorm ersten Gegentor: "Sowas mag ich gar nicht"

"Von Perfektion waren wir noch relativ weit entfernt", musste Trainer Julian Nagelsmann (r.) feststellen.
"Von Perfektion waren wir noch relativ weit entfernt", musste Trainer Julian Nagelsmann (r.) feststellen.  © Picture Point/Roger Petzsche

Die Entstehung des 0:1 in der 18. Minute beschrieb der neue Coach so: "Das war eine Flanke aus 80 Metern aus dem Halbraum, die gefühlt zwei Stunden 45 in der Luft ist, wo wir ewig brauchen, um unsere Positionen einzunehmen. Das geht einfach nicht, das ist spannungslos, so was mag ich gar nicht."

Ibrahima Konaté verursachte dann kurz vor dem Strafraum einen Freistoß, der zum ersten Gegentor führte. Nagelsmann: "Das Verhalten in der Mauer war dann auch nicht gut."

Einen insgesamt schwachen Auftritt zeigte unter anderem der aufgrund seiner unklaren Zukunft im Fokus stehende Timo Werner, der in der Vorbereitung ohne Treffer blieb.

"Timo fehlt das Tor", weiß sein Trainer. "Er hatte drei, vier ganz ordentliche Ansätze, wo er sich im Eins-gegen-Eins nicht durchgesetzt oder nicht die richtige Entscheidung getroffen hat. Er taucht in Aktionen gegen tiefe Gegner zu oft ab, das ist nicht seine Parade."

"Gleichbleibend schlecht" sieht der 32-Jährige übrigens auch die Kommunikation auf dem Platz. Viel zu ruhig sei es ihm untereinander. "Wenn das Stadion ausverkauft ist, sind auch meine Möglichkeiten begrenzt."

Wer steht gegen Osnabrück auf dem Platz?

Die RB-Fans eierten ihre Stars trotz der zweiten Pleite im vierten Testspiel.
Die RB-Fans eierten ihre Stars trotz der zweiten Pleite im vierten Testspiel.  © Picture Point/Roger Petzsche

Aufgrund schlechter Leistungen habe sich zwar vor dem Pokalspiel beim VfL Osnabrück am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) niemand eliminiert. "Es haben sich aber mit Ausnahme von zweien auch nicht zwingend welche reingespielt."

Nagelsmann dürfte damit auf jeden Fall Neuzugang Christopher Nkunku meinen, dem im ersten Test am Samstag große Spielfreude auszeichnete.

Eine Woche Zeit bleibt den Bullen jetzt noch, um die vielen Inputs des neuen, erfolgshungrigen Trainers im Kopf zu speichern und im richtigen Moment abzurufen.

"Jeder Spieler kann sich das Besprochene animiert auf dem Handy anzeigen lassen, um es zu verinnerlichen", wies der 32-Jährige auf eine neue Funktion für seine Jungs hin.

Bis Sonntag müssen jetzt noch die angeschlagenen beziehungsweise leicht verletzten Emil Forsberg, Marcel Halstenberg, Kevin Kampl und Dayot Upamecano fit werden. Dann könnte es ganz gut aussehen in Osnabrück, wo man vor vier Jahren nach Spielabbruch am Grünen Tisch gewonnen hatte.

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