RB Leipzigs Fanverband sauer auf Pyro-Chaoten, Bosse kündigen Stadion-Verbote an

Leipzig - "Das, was in Paderborn passiert ist, lässt uns sprachlos zurück", schreibt der Fanverband Leipzig e.V., die Vertretung für die Fans des Fußball-Bundesligisten RB Leipzig. Drei Tage nach dem ersten Statement von Vorstandschef Oliver Mintzlaff hat der Verein auch Stadionverbote für die Pyro-Chaoten angekündigt.

Einige wenige Chaoten hatten beim Ligaspiel am Samstag beim SC Paderborn zu Beginn der zweiten Halbzeit Pyrotechnik abgebrannt.
Einige wenige Chaoten hatten beim Ligaspiel am Samstag beim SC Paderborn zu Beginn der zweiten Halbzeit Pyrotechnik abgebrannt.  © Picture Point/R. Petzsche

Der Fanverband Leipzig zeigt sich mehr als enttäuscht vom Verhalten einiger Anhänger beim erfolgreichen Auswärtsspiel beim SC Paderborn (3:2, TAG24 berichtete). "Alles, was unsere Fanszene bis dahin auszumachen schien, wurde mit Füßen getreten oder ging, wie man so schön sagt, in Rauch auf."

"Für ein bisschen Party und Selbstdarstellung" der vermummten Supporter seien monatelange Dialoge und Versuche, sich aufeinander zuzubewegen, mit der geplanten Aktion zunichte gemacht.

Erst eine Woche vorher hatten sich Vertreter der RB-Fanszene zu einem Gespräch an den Tisch gesetzt.

Man sei sich eigentlich einig gewesen, "dass man einen gemeinsamen Weg bestreiten möchte. Auch unsere Capos, die maßgeblich an diesem Dialog beteiligt waren, sicherten zu, den erforderlichen Respekt und gegenseitiges Verständnis in die Kurve zu tragen", so der Fanverband in seinem Statement am Mittwoch.

Bis zur Halbzeit, aus der die Roten Bullen mit einer 3:0-Führung gingen, habe der Gästeblock mit rund 1400 mitgereisten Fans noch geschlossen zusammengestanden.

"Und dann kam die 47. Minute..."

Oliver Mintzlaff hatte sich bereits am Sonntag negativ zur Pyro-Aktion geäußert.
Oliver Mintzlaff hatte sich bereits am Sonntag negativ zur Pyro-Aktion geäußert.  © Picture Point/R. Petzsche

Doch kurz nach Wiederbeginn zogen einige wenige Chaoten ihre eigene Show ab.

"Ein Banner wird über die Köpfe gezogen, Sturmmasken über Gesichter, lustiges Plätzetauschen und zack stand die Kurve im roten Nebel", beschreibt der Fanverband die Situation vom Samstag. "Personen, die damit nicht einverstanden waren, wurden beiseite gestoßen."

Aus Protest hätte ein Teil der Anhängerschaft die Benteler Arena sogar verlassen. "Wir müssen an dieser Stelle feststellen, dass die Capos zu diesem Zeitpunkt eben nicht die Werte der gesamten Fankurve vertreten haben."

Der Fanverband spricht durch den Einsatz der Pyrotechnik sogar von Körperverletzung, da mehrere Personen im Nachgang unter Atemnot gelitten hätten.

"Sollen das die Werte unserer Fanszene von Rasenballsport Leipzig sein? Wir sagen NEIN und sprechen uns in aller Klarheit gegen Pyrotechnik und Gewalt im Stadion aus." Ob das die Chaoten auch so sehen?

Der Verband vermutet nun auch weitere negative Konsequenzen. Einige Geldgeber könnten ihre Unterstützung einstellen, da die Spendengelder nicht ausschließlich "im Sinne der friedlichen Fankultur" verwendet werden. Und genau das sollte eigentlich eine Art Alleinstellungsmerkmal bei RB sein.

Verein will knallhart handeln

Das am Sonntag von Klubboss Oliver Mintzlaff veröffentlichte Statement sei "nicht im Sinne einer gedeihlichen Zusammenarbeit zwischen Fanverband und Verein". Der Verband sehe sich "nicht als Erfüllungsgehilfen des Vereins", rät den Verantwortlichen, die Ermittlungsarbeit dem Verein und der Polizei zu überlassen.

Am heutigen Mittwoch folgte ein klubinternes Update zu den Vorfällen. "Aktuell sind wir dabei, die Täter und Mittäter zu identifizieren, um dann im Laufe des Tages auch die ersten Hausverbote auszusprechen", so die Sachsen. Man stehe "nach wie vor für eine familienfreundliche, diskriminierungs-, gewalt- und pyrofreie Fankultur".

Spannend wird zu sehen sein, welche Reaktion von den Rängen beim Heimspiel am Samstag gegen die TSG Hoffenheim (15.30 Uhr/Sky) kommt.

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