RB Leipzigs Coach Rangnick schimpft über Schiri: "Krasse Fehlentscheidung!"

Leipzig - Im dritten Bundesligajahr hat sich RB Leipzig schon zum zweiten Mal für die Champions League qualifiziert. Ein 2:1-Arbeitssieg gegen den SC Freiburg reichte, um drei Spieltage vor Saisonende als sicherer Drittplatzierter die restlichen 15 Kontrahenten hinter sich zu lassen - auch weil Verfolger Frankfurt (0:0 gegen Hertha) patzte. Doch über zwei Szenen gab es von den Beteiligten viiiel Gesprächsbedarf und harte Vorwürfe.

Mit dem 2:1 gegen den SC Freiburg sicherten sich die Roten Bullen drei Spieltage vor Saisonende den dritten Platz in der Tabelle.
Mit dem 2:1 gegen den SC Freiburg sicherten sich die Roten Bullen drei Spieltage vor Saisonende den dritten Platz in der Tabelle.  © Picture Point

Timo Werner traf mal wieder gegen einen seiner absoluten Lieblingsgegner, Emil Forsberg machte den 19. Dreier der Spielzeit durch einen durchaus fragwürdigen Handelfmeter perfekt. Einen Tag danach philosophieren die Wenigsten, ob sich die Sachsen bald mit dem FC Barcelona, Real Madrid oder Manchester City messen werden. Denn trotz des Erfolges drehte sich die Analyse vor allem um eine Person.

Schiedsrichter Robert Schröder bot vor allem in der zweiten Halbzeit viel Angriffsfläche. In der 66. Minute entschied der 33-Jährige nach einem von Amadou Haidara vor dem gegnerischen Strafraum gewonnenen Luftduell gegen Lucas Höler fälschlicherweise auf Foul und Freistoß für Freiburg. Zu alledem wurde auch die Ausführung zum Kuriosum.

Denn währenddessen Leipzigs Torhüter Péter Gulácsi seine Mauer zurecht rückte und selbst noch nicht postiert war, gab Schröder den Freistoß frei, Vincenzo Grifo schoss und versenkte den Ball zum 1:1. "Das Gegentor war interessant", sagte der ungarische Nationalkeeper. "Der Schiedsrichter hat sehr früh angepfiffen, ich habe es nicht gehört, nicht damit gerechnet und dann war der Ball drin."

Sein Trainer wurde noch deutlicher. "Dass das niemals ein Freistoß war, weiß inzwischen jeder." Es sei ein "ganz klar fair gewonnenes Kopfballduell" gewesen und der Pfiff somit eine "krasse Fehlentscheidung. Und dann mitten in das Stellen einer Mauer hinein irgendwann mal anzupfeifen ist schon ungewöhnlich. Ich kann doch als Schiedsrichter nicht anpfeifen, wenn der Torhüter noch an dem einen Pfosten steht", beschwerte sich der 60-Jährige.

Auch Leipzigs zugesprochener Handelfmeter war strittig

"Ich kann doch als Schiedsrichter nicht anpfeifen, wenn der Torhüter noch an dem einen Pfosten steht", beschwerte sich Rangnick nach dem Spiel.
"Ich kann doch als Schiedsrichter nicht anpfeifen, wenn der Torhüter noch an dem einen Pfosten steht", beschwerte sich Rangnick nach dem Spiel.  © Jan Woitas/dpa

Robert Schröder stand noch einmal im Mittelpunkt. Keine Viertelstunde vor dem Abpfiff - es stand weiter 1:1 - entschied der Hannoveraner auf Elfmeter für RB. Was war passiert?

Nach einem Eckball von Marcel Halstenberg köpfte Kapitän Willi Orban aus kurzer Distanz den Arm von Gegenspieler Keven Schlotterbeck an. Schröder zeigte sofort auf den Punkt, sah sich die Szene nicht noch einmal an. Joker Forsberg trat an und versenkte sicher links unten - der Siegtreffer.

Selbst Ralf Rangnick musste aber eingestehen: "Ich persönlich hätte den Elfmeter wahrscheinlich nicht gegeben oder hätte mich geärgert, wenn er gegen uns gepfiffen worden wäre."

Seinem Gegenüber, Freiburg-Coach Christian Streich, nervt die Einführung des Videoassistenten, von dem er "kein Freund" ist, generell. Am Samstag hätte er es gern gehabt, dass dieser eingreift und den Elfmeterpfiff zumindest in Frage gestellt hätte. "Ich möchte jubeln, wenns ein Tor gibt und niedergeschlagen sein, wenns keins gibt", so der mit siebeneinhalb Jahren Amtszeit dienstälteste Bundesliga-Coach.

Fan stürzt von Tribüne - Rangnick versorgt den Verletzten als Erster

Rangnick leistete sofort Erste Hilfe, nachdem ein Fan für ein Erinnerungsfoto von der Tribüne sprang.
Rangnick leistete sofort Erste Hilfe, nachdem ein Fan für ein Erinnerungsfoto von der Tribüne sprang.  © Picture Point

Weil ein RB-Fan von der Tribüne gesprungen und sich dabei wohl schwerer verletzt hatte, wurde Rangnick nach dem Abpfiff noch zu einer Art Ersthelfer (TAG24 berichtete).

Der Anhänger warf dem 60-Jährigen seine Kutte herunter, der diese anzog. Allerdings wollte er auch noch ein Erinnerungsfoto mit dem Fußballlehrer, hangelte sich nach unten. Beim Aufkommen brach er sich wohl den Knöchel, wurde mit einer Trage in einen Rettungswagen und anschließend in die Klinik transportiert.

In der Kabine wurde dann aber noch etwas gefeiert. Allerdings nicht so ausgelassen wie nach dem Pokalfinaleinzug. Es habe zwar gute Musik, jedoch "keine alkoholischen Getränke" gegeben, so Kapitän Orban. In Hamburg hatte ein Teil der Mannschaft zu Ballermann-Hits getanzt und mit Bier angestoßen (TAG24 berichtete).

Rangnick ist abschließend stolz auf seine Jungs, "was sie in den letzten Monaten gerissen und wie sie sich entwickelt haben. Viel mehr geht nicht." Nun kommen noch drei Bundesligaspiele in Mainz, gegen die Bayern und in Bremen, ehe es am 25. Mai im Berliner Olympiastadion um den ersten großen Titel der dann zehnjährigen Vereinsgeschichte geht. "Wir müssen gucken, dass wir keinen Gang zurückschalten", mahnt der Coach.

Emil Forsberg (r.) erzielte den Siegtreffer gegen Freiburg.
Emil Forsberg (r.) erzielte den Siegtreffer gegen Freiburg.  © Picture Point

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