RB Leipzig macht Freiburg zum Bayern-Jäger: "Wir sind halt keine Spitzenmannschaft"

Freiburg - Viertes Ligaspiel nacheinander ohne Dreier, gute Torchancen nicht genutzt oder gar nicht erst herausgespielt, Sprung auf den zweiten Platz verpasst: RB Leipzig hat drei Tage nach dem Erfolg in der Champions League gegen Zenit St. Petersburg (2:1) in der Bundesliga wieder einen Rückschlag hinnehmen müssen und ging mit 1:2 beim SC Freiburg als Verlierer vom Platz (TAG24 berichtete). Mit der ersten Auswärtspleite der Saison machten die Sachsen den SCF unfreiwillig zum Bayern-Jäger Nummer eins. Und Trainer Julian Nagelsmann überraschte mit einer Aussage.

Verrückte Saison: Der SC Freiburg ist durch den 2:1-Sieg gegen RB Leipzig als Tabellenzweiter Bayern-Jäger Nummer eins.
Verrückte Saison: Der SC Freiburg ist durch den 2:1-Sieg gegen RB Leipzig als Tabellenzweiter Bayern-Jäger Nummer eins.  © dpa/Patrick Seeger

Schaut man sich die Statistik dieser Begegnung vor dem Ergebnis an, spricht eigentlich alles für den Sieger RB: 24:14 Torschüsse, über 200 Pässe mehr, 60 Prozent Ballbesitz und gewonnene Zweikämpfe. Und dann steht am Ende doch eine Niederlage auf dem Spielberichtsbogen.

Doch wie kann es sein, dass einer der großen Meisterkandidaten zum dritten Mal in Folge in der Bundesliga trotz Vorteilen nicht als Sieger vom Platz zu geht?

"Wir haben es einfach nicht wirklich geschafft, die ein bisschen optische Überlegenheit effektiv vorn in Tore umzumünzen", sagte Lukas Klostermann nach dem Abpfiff.

Der Rechtsverteidiger hatte in der Nachspielzeit zwar immerhin noch den Anschluss zum 1:2 geschafft. Ein, zwei Treffer hätten aber schon im ersten Durchgang fallen müssen.

Viele gute Ansätze hatte sein Team in den ersten 45 Minuten gezeigt, sagte Klostermann. "Da hatten wir es geschafft, das Spiel so zu verlagern, wie wir uns das vorgestellt haben." In letzter Instanz sei man aber nicht torgefährlich genug gewesen. Das sahen auch die Zuschauer.

Zu wenig für den Anspruch der Roten Bullen

Yussuf Poulsen (r., hier gegen Philipp Lienhart und Dominique Heintz) blieb nach seiner Einwechslung komplett außen vor.
Yussuf Poulsen (r., hier gegen Philipp Lienhart und Dominique Heintz) blieb nach seiner Einwechslung komplett außen vor.  © Picture Point/R. Petzsche

Willi Orban in der 10. Minute, Amadou Haidara in der 13., Timo Werner in der 54.: Mindestens eine der drei besten Gelegenheiten hätte den Weg ins Freiburger Tor finden müssen.

Doch so kam es, wie es in den letzten Wochen immer der Fall war: Freiburg konnte mit dem allerersten Schuss auf den Kasten kurz vor dem Halbzeitpfiff durch Nicolas Höfler zum 1:0 treffen.

Werner hatte - wie erwähnt - den Ausgleich auf dem Fuß, vergab aber. Und so verhalf ein weiterer Fehler, diesmal vom insgesamt schwachen Diego Demme, dem SCF zum fünften Sieg. Vincenzo Grifo mit dem Steilpass auf Nils Petersen und der gewohnt souverän zum 2:0. Spiel war durch, auch wenn es Klostermann nach einer Ecke noch mal spannend machte. Reichte nicht.

Die Ursachenfindung ist eigentlich wieder eine einfache: die Chancenverwertung und Kreierung von Möglichkeiten. Durch drei neue, frische Spieler im Vergleich zum Zenit-Spiel sei es zumindest kein Kraftproblem gewesen, behauptete Klostermann, der sein Team in keinem Spiel mit Punktverlust als die deutlich schlechtere Mannschaft sah.

RB-Trainer Julian Nagelsmann: "Wir sind halt keine Spitzenmannschaft!"

Bescheinigte seinem Team trotz ambitionierter Ziele, keine Spitzenmannschaft zu sein: RB-Coach Julian Nagelsmann.
Bescheinigte seinem Team trotz ambitionierter Ziele, keine Spitzenmannschaft zu sein: RB-Coach Julian Nagelsmann.  © Picture Point/R. Petzsche

Richtig angefressen war Julian Nagelsmann nach der zweiten Niederlage. Und das zurecht.

"Es ist immer schwer nach einem Champions-League-Spiel, in dem wir bis zuletzt alles geben mussten. Trotzdem war gerade die zweite Hälfte ganz klar nicht so, wie wir sie uns vorstellen", sagte der 32-Jährige. "Freiburg ist unglaublich effizient in dieser Saison. Wir im Gegenzug machen unsere Dinger nicht und stehen daher verdientermaßen dort, wo wir jetzt sind."

Dort, wo Leipzig gerade ist, hört das erste Tabellendrittel auf. Platz sechs mit 15 Punkten nach neun Spielen reicht den ambitionierten Roten Bullen nicht, ist aber dennoch kein Riesendrama.

Oder doch? "Wenn Du in den ersten 35 Minuten ein Tor schießt, kannst Du lauern und Konter fahren", sagte er bei Sky. "Nach dem zweiten wäre das Spiel dann gegessen, so wie es Spitzenmannschaften machen - aber wir sind halt keine."

Klare Ansage vor dem wichtigen Pokalspiel am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) beim VfL Wolfsburg, der RB mit einem Sieg gegen den Vorletzten aus Augsburg am heutigen Sonntag drei Punkte hinter sich lassen könnte.

1150 Fans begleiteten die Sachsen in den Breisgau, sahen allerdings die erste Auswärtspleite in der Bundesliga.
1150 Fans begleiteten die Sachsen in den Breisgau, sahen allerdings die erste Auswärtspleite in der Bundesliga.  © Picture Point/R. Petzsche

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