Blitzstart, Pyro, Tumult: RB Leipzig zittert sich gegen BVB-Schreck Paderborn an die Spitze

Paderborn - RB Leipzig hat am 13. Bundesliga-Spieltag die Pflichthürde SC Paderborn gemeistert und den Aufsteiger am Samstag mit 3:2 (3:0) vor 13.253 Zuschauern in der Benteler Arena besiegt. Patrik Schick (3.), Marcel Sabitzer (4.) und Timo Werner (26.) ließen die rund 1400 mitgereisten Fans über den Sprung an die Tabellenspitze jubeln, obwohl das große Zittern nach Treffern von Streli Mamba (62.) und Klaus Gjasula (72.) begann.

Bei seinem Startelf-Debüt traf Roma-Leihgabe Patrik Schick in der 3. Minute mit einem sehenswerten Lupfer zum 1:0.
Bei seinem Startelf-Debüt traf Roma-Leihgabe Patrik Schick in der 3. Minute mit einem sehenswerten Lupfer zum 1:0.  © Picture Point/R. Petzsche

Im gesamten November ist und bleibt RB Leipzig noch ungeschlagen, nach fünf Siegen in Serie gelang unter Woche zwar "nur" ein 2:2 gegen Benfica Lissabon. Die beiden späten Forsberg-Treffer sicherten den Sachsen jedoch den erstmaligen Einzug ins Champions-League-Achtelfinale. Der Schwede fehlte in Paderborn angeschlagen.

Bei SCP gegen RBL standen sich die schwächste Heim- und die stärkste Auswärtsmannschaft gegenüber. Tabellarisch spielte der Letzte gegen den Zweiten.

Vorsicht war für Julian Nagelsmanns Team dennoch geboten, denn die Ostwestfalen kamen zuletzt zu einem 3:3-Achtungserfolg beim BVB.

Schon in der ersten Halbzeit machte RB scheinbar alles klar, den Blitzstart von Schick (3.) und Sabitzer (4.) krönte Werner (26.) zur 3:0-Halbzeitführung.

Doch in der zweiten Halbzeit kam das Schlusslicht zurück, stellte das Ergebnis innerhalb von zehn Minuten durch Mamba (62.) und Gjasula (72.) auf 2:3. Der Ausgleich blieb den kämpfenden Ostwestfalen aber verwehrt.

Premieren für Hannes Wolf und Patrik Schick - Leipziger Blitzstart

Torjäger Timo Werner vollendete einen Konter zum 3:0-Halbzeitstand. Im zweiten Durchgang begann das große Zittern.
Torjäger Timo Werner vollendete einen Konter zum 3:0-Halbzeitstand. Im zweiten Durchgang begann das große Zittern.  © Picture Point/R. Petzsche

Vier Veränderungen gab es nach dem Last-Minute-Punkt gegen Benfica: Yvon Mvogo stand für Péter Gulácsi (Schädelprellung) in der Startelf, zudem begannen Stefan Ilsanker, Nordi Mukiele und Patrik Schick für Ethan Ampadu, Marcelo Saracchi (beide Bank) und Emil Forsberg (muskuläre Probleme). Erstmals im Kader stand zudem Hannes Wolf.

Was für ein Start in Paderborn!

Nach nicht einmal zweieinhalb Minuten traf Schick bei seinem Startelf-Debüt. Timo Werner wurde zunächst nicht auf dem linken Flügel angegriffen, passte zum Tschechen, der nach einer Halbdrehung zwei Abwehrspieler im Strafraum stehen ließ und mit einem Lupfer Leopold Zingerle im Kasten keine Chance - 1:0 für RB (3.).

Und eine knappe Zeigerumdrehung später stand es schon 2:0: Klaus Gjasula "klärte" unzureichend, Marcel Sabitzer bekam den Ball, zog aus 25 Metern zentral ab. Zingerle sah bei dem leicht nach rechts drehenden, aber mittig-hoch einschlagenden Ball schlecht aus - 2:0 (4.).

Die Gastgeber hatten aus dem Spiel heraus große Probleme, auch nur einen vernünftigen Angriff aufs Feld zu bringen. Individuell war RB besser und zeigte das auch oft. Zweite Bälle bekamen meist die Leipziger in den Fuß.

Nach einer guten Schusschance für Dayot Upamecano infolge einer Ecke (22.) folgte die Vorentscheidung. Der SCP verlor bei eigenem Angriff den Ball, Diego Demme spielte direkt auf Christopher Nkunku, der ein paar Meter ging und den mitlaufenden Werner wunderbar bediente. Der Nationalstürmer ließ Zingerle stehen und schob locker zum 3:0 ein (26.).

Paderborn hadert mit Videoschiri - RB zittert sich nach Tumult an die Spitze

Ungewohntes Bild: Beim Spiel gegen den SC Paderborn wurde im Leipziger Block Pyro gezündet.
Ungewohntes Bild: Beim Spiel gegen den SC Paderborn wurde im Leipziger Block Pyro gezündet.

Mit einem freundlichen "Red Bull verrecke" von den heimischen Anhängern ging es in den zweiten Durchgang, in dem fix das nächste Tor fiel.

Nach Leipziger Ballverlust im Spielaufbau wurde Streli Mamba auf die Reise geschickt, Upamecano kam nicht mehr hinterher, Mamba schob ein, doch Videoassistent Dr. Felix Brych nahm den Treffer wegen Mini-Abseits zurück (47.).

Fünf Minuten später stieg Schick nach einem Eckball am höchsten, köpfte aber knapp am langen Pfosten vorbei (52.).

Paderborn gab sich hier nicht auf - und der nächste Treffer zählte dann auch! Bei einem Rückpass auf Ilsanker blockte Sebastian Vasiliadis den Österreicher weg, die Bahn war wieder frei für Mamba, der diesmal regelkonform traf - 1:3 (62.).

Kurz darauf hatte Mamba nach einer Ungenauigkeit von Mvogo den Ball vor sich liegen, schoss aber aus dem Stand drüber - Riesenglück für RB (67.).

Der SCP blieb am Drücker und wollte die Sensation mit deutlich mehr Kampf, Willen und Durchschlagskraft schaffen. Und sie wurden belohnt. Über links tankte sich Christopher Antwi-Adjei gegen den passiven Demme durch, passte quer in den Sechzehner, wo Gjasula nur noch einschieben musste - 2:3 (72.).

Leipzig war größtenteils aufs Verteidigen bedacht, musste einige heikle Situationen überstehen und schaffte das auch. In der fünfminütigen Nachspielzeit gab es einen Tumult nach einem Zweikampf zwischen Upamecano und Mamba, der mit Gelb für Werner und Gjasula endete. Dann war Schluss.

Durch den knappen Sieg springen die Sachsen an die Tabellenspitze, können am Sonntag von Gladbach (15.30 Uhr gegen Freiburg/Sky) aber wieder überholt werden. Paderborn bleibt mit nur fünf Punkten Letzter.

Nächsten Samstag (15.30 Uhr/Sky) geht es für die Roten Bullen mit dem Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim weiter. Paderborn will einen Tag später (18 Uhr/Sky) bei Werder Bremen wieder punkten.

Mit einem satten Weitschuss hatte Marcel Sabitzer (r.) zum zwischenzeitlichen 2:0 getroffen.
Mit einem satten Weitschuss hatte Marcel Sabitzer (r.) zum zwischenzeitlichen 2:0 getroffen.  © Friso Gentsch/dpa

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